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Grundlagen der Industrie
„Rohstoffe sind für Deutschland eminent wichtig, gerade weil die Bundesrepublik ein rohstoffarmes Land ist. Für fast alle Produktionsprozesse werden Rohstoffe benötigt. Rohstoffe sind nicht nur ein wichtiger Kostenfaktor für die Wirtschaft, ihre Nutzung ist auch mit Umweltbelastungen verbunden. Deshalb ist der effiziente Einsatz von Rohstoffen besonders bedeutsam für nachhaltiges Wirtschaften“, erklärte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden. Der Materialbedarf der deutschen Wirtschaft im Jahr 2008 ist um 39 Millionen Tonnen gegenüber dem Jahr 2000 gesunken. Dabei gab es zwei gegenläufige Tendenzen: Einerseits ging die Rohstoffentnahme im Inland deutlich, und zwar um 123 Millionen Tonnen, zurück, andererseits stiegen die Importe im gleichen Zeitraum um 84 Millionen Tonnen. Präsident Egeler stellte auch ein Forschungsprojekt vor, das in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt durchgeführt wurde. In diesem Projekt wurden erstmals auch die Rohstoffe berechnet, die im Ausland für die Herstellung der deutschen Importgüter eingesetzt werden. Diese Größe wird als „indirekter“ Import bezeichnet. Sie ist insbesondere unter dem Aspekt der globalen Verantwortung für Rohstoffverbrauch und Umweltbelastungen von Interesse. Dazu sagte Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes: „Das Ziel der Bundesregierung, die Rohstoffeffizienz bis 2020 im Vergleich zu 1994 zu verdoppeln, ist mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreichbar“.
Etwa 60 Milliarden Tonnen Rohstoffe werden heute weltweit jährlich verbraucht. Tendenz steigend. Nicht nur Erdöl, auch andere Rohstoffe, wie Metall und insbesondere die Seltenen Erden, sind bereits heute zur Mangelware geworden. „Ressourcen sparen ist neben dem Klimaschutz die zentrale umweltpolitische Herausforderung. Dies muss künftig stärker ins Bewusstsein rücken. Es gibt noch Einsparpotenziale bei den Unternehmen oder im Gebäudesektor, die wir dringend erschließen müssen. Dies hilft der Umwelt, spart Kosten und stärkt die Wirtschaft im internationalen Wettbewerb“, erläuterte Jochen Flasbarth. Mit steigender Rohstoffknappheit gewinnen Recycling und die Nutzung von Sekundärrohstoffen zunehmend an Attraktivität. „Allein durch Recycling spart die deutsche Wirtschaft pro Jahr Rohstoffimporte im Wert von rund 3,7 Milliarden Euro. Zudem werden die Umweltfolgen der Rohstoffnutzung verringert. Die Wiederverwertung von recyceltem Kupfer spart beispielsweise 50 Prozent Energie, mit dem positiven Umwelteffekt, dass rund 50 Prozent giftiger Schlacke aus der Produktion vermieden werden“, so Flasbarth. Ein großes Problem sind insbesondere im Bereich der Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik die immer kürzeren Produktionszyklen. Die Produkte werden zwar immer effizienter und Material sparender, doch werden die Geräte von den Kunden öfter ausgetauscht. Flasbarth schlägt daher vor, die gesetzliche Garantiezeit auf drei oder vier Jahre zu verlängern. Das würde helfen, Rohstoffe einzusparen und es nutzt der Umwelt.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: B & B intern
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