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Gesundheitsreform und kein Ende
Nach der Reform ist vor der Reform, wie das eben so ist: Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mahnt dringenden Handlungsbedarf in bestimmten Bereichen der Arzneimittelversorgung an. Wenn von medizinischer Versorgung die Rede ist, wird darüber debattiert, ob die Wartezeiten auf einen Arzttermin zu lange sind oder wie die ärztliche Versorgung in den ländlichen Gebieten unter dem Gesichtspunkt des Ärztemangels gestaltet werden könnte. Im vergangenen Jahr war Kostendämpfung das Thema. Dabei wurde außer Acht gelassen, dass es tatsächlich Fälle von Fehl- und Unterversorgung im Arzneimittelbereich gibt, insbesondere bei seltenen Erkrankungen. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzt (AMNOG) hat sich lediglich mit Erstattungsfragen beschäftigt; es bestehen jedoch weiterhin eklatante Versorgungsdefizite. Dazu erklärte Dr. Bernd Wegener, Vorstandsvorsitzender des BPI: „Wir haben beispielsweise bei Schmerztherapie, bei Krankheiten wie Neurodermitis oder Epilepsie gravierende Probleme und die ausreichende und notwendige Versorgung ist nicht gesichert Zudem ist es dringend erforderlich, dass Grundsatzfragen, wie die Legitimation des Gemeinsamen Bundesausschusses, der Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) definiert, gestellt werden. Wir brauchen hier auch die Einbindung der unabhängigen Wissenschaft durch eine wissenschaftliche Schiedskommission, die auch bei Streitfragen angerufen werden kann“. Der BPI fordert im einzelnen nachstehend aufgeführte Veränderungen in der Arzneimittelversorgung, so unter anderem eine Liste von Indikationen und Wirkstoffen, bei denen der Austausch in der Apotheke verboten ist und die Verordnung nicht auf „Wirtschaftlichkeit“ geprüft wird; schwere Fälle von Neurodermitis sind in die OTC-Erstattungsliste (OTC = over the counter) aufzunehmen; die Schmerztherapie ist von der Wirtschaftlichkeitsprüfung auszunehmen; bei erheblichen Rohstoffpreissteigerungen sind Preiserhöhungen zuzulassen; eine Wirtschaftlichkeitsprüfung entfällt grundsätzlich für Arzneimittel, wenn eine Vereinbarung mit den Kassen besteht und bei Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen. Außerdem wird eine Reform der Zuzahlungsregelungen vorgeschlagen.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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