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Berlin

Anästhesisten sind für vieles zuständig

Der Hauptstadtkongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) beschäftigte sich unter anderem mit dem Thema „Operationen in hohem Alter“, zu dem Professor Dr. med. Gabriele Nöldge-Schomburg, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie Klinik des Universitätsklinikums Erlangen und Dekan der Medizinischen Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, berichtete, dass die Risiken, die ältere Menschen bei einer Operation haben, in den letzten Jahren stark minimiert werden konnten. Insbesondere die Zusatzerkrankungen der Hochbetagten, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzinfarkte, stellen ein Risiko dar. Fragte man vor 35 Jahren, ob ein Patient überhaupt narkosefähig wäre, stellt sich die Frage heutzutage nicht mehr. Allerdings müssen die Risiken bei Hochbetagten gegen einen robusten Nutzen abgewogen werden. Professor Dr. med. Bernd Landauer, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V. (BDA),  erklärte, dass nicht die Narkose selbst das Problem sei, sondern dass der Patient nach der Operation in sein normales Leben zurückfindet. Schließlich werden jährlich 80 Millionen Patienten operiert; davon erhalten 10 Millionen eine Narkose. Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hugo van Aken, Generalsekretär der DGAI, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster,  erläuterte,  dass die Patientensicherheit im Vordergrund steht. Inzwischen wurde die WHO-Checkliste von vielen Ländern übernommen, unter anderem auch von Indonesien, Australien und Neuseeland. Die kurze Checkliste hat die Komplikationsrate und Mortalität im Operationsraum bereits stark gesenkt. Zu Infektionen auf der Intensivstation nahm Professor Dr. med. h. c. Jürgen Schüttler, Kongress-Präsident des HAI 2011, Direktor der Anästhesiologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen und Dekan der Medizinischen Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Stellung. Danach treten jährlich etwa 600.000 Infektionen in Krankenhäusern auf, von denen rund 30 Prozent vermeidbar sind. Dabei handelt es sich oftmals um multiresistente Keime, weil Antibiotika-Therapien in der Vergangenheit sehr unkritisch verordnet wurden. Keime werden von den Patienten in die Krankenhäuser eingebracht und von Ärzten und Pflegepersonal weitergegeben. Deshalb sind strikte Hygienemaßnahmen im Krankenhaus unabdingbar.

Honorarärzte werden zumeist bei Narkosen und im Rettungswesen eingesetzt, um den Personalmangel bei Ärzten zu lindern. Sie stellen kein Risiko für Patienten dar, denn es sind in ihrem Fach gut ausgebildete Spezialisten. Ohne sie könnten viele medizinische Leistungen nicht mehr erbracht werden, sagte Professor Dr. Landauer. Dr. med. Steffen Weber-Carstens, Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, berichtete von ausgeprägter Muskelschwäche, die nach intensivmedizinischer Behandlung auftritt und vielfach erst nach Monaten oder auch Jahren erkannt wird. Derzeit wird eine Studie erarbeitet, um die Entstehung einer solchen Muskelschwäche zu verhindern. Physiotherapie, Elektrostimulation und Ganzkörpervibration werden recht früh angewandt, um die auf der Intensivstation erworbene Muskelschwäche zu verhindern. Es handelt sich dabei nicht um ein neuropathisches Problem; dieses würde erst nach zwei bis drei Wochen auftreten. Professor Dr. med. Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Köln, berichtete: Durch Unfälle im Straßenverkehr und Sportunfälle erleiden jährlich 40.000 Menschen schwerste Verletzungen; 100.000 erleiden einen plötzlichen Herzstillstand, davon überleben maximal 15.000 Menschen. Auch durch die Zunahme der Abenteuer-Sportarten kommt es zu lebensbedrohlichen Verletzungen. Für alle ist die Notfallmedizin zuständig. Ein gut ausgebildetes Team verbessert die Überlebenschancen des Patienten wesentlich. Die Schlüsselrolle hat dabei der Anästhesist, der nicht nur für die Narkose zuständig ist, sondern sich um die lebenswichtigen Funktionen eines Patienten kümmert. 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter Anästhesisten 

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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