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Kongress der Anästhesisten
Vom 11. bis zum 13. September 2011 findet in Berlin der Hauptstadtkongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) zusammen mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (Bda) im Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin statt. Tagungspräsidentin ist Professor Dr. med. Claudia Spies, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Campus Charité Mitte und Campus Virchow-Klinikum der Charité Berlin. Rund 5.000 Mediziner und Pflegekräfte werden an dem Kongress teilnehmen und sich mit wichtigen Themen rund um die Narkose beschäftigen. Zur Intensivmedizin gehört nicht nur die Narkose, sondern es werden auch Spritzen gesetzt und Infusionen verabreicht. Professor Dr. med. Willehad Boemke, Leitender Oberarzt und Mitglied der erweiterten Klinikumsleitung, Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Campus Charité Mitte und Campus Virchow-Klinikum Charité Berlin, führte aus, dass Fehler bei der Medikamentenverabreichung äußerst selten, aber nicht ganz auszuschließen, sind. Im Interesse der Patientensicherheit soll eine Normierung nicht nur der Spritzen, sondern auch der Infusionslösungen und Pumpensysteme durch unterschiedliche Farben angestrebt werden. Im Jahr 2008 wurde die Norm für standardisierte, farbcodierte Medikamentenlabel durch die „International Organisation of Standardization“ (ISO) eingeführt, die nicht nur im Bereich der Anästhesie, sondern auch in der Intensiv- und Notfallmedizin angewendet werden soll. Die Charité führte inzwischen bei 31 Krankenhäusern eine Umfrage nach der Umsetzung der Norm durch, die jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Relativ neu ist die Narkotisierung mit dem Edelgas Xenon, das 1951 erstmalig verwendet wurde. Aufgrund der hohen Kosten und begrenzter Verfügbarkeit geriet das Edelgas jedoch in Vergessenheit. Die Dr. med. Stephan-Matthias Reyle-Hahn, Chefarzt der Klinik Änästhesie und Interdisziplinäre Intensivmedizin Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau, Berlin, berichtete, dass Xenon seit 2005 in Deutschland zur Anwendung zugelassen ist. Mit Xenon werden heute die für den Körper schonendsten Vollnarkosen durchgeführt. Bei Patienten in fortgeschrittenem Lebensalter kommt es häufig nach Operationen zu Einschränkungen der Merk- und Erinnerungsfähigkeit. Diese Störungen können im Extremfall zur kompletten Verwirrtheit führen. Bisher wurde Xenon nur im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau angewendet, da nur hier beeignete Narkosesysteme zur Verfügung stehen, um Xenonnarkosen durchzuführen. Es wurde festgestellt, dass Xenon in der Lage ist, Verwirrtheitszustände nach Operationen in hohem Alter zu mindern oder sogar zu verhindern. Leider werden die hohen Kosten für eine Xenonanästhesie nicht durch den Tarif der Krankenversicherungen gedeckt, weshalb es gilt, die Krankenversicherungen von der Notwendigkeit und den therapeutischen Möglichkeiten des Edelgases zu überzeugen. Zu dem Thema „Welches sind die Risiken für alte Menschen und wie bleiben diese nach einer Anästhesie mobil?“ nahm Professor Dr. Claudia Spies Stellung und erklärte, dass zwei Drittel aller Tumorerkrankungen bei Patienten ab dem 65. Lebensjahr auftreten. Studienergebnisse zeigen, dass das Alter allein keinen wesentlichen Einfluss auf Komplikationen und Sterblichkeit nach Operationen und Narkose hat. Begleiterkrankungen sowie ein schlechter Ernährungszustand und eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit scheinen einen größeren Einfluss auf den Erfolg von Operationen bei älteren Krebspatienten zu haben. Seit dem Frühjahr 2011 wird in der Charité, den Universitätskliniken München und Heidelberg eine Studie durchgeführt, um Komplikationen bei älteren Hochrisiko-Patienten im Vergleich zu Kontrollpatienten mit Standardtherapie zu reduzieren. Ziele der Studie sind, physische, psychologische und sozial benachteiligende Einschränkungen nach der Operation und der Narkose durch aktive Einbeziehung der Patienten und des Arztes zu vermeiden, den Rehabilitationsprozess zu optimieren und eine verbesserte Lebensqualität nach Operationen bei älteren Patienten zu erreichen. Dr. med. Rahel Eckardt, Oberärztin am Evangelischen Geriatriezentrum Berlin gGmbH, führte aus, dass das chronologische Alter allein kein erhöhtes Operations- und Narkoserisiko darstellt. Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen bei älteren Patienten erfordern jedoch häufig eine andere Herangehensweise als bei jüngeren. Stehen bei jüngeren Patienten Therapie und Heilung im Vordergrund, ist es bei vielen älteren Patienten die Erhaltung der Selbständigkeit und der von ihnen definierten Lebensqualität. Vor jedem operativen Tumorengriff sollte daher eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Die von Professor Claudia Spies angesprochenen Studienergebnisse werden daher unter mehreren Aspekten von hoher Bedeutung sein.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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