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Berlin

Wirtschaftsthemen in Schulbüchern

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft stellte in Berlin die Schulbuchanalyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zum Thema „Unternehmer und soziale Marktwirtschaft in Schulbuch und Lehrplan“ vor. Dazu erklärte der Autor der Studie Helmut E. Klein, dass in den Schulbüchern meist nur ein Teil der wirtschaftlichen Realität vorkommt und viele Themen nicht sachgerecht behandelt werden. Es wurden insgesamt 155 Schulbücher und 55 Lehrpläne gesellschaftswissenschaftlicher Fächer aus allen Bundesländern ausgewertet. Die vorliegende Studie soll zur Stärkung der ökonomischen Bildung in Deutschland beitragen, denn auch sie gehört auch zur Allgemeinbildung. Es konnte festgestellt werden, dass Wirtschaftsthemen am stärksten in den Fächern Wirtschaft und Sozialkunde vertreten sind. Vielfach finden sich negative Aussagen zu unternehmerischen Aktivitäten. Auch die Realität der Arbeitswelt wird nur ungenau beschrieben, so dass eine sachgerechte Meinungsbildung der Schüler nicht möglich ist. Zudem finden kleine und mittlere Unternehmen in den Schulbüchern kaum Erwähnung, obwohl sie die Basis der deutschen Wirtschaft bilden. Wie ein roter Faden ziehen sich die Begriffe Strukturwandel, Verteilungsgerechtigkeit, Arbeitslosigkeit, Handel, Wirtschaftsordnungen, Ökologie und Globalisierung durch nahezu alle Bücher der Sekundarstufen I und II. Viele Darstellungen bleiben oberflächlich, diffus oder suggestiv. Zugleich gibt es eine Reihe von Begriffen, die eher selten oder gar nicht genannt werden – so etwa wie der Arbeitsmarkt funktioniert, was Geld ist, dass es ein Arbeitsrecht gibt, was Unternehmensformen sind, was mit einer eigenverantwortlichen Finanzplanung und Vorsorge gemeint ist, was unter Chancen und Risiken unternehmerischer Selbständigkeit, aber auch unter dem Leistungsprinzip zu verstehen ist. Gerade die letztgenannten Themen entsprechen der Realität. Schließlich soll die Schule auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereiten und die jungen Leute nicht mit abstrakten Begriffen, die ihnen keiner erklärt, voll stopfen. So wird unternehmerisches Handeln meist aus Arbeitnehmersicht dargestellt, wobei sich Schlagworte wie Sozialpartnerschaft, Mitbestimmung und Lohnpolitik finden. Aspekte der wirtschaftlichen Konkurrenz- und Leistungsfähigkeit von Unternehmen, die Voraussetzung für lohnpolitische Gestaltungsspielräume sind, werden allenfalls am Rande erwähnt. Dass arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen wesentlichen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen haben, bleibt meist verborgen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Eindruck erweckt wird, dass sich für die Schaffung von Arbeitsplätzen Staat, Gewerkschaften und Arbeitsloseninitiativen engagieren und nicht die Unternehmen. Chancen und Risiken unternehmerischer Tätigkeit werden nur in jedem neunten untersuchten Buch erwähnt. Außerdem war festzustellen, dass in einigen in jüngster Zeit gedruckten Büchern statistische Daten aufgenommen wurden, die aus dem letzten Jahrhundert stammen. In einigen Büchern fehlt ein Register, in anderen ein Glossar. In vielen Büchern mit Glossar kommt die Erläuterung ökonomischer Grundbegriffe zu kurz. Es ist zu hoffen, dass sich die Kulturministerien der Länder aufgrund der vorliegenden Studie mit dem Thema beschäftigen. 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

 

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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