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Lufthansa setzt Biokraftstoff ein
Ab April 2011 wird die Lufthansa einen Airbus A321 für sechs Monate im regulären Flugbetrieb auf der Strecke Hamburg-Frankfurt-Hamburg einsetzen: Nach erfolgter Zulassung wird auf dieser Strecke eine Treibstoffmischung mit 50 Prozent bio-synthetischem Kerosin auf einen Triebwerk Verwendung finden. Mit diesem Langzeitversuch sollen die Auswirkungen von Biokraftstoffen auf Emissionen, Wartung und Lebensdauer von Triebwerken untersucht werden. In den sechs Monaten der Erprobung sollen allein dadurch rund 1.500 Tonnen CO2 eingespart werden. Peter Hintze, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, erklärte: „Der Luftverkehr ist die Lebensader der Globalisierung. Jährlich werden 250 Millionen Tonnen Kerosin weltweit verbraucht. Seit 1970 konnten die Emissionen um 70 Prozent verringert werden. Dabei hat die Flugzeugindustrie große Anstrengungen unternommen. Die Lufthansa ist jedoch daran interessiert, die Emissionen weiter zu senken. Die Bundesregierung unterstützt mit dem Luftfahrtforschungsprogramm (LUFO) die deutsche Luftfahrtindustrie, die kommenden technologischen Herausforderungen für ein sicheres und nachhaltiges Luftverkehrssystem erfolgreich zu bewältigen. Damit erhält die deutsche Luftfahrtindustrie international vergleichbare Rahmenbedingungen. Das heute von der Lufthansa vorgestellte Projekt „burnFAIR“ über die Erprobung von Biokraftstoffen ist ein gelungenes Beispiel für einen integrierten Forschungsansatz zur Erreichung des Klimaschutzes. Der Einsatz im Regelverkehr der Lufthansa leitet ein neues Zeitalter im Flugverkehr ein“. Der Projektleiter Biokraftstoffe bei Lufthansa, Joachim Buse, erläuterte, dass es in den nächsten 50 Jahren keine Alternativmöglichkeiten für die Verbrennung von Kraftstoffen geben wird, jedoch ist die Lufthansa an einem klimafreundlichen Luftverkehr interessiert und sucht intensiv nach Möglichkeiten eine nachhaltige Mobilität sicher zu stellen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen auf rund 6,6 Millionen Euro. Im Rahmen des LUFO-Programms wird das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einen Zuschuss von 2,5 Millionen Euro gewähren. Die Produktion des von der Lufthansa eingesetzten bio-synthetischen Kerosins erfolgt auf der Basis reiner Biomasse (BTL, Biomass to Liquid). Der Produzent ist Neste Oil, ein Mineralölunternehmen aus Finnland. Neste hat bereits langjährige Erfahrung in der Produktion von Biokraftstoffen und arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit Lufthansa zusammen. Die Zulassung des Kraftstoffes wird für März 2011 erwartet. Das Zulassungsverfahren sieht derzeit eine Grenze von maximal 50 Prozent Beimischung vor. Lufthansa schreibt in ihren Umweltzielen einen Biokerosin-Anteil von 5 bis 10 Prozent bis zum Jahr 2020 fest. Ein ambitioniertes Vorhaben, gibt es aktuell bei weitem noch nicht die Verfügbarkeit der Rohstoffe. Auch fehlen noch die endgültige Zulassung und die preisliche Attraktivität von Biokerosin. Die Herstellung des Biokraftstoffes erfolgt keinesfalls in Konkurrenz zu Futtermittel- oder Nahrungsmittelprodukten. Das bio-synthetische Kerosin ist um 4 Prozent energiereicher und leichter als herkömmliches Kerosin; es sind auch bei seiner Verwendung keinerlei Veränderungen an den Triebwerken erforderlich. Die Langzeiterprobung erfolgt im normalen Flugbetrieb. Prüfungen und Messungen am eingesetzten Airbus A321 werden in Hamburg durch Lufthansa-Technik erfolgen.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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