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Adipositas und Diabetes
Im Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin fand jetzt die gemeinsame Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) statt. Schwerpunktthema war, wie neuere Erkenntnisse aus der Forschung in Zukunft die Behandlung von Übergewicht und Erkrankungen von Diabetes Typ 2 verbessern können. In Vorträgen und Workshops wurde Ärzten, Wissenschaftlern, Diabetesberatern, Ernährungsberatern und allen weiteren auf den Gebieten Diabetes und Adipositas tätigen Berufsgruppen ein breites Themenspektrum von der experimentellen Forschung bis hin zur klinischen Praxis geboten. Hauptursache beider Erkrankungen ist eine genetische Veranlagung in Kombination mit Bewegungsmangel und falscher Ernährung. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Folge- und Begleiterkrankungen. Dazu gehören Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck oder Krebs. Auch die Lebensqualität wird vermindert. Aktuelle Studien zeigen, dass Menschen mit Diabetes und Depression früher sterben. Für depressive Diabetiker ist es schwierig, aktiv an einer erfolgreichen Diabetes-Therapie mitzuarbeiten. „Entscheidend für die Lebensqualität und die Prognose der Patienten ist das frühzeitige Erkennen einer Depressivität und die Einleitung einer adäquaten Behandlung“, betonte Privatdozent Dr. med. habil Rainer Lundershausen, Tagungspräsident der DGG-Herbsttagung. Häufig werden Depressionen in der Allgemeinbevölkerung und bei Diabetikern jedoch erst spät erkannt. Empfohlen wird daher ein jährliches Depressions-Screening für Diabetiker. Eine der häufigsten Komplikationen bei Diabetes mellitus ist die Unterzuckerung. Fehlender Zucker im Blut hat gravierende Auswirkungen. „Das Gehirn ist abhängig von Energie in Form von Glukose“, erläuterte Professor Dr. med. Monika Kellerer, Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin I, Marienhospital Stuttgart. Mit sinkendem Blutzuckerspiegel treten immer stärkere neurologische Störungen auf: Die Betroffenen sind nervös, zittern, haben Heißhunger und Schweißausbrüche. Wichtig ist es, die Symptome rechtzeitig zu erkennen und Zucker zu sich zu nehmen. Auslöser einer akuten Unterzuckerung können zu wenig Nahrung, Alkohol oder falsch eingeschätzte körperliche Aktivität sein. Langjähriger Diabetes, Alter und Nierenfunktionsstörungen erhöhen das Risiko. In den meisten Fällen ist jedoch eine Überdosierung von Diabetes-Medikamenten oder von Insulin die Ursache. „Damit die Diabetes-Behandlung in Deutschland bezahlbar bleibt, müssen wir uns verstärkt um Prävention kümmern“, erklärte Professor Dr. med. Thomas Danne, Präsident DDG, Chefarzt Kinderkrankenhaus auf der Bult Hannover. „Darum muss die Prävention im frühen Kindesalter einsetzen, wo die entscheidenden Prägungen für den Lebensstil stattfinden“, betonte er. Dabei sind ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung besonders wichtig. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bereits bei vierjährigen Kindern im Kindergartenalter einer Entwicklung von Übergewicht effektiver vorgebeugt werden kann, als bei fünfjährigen. Die Prävention sollte also bereits im frühen Kindesalter einsetzen, auch wenn sie erst viel später Früchte trägt.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: B & B intern
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