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Energieversorgung in Deutschland
Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) stellte seine Studie zur Energiewende unter dem Titel „Stromübertragung für den Klimaschutz“ vor: Um den für die nächsten Jahre geplanten deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien zu ermöglichen, müssen bis zum Jahr 2020 alle Teile des Systems aus Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Nutzung elektrischer Energie grundlegend weiter entwickelt werden. Professor Dr.-Ing. Joachim Kreusel, VDE-Präsidiumsmitglied und ABB AG Mannheim führte in diesem Zusammenhang aus, dass es ein ambitioniertes Ziel der Bundesregierung ist, den Energieverbrauch zu reduzieren, wobei der Anteil an erneuerbarer Energie wesentlich erhöht werden soll. Dabei sollte Last und Erzeugung ausgeglichen sein, was derzeit nur mit Regelkraftwerken erreicht werden kann. Da Wind und Sonne eine regelmäßige Energieversorgung nicht gewährleisten, müssen konventionelle Kraftwerke am Netz gehalten werden. Dipl.-Ing. Rainer Joswig, Mitglied des Vorstands der EnBW Transportnetze AG Stuttgart, erläuterte, dass bereits heute große Schwierigkeiten bestünden erneuerbare Energie in das Stromnetz aufgrund unzureichender Übertragungskapazitäten einzuspeisen. Es müssten 3.600 km Stromleitungen gebaut werden um den im Norden Deutschlands erzeugten Strom in den Süden zu transportieren; pro Jahr würden derzeit lediglich 20 km Neubau geschafft. Um die ins Auge gefassten Ziele zu erreichen, müssten jährlich rund 500 km Stromleitungen gebaut werden. Dipl.-Ing. Martin Pokojski von der Energietechnischen Gesellschaft im VDE erklärte, dass für die Zukunft ein leistungsstarkes Netz benötigt wird. Die Ausbauraten sind jedoch aufgrund der fehlenden Akzeptanz der Bevölkerung sehr klein. Er empfiehlt, um Verständnis für den Bau von Stromleitungen zu werben und die Bevölkerung früher in die Planungen einzubeziehen. Man könnte daran denken, Freileitungen entlang von Bahntrassen zu erstellen oder Erdkabel parallel zu den Autobahnen zu verlegen. Auch die Verlegung der Stromleitungen in Tunnel könnte man sich vorstellen, was jedoch die teuerste Variante wäre. Allerdings bieten Tunnel ein Mehr an Nutzungsmöglichkeiten, denn auch Kommunikations- und Datenübertragungssysteme könnten darin verlegt werden. Universitäts-Professor Dr.-Ing. Dirk Westermann, Technische Universität Ilmenau, ist der Meinung, dass innerhalb des EU-Binnenmarktes die Länder miteinander vernetzt werden müssen und nicht nur einzelne Regionen. Dafür gibt es unterschiedliche Technologien: Gleich- oder Wechselstrom. Außerdem müsste die Spannung höher sein als derzeit in Europa üblich. Ein derartiges Fernübertragungsnetz könnte in 30 bis 40 Jahren gebaut werden, allerdings benötige man hierfür Technologien, die es heute noch gar nicht gibt. Der VDE führt dazu aus: Bis zum Jahr 2020 sollen rund 50 Prozent mehr durch erneuerbare Energien als 2010 erzeugt werden; das Erzeugungsangebot an erneuerbarer Energie übersteigt aber bereits heute in Schwachlastzeiten die Nachfrage. Durch den weiteren Ausbau bis 2020 wird die installierte Leistung an erneuerbaren Energien die Spitzenlast deutlich übersteigen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte das System in der Lage sein, die Schwankungen im Netz zu überbrücken. Dazu müssen die Speicherkapazitäten und das Stromübertragungsnetz ausgebaut werden. Ein europaweiter Ausbau würde nicht nur für mehr Effizienz, sondern auch für zusätzliche Arbeitsplätze sorgen.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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