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B & B intern – Berlin & Brandenburg
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In und um Rheinsberg
Die nunmehr schon traditionelle Sommerreise des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg führte nach Rheinsberg. In deren Verlauf konnte Ministerpräsident Matthias Platzeck mit Stolz berichten, dass das Land Brandenburg nunmehr auf 20 Jahre Tourismus zurückblicken kann. In der Zeit des real existierenden Sozialismus in der DDR gab es keinerlei Tourismus; allerdings gab es die FDGB-Ferienheime der Einheitsgewerkschaft und Ferienlager für die Kinder.
Die in die Region investierten Gelder zahlen sich nunmehr aus. Rheinsberg ist seit elf Jahren anerkannter Erholungsort. Der Rheinsberger See sowie der Grienericksee gehören zur Ruppiner Seenkette, die eines der größten zusammenhängenden Seengebiete im Land Brandenburg ist. Dort gibt es alles für einen abwechslungsreichen Urlaub: Radwege, Reitwege und Wasserwege.
Die Kyritz-Ruppiner Heide befindet sich in der Nähe, von der seit dem Abzug der Roten Armee keinerlei Lärmbelästigungen für Rheinsberg ausgehen, so dass ein ruhiger und erholsamer Urlaub gesichert ist.
MP Matthias Platzeck im IFA Feriendorf:
„Derzeit geht der Trend zum Urlaub im eigenen Land; außerdem wird sehr kurzfristig gebucht“, erklärte Platzeck.
Martin Linsen, Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft und zuständig für Tourismus, berichtete, dass Rheinsberg als Urlaubsort großen Zuspruch hat. Es stehen hier 3.900 Betten zur Verfügung und im vergangenen Jahr wurden 530.000 Übernachtungen in Rheinsberg gezählt. Jährlich kommen rund 600.000 Tagesausflügler nach Rheinsberg. Dieter Hütte von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH ergänzte, dass man bestrebt sei, noch mehr Gäste in das Land Brandenburg zu holen, weshalb ein neuer Internetauftritt bestimmte Gruppen ansprechen soll: Naturinteressierte, Rad- und Wasserwanderer, Gäste mit Mobilitätseinschränkungen und kulinarisch Interessierte.
Dann wurde das IFA Hafendorf Rheinsberg besichtigt, wo Direktor Eike Sadewater die Entstehung des Dorfes erläuterte. Dort wo einst ein elfgeschossiges FDGB-Heim für DDR-Urlauber stand, befindet sich nunmehr das Vier-Sterne Superior IFA-Hotel Rheinsberg. Es verfügt über 175 Zimmer, einen Wellnessbereich mit Saunalandschaft und drei Restaurants. Geboten werden außerdem eine Fitnesslounge und Kinderanimationen.
In der Siegfried-Matthus-Arena, benannt nach dem Intendanten und Künstlerischen Leiter der Kammeroper Rheinsberg, können Tagungen und Veranstaltungen für bis zu 1.000 Personen durchgeführt werden. Bei schlechtem Wetter finden hier die Aufführungen der Kammeroper Rheinsberg statt. 2008 nahm das Hotel seinen Betrieb auf und empfing schon im ersten Jahr 33.000 Gäste, was einer Auslastung von 34,9 Prozent entspricht. Im Jahr 2009 kamen schon 56.000 Gäste, was zu einer Auslastung von 49,2 Prozent führte. In diesem Jahr erwartet Direktor Sadewater 63.000 Gäste. Wie der Investor des Hafendorfes erläuterte, wurde mit der Projektierung im Jahre 2000 begonnen; die alten Gebäude wurden 2002 gesprengt. Das Hafendorf umfasst insgesamt 135.000 Quadratmeter Fläche, davon 50.000 Quadratmeter Wasserfläche, die ausgebaggert werden musste. 280 zweigeschossige Häuser im skandinavischen Fachwerkstil wurden errichtet. Jedes Häuschen hat Wasserlage und einen eigenen Pkw-Parkplatz und sind heiß begehrt.
