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Gefälschte Arzneimittel
Der Trend zum Arzneimittelkauf im Internet hält an. Seriöse Anbieter verzeichneten einen Umsatzanstieg, insbesondere bei OTC-Produkten (Over The Counter – über die Ladentheke verkauft), die privat gekauft werden. Den größten Anteil daran haben die apothekenpflichtigen Arzneimittel. In den zwölf Monaten von Juli 2010 bis Juni 2011 erzielten die Versandapotheken damit einen Umsatz von 450 Millionen Euro, eine Steigerung von 5,4 Prozent. Der Umsatz von Nichtarzneimitteln stieg im gleichen Zeitraum sogar um 9,9 Prozent auf 226 Millionen Euro. Diese Zahlen lassen ahnen, wie interessant der Markt mit nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist. Das lockt natürlich kriminelle Elemente, die das schnelle Geld machen wollen. Deshalb sind gefälschte Arzneimittel weltweit ein wachsendes Problem. Um Fälschungen dieser Art auch weiterhin aus dem legalen Vertrieb in Deutschland herauszuhalten, engagieren sich nun die Arzneimittelhersteller, die Pharmagroßhändler und die Apotheker gemeinsam für eine bessere Fälschungsabwehr. Dafür entwickeln sie ein Sicherheitssystem, mit dem sich künftig die Echtheit von Arzneimitteln in der Apotheke prüfen lässt. Von den Verbänden wurde die Initiative „securPharm“ gegründet, die dieses System erarbeiten soll und 2013 in einem Pilotversuch testen. Dazu erklärte Dr. Reinhard Hoferichter, designierter Geschäftsführer von securPharm, für die an der Entwicklung des Sicherheitssystems beteiligten Verbände. Das System soll den neuen Vorgaben der EU für die Fälschungsabwehr entsprechen und sicherstellen, dass Patienten dauerhaft eine sichere Quelle für Medikamente behalten. Hoferichter informierte, dass bei dem geplanten Pilotversuch mehrere Hersteller die Packungen einiger ausgewählter rezeptpflichtiger Medikamente mit einem DataMatrix-Code ausstatten, wie sie beispielsweise bei Bahntickets gängige Praxis sind. Der Code wird unter anderem eine Packungs-individuelle Seriennummer enthalten, die auch in einer Datenbank gespeichert wird. Damit wird jede Packung zu einem Unikat. Die am Pilotprojekt teilnehmenden Apotheken werden mit Data-Matrix-Scannern ausgestattet, mit denen der Code gelesen werden kann. Eine unbekannte oder eine bereits zuvor von einer Apotheke abgegebene Packungsnummer löst einen Alarm aus: Der Patient erhält dann eine andere, korrekte Packung und dem Fälschungsverdacht wird nachgegangen. Die EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen wurde im Juli 2011 veröffentlicht. Europaweit sollen Arzneimittel mit Sicherheitsmerkmalen versehen werden. Welche Arzneimittel darunter fallen, wird die EU-Kommission noch bestimmen. An dem Pilotprojekt sind beteiligt: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände; Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH); Bundesverband der pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI); PHAGRO – Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels e.V.; Pro Generika e.V.; Verband forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa).
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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