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Schloß Ribbeck im Havelland
Am 4. Juli 2009 wurde das 30 km westlich von Berlin gelegene Schloss Ribbeck in Anwesenheit von Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, und des Enkels des letzten Herrn von Ribbeck auf Ribbeck, Friedrich-Carl von Ribbeck, feierlich wieder eröffnet, nachdem die DDR das Schloss jahrelang als Altenheim genutzt hatte. Für 5,6 Millionen EURO wurde es denkmalgerecht restauriert. Das einstige Herrenhaus der Familie derer von Ribbeck mit einem kleinen Gutspark und dem Familienfriedhof wurde durch Theodor Fontane weit über eine Grenzen hinaus bekannt, der 1899 aus einer alten Sage das bekannte Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ machte und darin den Birnbaum verewigte, der bis 1911 neben der Kirche stand bis ein Orkan ihn zerstörte. Inzwischen wurde an alter Stelle ein neuer Birnbaum gepflanzt.
Bereits seit 1237 ist die Familie von Ribbeck urkundlich bekannt. Die Geschichte reicht also weit zurück. Sie beginnt damit, dass der deutsche Kaiser Lothar 1134 den Grafen Albrecht „der Bär“ mit der Nordmark belehnte. Nachdem Albrecht der Bär das Gebiet erobert hatte, nannte er sich Markgraf von Brandenburg und vergab Land an seine Ritter, die er damit zu Kriegsdiensten zu Pferde verpflichtete. Sie sollten für die Kultivierung des Landes sorgen und gleichzeitig die Verbreitung des christlichen Glaubens unter den Wenden und Slawen unterstützen. Die Ritter behielten ein Teil des Lehens und vergaben den Rest an Bauern, die damit die Pflicht zu Abgaben und Dienstleistungen übernahmen, aber auch das Recht auf Arbeit und Unterhalt (Deputat) erhielten. Die Ritter von Ribbeck und späteren Gutsherren hatten damals im Dorf Ribbeck neben der Verwaltung auch die Polizeigewalt und die Gerichtsbarkeit inne. Erst die preußische Verfassung von 1850 machte dem ein Ende. Bis 1944/45 blieben die von Ribbecks auch die Patronatsherren der Kirche in Ribbeck. Sie hatten für die bauliche Erhaltung der Kirche und die Versorgung der Pfarrer zu sorgen. 1947 wurden die von Ribbecks von den Russen vertrieben; Mitte der 90er Jahre kehrten sie zurück. Der Anspruch auf Rückgabe ihres Eigentums endete mit einem Vergleich. Das Schloß Ribbeck gehört jetzt dem Landkreis Havelland. Friedrich Carl von Ribbeck wohnt nunmehr im alten Kutschpferdehaus. Auch die alte Schnapsbrennerei wurde wieder hergerichtet. Hier stellen die von Ribbecks verschiedene Sorten Birnen-Essig her, ebenso wie ihren Birnenbrand. Schloß Ribbeck beherbergt nach der Restaurierung ein kleines Museum, das der Geschichte des Schlosses und Theodor Fontane gewidmet ist. Es gibt ein Restaurant, einen Café-Garten und im ersten Obergeschoß einen Trausaal als Außenstelle des Standesamtes Nauen. Hier können Brautpaare standesamtlich heiraten. Bereits am Eröffnungstag hat sich ein Paar getraut.
Schloss Ribbeck
Theodor-Fontane-Strasse 10, D- 14641 Ribbeck
Tel.: 033237-85 448
ReiseTravel Redakteurin Edelgard Richter / Dela Press - Journalistin berichtet aktuell zum Thema: Berlin intern - eu@reisetravel.eu