Mit dem Motorschiff „Rhinperle“ der Reederei Halbeck ging es dann vom Rheinsberger zum Grienericksee direkt zum Haus Rheinsberg Hotel am See, ein in Deutschland einmaliges barrierefreies Hotel, in dem Menschen mit Behinderungen und ihre Begleitung sich erholen können. Es gibt 107 rollstuhlgerechte Zimmer mit rund 180 Betten und höhenverstellbaren Waschtischen, wobei individuelle Wünsche berücksichtigt werden können. Deshalb muss bei einer Erstbuchung telefonisch geklärt werden, welche Behinderung besteht und welche speziellen Vorrichtungen benötigt werden, um den Aufenthalt im Haus Rheinsberg zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. Das kann bis zu einer halben Stunde in Anspruch nehmen. Im Haus stehen dann den Behinderten eine Kegelbahn, ein behindertengerechtes Schwimmbad mit Lifter und Rutsche sowie die Möglichkeit, Tischtennis zu spielen, zur Verfügung. Barrierefrei können sie auch die Uferpromenade und die Stadt Rheinsberg erkunden. Schließlich wurde noch das für Ausflugsfahrten mit dem Rollstuhl zur Verfügung stehende Hausboot „Rolly Tours“ besichtigt.
Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade führte dann zum Schlosstheater Rheinsberg, in dem vom 26. Juni bis 14. August 2010 die Kammeroper Schloß Rheinsberg zum 20.Mal ihren Festivalsommer durchführt.
Die Kammeroper wurde vor 20 Jahren von dem Komponisten Siegfried Matthaus gegründet, der sie heute noch als Intendant betreut. Hier befindet sich auch die Musikakademie Rheinsberg, deren Leiterin Dr. Ulrike Liedtke ist. Als Arbeits-, Fortbildungs- und Begegnungsstätte mit jährlich über 140 Kursen und Projekten wird sie von rund 4.000 Musikerinnen und Musikern besucht. Das historische Kavalierhaus, in dem vor 200 Jahren die Gäste des Prinzen Heinrich logierten, wird durch die Schüler und Studenten mit Leben erfüllt. Sie musizieren das ganze Jahr hindurch in den Proberäumen und geben Konzerte im Schloß Rheinsberg. Rheinsberg war und ist ein Karrieresprungbrett für den Opernnachwuchs. So singen inzwischen viele auf den großen Opernbühnen der Welt.
Wo sich heute Schloß Rheinsberg befindet, stand im Mittelalter eine Wasserburg. Nach 1566 ließ die Familie von Bredow an der Stelle ein Wasserschloß erbauen, das im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt wurde. Es hatte in den folgenden Jahren mehrere Besitzer; der letzte verkaufte das Schloß schließlich an den preußischen König Friedrich Wilhelm I., der es seinem Sohn Kronprinz Friedrich schenkte. Friedrich, später König Friedrich II. (der Große), verlebte nach eigenen Bekundungen hier mit seiner Frau seine glücklichsten Jahre. Nach seiner Thronbesteigung 1740 schenkte Friedrich das Schloß seinem Bruder Heinrich, der bis zu seinem Tode hier lebte. Der kunstsinnige Prinz ließ den Schlosspark völlig neu gestalten und prägte Schloß und Garten nachhaltig im Stil des frühen Klassizismus. Prinz Heinrich von Preußen ließ sich schon zu seinen Lebzeiten eine Grabstätte in Form einer abgebrochenen Pyramide im Garten errichten, wo er dann auch 1802 beigesetzt wurde.
Zum Ausklang der eintägigen Sommerreise wird „Der Seehof“ besucht, ein kleines Landhotel mit ausgezeichneter Küche, wo man auch wie zu Zeiten der Ritter speisen kann. Das ehemalige Ackerbürgerhaus aus dem Jahre 1750 befindet sich gegenüber vom Rheinsberger Rathaus und wurde mit viel Liebe umgebaut, um heutigen Ansprüchen zu genügen.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: B & B intern
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