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Arbeitsunfälle und medizinische Versorgung
Wie die forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) am 27. Okt. 2010 mitteilten, sind bis zu 76 Prozent der Schaden durch Arbeitsunfähigkeit aufgrund von chronischen Krankheiten vermeidbar. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Oberender & Partner in Kooperation mit der Universität Bayreuth, die im Auftrag des vfa durchgeführt und heute in Berlin vorgestellt wurde. Erstmalig wurde anhand der Daten von neun Millionen Krankenversicherten wissenschaftlich untersucht, wie sich chronische Krankheiten auf die volkswirtschaftliche Produktivität auswirken. Der demografische Wandel wird massive Veränderungen in der Arbeitswelt hervorrufen. Der wissenschaftliche Leiter der Studie, Professor Dr. Dr. h.c. Peter Oberender, erklärte dazu: „Vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels wird es schon in Kürze notwendig sein, ältere und chronisch kranke Menschen länger im Erwerbsleben zu halten“. Er appellierte an die Unternehmen, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen: „Betriebliche Prävention wird zukünftig eine deutlich größere Rolle spielen müssen. Auch Arbeitnehmer können durch Therapietreue und stärkere Eigenverantwortung einen Beitrag zur Vermeidung von Fehltagen leisten. Die Linderung jahrelanger chronischer Leiden und eine deutlich gesteigerte Lebensqualität tragen auch zu einer psychologischen Entlastung der Patienten bei“. Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, erklärte dazu: „Moderne Medikamente können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, chronisch kranken Menschen trotzdem ein weitgehend normales Leben mit einer erfüllten Erwerbstätigkeit zu ermöglichen – mit allem, was das für das Selbstwertgefühl, für die Rolle in der Familie und m weiteren sozialen Netz bedeutet. Gesamtgesellschaftlich gesehen leisen sie aber auch einen Beitrag dazu, dass bei Chronikern krankheitsbedingte Fehltage gesenkt und Erwerbsunfähigkeit abgewendet wird, was sich letztlich auf die Produktivität in Deutschland auswirkt. In Zukunft sollte nicht nur das Individualschicksal betrachtet werden, sondern es müssen auch die Krankheitsbilder mit ihren gesellschaftlichen Konsequenzen gesehen werden. Eine wesentliche Weichenstellung für unser Gesundheitssystem wird dabei künftig von der Nutzenbewertung von Arzneimitteln ausgehen. Wir brauchen einen umfassenden Nutzenbegriff, der alles einschließt, was dem Patienten zugute kommt, so dass es möglich ist, zu Entscheidungen zu kommen, ob eine Kostenerstattung durch die Krankenkasse erfolgen sollte“. Wie die Studie „Chroniker in der Arbeitswelt“ ergeben hat, wird ein größerer Anteil chronisch kranker Menschen in Deutschland immer noch nicht leitliniengerecht versorgt. Bei einer optimalen Versorgung könnten erhebliche volkswirtschaftliche Verluste vermieden werden. Allein bei den vier untersuchten Krankheiten Asthma, Rheuma, Herzinsuffizienz und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) sind dies bis zu 360 Millionen Euro. Medizinische Innovationen tragen durchaus dazu bei, Produktivitätsverluste zu verringern. So konnten die Fehltage bei der Herzinsuffizienz seit 2002 um 34 Prozent gesenkt werden. Damit wird die Bedeutung der Pharma- und Gesundheitsindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland in doppelter Hinsicht deutlich.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: B & B intern
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