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Berlin

Die Lage am Bau

In seiner Frühjahrs-Pressekonferenz berichtete Peter Teßmer, Präsident des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg, dass die Bauwirtschaft der Region das erste Quartal dieses Jahres mit deutlich besseren Ergebnissen im Umsatz, bei den geleisteten Arbeitsstunden, bei der Beschäftigung und im Auftragseingang abgeschlossen hat als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Neben dem milden Winter hat dazu vor allem eine anziehende Baukonjunktur im Wirtschafts- und Wohnungsbau beigetragen. Der öffentliche Bau dagegen enttäuscht. Wie der Präsident ausführte, lagen per März die geleisteten Arbeitsstunden um fast 30 Prozent, der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe um 37 Prozent und der Auftragseingang um 9 Prozent höher als im ersten Quartal 2010. „Diese Zahlen“, so der BBB-Präsident, „sind aber nicht vom Himmel gefallen. Einerseits ist der Vergleich deshalb trügerisch, weil im 1. Quartal des Vorjahres witterungsbedingt kaum gearbeitet werden konnte, wir andererseits in den einzelnen Bausparten sehr unterschiedliche Entwicklungen verzeichnen“.  So zieht insbesondere im Wirtschafts- und Wohnungsbau die Konjunktur an, gleichzeitig gibt es im öffentlichen Bau nach Ende der Konjunkturprogramme kaum Aufträge. Er äußerte sich besorgt darüber, welch negative Entwicklung der Umsatzrückgang im öffentlichen Tiefbau in der Region Berlin-Brandenburg genommen hat. „Seit dem Jahr 2000 – und dies muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen – hat sich die Bauleistung von damals rund 928 Mio. Euro auf nur noch rund 443,5 Mio. Euro im Jahre 2010 mehr als halbiert“. Peter Teßmer bekräftigte die Forderung seines Verbandes, für Berlin und das Umland endlich ein integriertes und mit allen Partnern abgestimmtes Logistikkonzept zu entwickeln. „Dies muss sowohl die Straßen, die Schienen- und die Wasserwege sowie den Luftverkehr umfassen. Es muss letztendlich auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes den Ausbau der Wasserwege und nach mehr als 20 Jahren Verzögerungen endlich die Fertigstellung des Projektes 17 der Deutschen Einheit einschließen“, erklärte er. Der Präsident appellierte erneut an den Bund und an den Senat von Berlin, an der Weiterführung der A 100 bis zum Treptower Park festzuhalten. „Gerne wird in der Diskussion verdrängt, dass der Weiterbau fast vollständig unterirdisch erfolgen soll und dass die Mittel nicht in andere Projekte umgeleitet werden können. Wird die A 100 nicht gebaut, gehen der Region über 400 Mio. Euro endgültig verloren, also fast der Umfang eines Konjunkturprogramms“, betonte Teßmer. Es bleibt auch unverständlich, warum bei der AVUS-Sanierung diese nicht vom Kreuz Zehlendorf bis zur Anschlussstelle Hüttenweg dreispurig ausgebaut wird.  Schon heute ist der tägliche Stau für viele Berufspendler und für den Güterverkehr in Richtung Stadtring und Hamburg unzumutbar. Vizepräsident Wolfgang Frey konnte mitteilen, dass es nach einer Umfrage bei rund 150 Mitgliedsfirmen mehr Zuversicht als im vorigen Jahr gibt. 75 Prozent der Firmen wollen ihr Personal beibehalten, rund 20 Prozent wollen Neueinstellungen vornehmen. 80 Prozent der Firmen schätzen ihre Auftragslage gleich und sogar besser gegenüber dem Vorjahr ein. Rund 76 Prozent der Firmen gehen von einer Baukonjunktur wie im Vorjahr aus, aber 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Gute Chancen für die folgenden Jahre werden im Wirtschafts- und Wohnungsbau gesehen, jedoch nicht im öffentlichen Bau einschließlich des Hoch- und Straßenbaus. Frey  erklärte, dass die Zuversicht bei den Baufirmen derzeit größer sei als die Skepsis. Aber man sei weiter sehr vorsichtig, was die Zukunftsaussichten anbelangt und wartet ab, was Bund, Länder und Kommunen im Jahr 2011 tatsächlich für Bauinvestitionen auszugeben bereit seien. „Die bekannt gewordenen Steuermehreinnahmen der Kommunen in Deutschland und damit auch in unserer Region sollten auch neue Spielräume für mehr Investitionen in die Infrastruktur ermöglichen“, sagte Wolfgang Frey weiter.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

 

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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