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Berlin

Handel und Wandel

Das Kongressmotto - Deutscher Handelskongress - lautete: „Handel am Puls der Zeit. Weichen stellen – Kräfte bündeln – Kunden gewinnen“. Unter diesen Aspekten standen die Vorträge der hochrangigen Gäste. Professor Dr. Michael Hüther, Direktor Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln, erklärte, dass die Geschäftserwartungen des Einzelhandels in 2010 gegenüber dem Jahr 2009 auf Rekordniveau seien. Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die in 2009 stark ausgeweitete Kurzarbeit stark zurückgegangen sei. Mehr Vollzeiterwerbstätige konsumieren auch mehr. Allerdings sei festzustellen, dass die Entwicklung der verfügbaren Einkommen immer mehr auseinander laufe. Festzustellen ist auch, dass der Umsatz des Einzelhandels, ohne Kfz-Handel, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken in 2009 gegenüber 2008 stark rückläufig war. Insgesamt musste ein Minus von 1,6 Prozent hingenommen werden. Es ist damit zu rechen, dass in diesem Jahr die Umsatzzahlen wieder günstiger ausfallen werden. Dr. Eckhard Cordes, Vorsitzender des Vorstands der Metro AG,  führte in seinem Vortrag aus, dass der Handel ein starker Leistungsträger und wichtiger Stabilisator der Wirtschaft ist, der während der Krise in 2009 mit fairen Preisen gegengesteuert hat. Mit 4 Millionen Beschäftigten ist der Handel mit 10 Prozent an der deutschen Wirtschaft beteiligt, während die Automobilindustrie lediglich 3,5 Prozent dazu beisteuert. In 25 Ausbildungsberufen werden derzeit 8.300 junge Menschen ausgebildet. Dr. Cordes stellt fest dass der Handel viele Beschäftigungsmöglichkeiten für Geringverdiener hat, von denen es immer mehr gibt, wobei zirka 20 Prozent einen Migrationshintergrund haben. Nicht nur die Industrie ist auf Innovationen angewiesen, sondern auch der Handel hat bei der Versorgung der Kunden Innovationen entwickelt. So beispielsweise bei der Entwicklung von verzehrfertigen Nahrungsmitteln und alternativen Absatzwegen. Mit 12 Prozent Zuwachs hat der Onlinehandel das höchste Umsatzwachstum. Neu sind auch die Drive in-Angebote. Die Metro AG habe auf allen Produktlinien den Eigenmarkenanteil erhöht. Dies wünschten die Kunden so, die gern zu Eigenmarken griffen. Dadurch wird die mittelständische Nahrungsmittelindustrie gestärkt. Auch für Mediamarkt und Saturn würden demnächst Eigenmarken zur Verfügung stehen. Großer Wert  wird auf Nachhaltigkeit gelegt: So wird an der Bestandserhaltung der Fischbestände gearbeitet und auch die lückenlose Rückverfolgung der Produkte ist von Bedeutung. Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Group, beklagte den immensen Verwaltungsaufwand und dass die Umsatzrenditen in Deutschland im Handel äußerst gering seien. Der demografische Wandel mache sich bereits bemerkbar: Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, insbesondere in Ostdeutschland. Auf die gestiegenen und veränderten Kundenwünsche müsse man durch attraktive Angebote und Einkaufserlebnisse eingehen, denn viele Kunden verfügten nur über knappe Zeit und die Jagd nach Schnäppchen kostet Zeit. Sie würden lieber Zeit als Geld sparen, meint Alain Caparros. „Ein Markt der die Menschen unterhält und anspricht, wird immer bestehen“. Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der EDEKA AG, führte aus: „Laut Konjunkturforschern laufen die Geschäfte von allein“. Das Jahr 2011 wird voller Optimismus erwartet. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. Dafür ist jedoch ein Plus an verfügbarem Netto-Einkommen erforderlich. Steigende Stromkosten und Krankenkassenbeiträge werden dazu jedoch nicht beitragen. Auch die öffentliche Hand verlangt immer mehr.  Ein Erfolgsmodell ist der selbständige Einzelhändler im Rahmen einer genossenschaftlichen Unternehmensgruppe, der sich an den Bedürfnissen der Kunden orientiert. Beliebte Markenartikel und qualitativ hochwertige Eigenmarken haben jeweils einen Anteil von 50 Prozent am Umsatz. Das System Edeka funktioniert nur, wenn man sich intensiv um den Nachwuchs kümmert. Derzeit gibt es bei Edeka 17.500 Auszubildende. Leitende Funktionen werden grundsätzlich aus den eigenen Reihen besetzt. Franz-Peter Falke, Geschäftsführender Gesellschafter der Falke-Gruppe und Präsident Markenverband e.V., erklärte: „Hersteller und Handel sind aufeinander angewiesen“. Eine Grundvoraussetzung für eine gute Partnerschaft seien die Wünsche des Kunden als Maß aller Dinge zu nehmen. Nicht nur der Preis sei für die Verbraucher ausschlaggebend, sondern sie suchten Qualität und Innovationen. „Marken leben von einem gegebenen Leistungsversprechen; dahinter tritt der Preis zurück“. Harry Brouwer, Chairman Unilever Dach, konstatierte: „Veränderungen bleiben die Herausforderungen der Zukunft“. Die Verbraucher würden sich bei ihren Kaufentscheidungen nicht nur am Preis orientieren; sie müssten sich im Ladenlokal aus wohlfühlen. Das Ziel sollte eine langfristige Beziehung zu den Kunden sein. Seine Vision: „Wir arbeiten, um jeden Tag eine bessere Welt zu schaffen. Wir helfen den Menschen, sich gut zu fühlen, gut auszusehen und mehr vom Leben zu haben mit Marken und Dienstleistungen, die gut für sie und andere sind“.

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Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

 

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: B & B intern

 

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