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Schlösser in Brandenburg

 

Im Land Brandenburg gibt es etwa 500 Schlösser und Herrenhäuser, deren Geschichte mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Nicht nur der preußische Adel baute sich prestigeträchtige Landsitze, sondern auch das Bürgertum. Zumeist in landschaftlich schöner Lage entstanden Schlösser und Gutshäuser, umgeben von Gärten und großen Parks, wobei die Landbevölkerung auch einfache Gutshäuser als „Schloß“ bezeichnete, weil große Gebäude mit vielen Räumen wesentlich imposanter waren als ihre Bauernkaten.

Schloß Freienwalde wurde von dem Architekten David Gilly in den Jahren 1798/1799 in klassizistischem Stil für die Witwe von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen errichtet, die hier ihren ständigen Wohnsitz nahm. 1909 erwarb Walther Rathenau das Haus als Sommersitz und nutzte es bis zu seinem gewaltsamen Tode 1922. Nach 1991 wurde das Schloß instand gesetzt und beherbergt  nunmehr die Rathenau-Gedenkstätte mit einem Nachlaß und der literarischen Korrespondenz Rathenaus.

In Altranft entstand um 1600 das erste Herrenhaus, das 1652 von Jacob von Pfuhl mitsamt dem Gut an Wolf Friedrich von Bomsdorf verkaufte, der das Haus 1678 zu einem barocken Schloß umbauen ließ. 1878 ließ Edwin Graf von Hacke zwei Seitenflügel anbauen. Damit erhielt das Schloß seine heutige Gestalt. 1916 kaufte Carl Eschenbach das Gut. Nach seinem Freitod und dem seiner Frau im Februar 1945 nahm es die russische Armee in Besitz; danach ging es in Volkseigentum über. In den vergangenen Jahren wurde das Schloß stilgerecht restauriert und mit zeitgenössischen Möbeln ausgestattet.

 

Im Schloß Kunersdorf führten Frau von Friedland, Helene Charlotte von Lestwitz, und ihre Tochter, Henriette Charlotte von Itzenplitz, einen Salon für die Berliner Gesellschaft und machten den „Musenhof“ zu einem bedeutenden kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum, wo sie als Gäste die Brüder Humboldt, die Bildhauer Schadow, Rauch und Tieck  oder den Rechtsgelehrten Friedrich Carl von Savigny empfingen. Der Schriftsteller Adelbert von Chamisso schrieb hier an seiner Novelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichte. Der heutige „Musenhof“ führt die Tradition mit einem literarischen Zentrum fort.

 

Wann mit dem Bau von Schloß Neuhardenberg begonnen wurde, liegt im Dunkel der Geschichte. Kurfürstin Dorothea von Brandenburg kaufte 1679 den Herrensitz Quilitz, den 1759 Joachim Bernhard von Prittwitz von Friedrich dem Großen als Ehrengeschenk erhielt. 1814 schenkte König Friedrich Wilhelm III. dem preußischen Staatskanzler Karl August für von Hardenberg das Amt Quilitz für seine besonderen  Verdienste, der es ein Jahr später in Neu Hardenberg umbenannte. Nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel wird das Schloß um 1820 in ein zweigeschossiges Palais umgebaut; der Park wird einige Jahre später nach Plänen von erweitert und umgestaltet. Seit 1921 ist Besitzer der Liegenschaft Carl-Hans Graf von Hardenberg, der an den Vorbereitungen zum Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 aktiv beteiligt war. Er wurde von den Nazis enteignet und kam in das KZ Sachsenhausen, das er knapp überlebte. Nach 1945 wurde der Ort in Marxwalde umbenannt; erhielt aber nach der Wende seinen alten Namen zurück. 1997 kaufte der Deutsche Sparkasse- und Giroverband die Liegenschaften, nachdem die Familie Hardenberg ihren Besitz im Rahmen der Restitution 1996 zurückerhalten hatte,  und machte das Ensemble zu einem Zentrum für Kunst und Kultur mit vielfältigen hochkarätigen Veranstaltungen. Außerdem gibt es auf dem Gelände zwei Restaurants und ein 5-Sterne-Hotel. Die ebenfalls von Schinkel erbaute Kirche ist ebenfalls zugänglich.

 

Schloß Steinhöfel ist ein neobarock modifiziertes klassizistisches Schloß, das durch den Baumeister David Gilly seine heutige Gestalt erhielt. Es wurde in den letzten Jahren umfangreich saniert und beherbergt heute ein 4-Sterne-Hotel.  Bemerkenswert ist der englische Landschaftsgarten, der das Schloß umgibt. Der Adelssitz Steinhöfel gilt als einer der schönsten in der Region.

 

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Am Neuen Markt 1, D–14467 Potsdam

Tel.: 0331/29 87 32 52 – Fax: 0331/29 87 373

 

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Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

 

 

 

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