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Homöopathie
Anlässlich des „Tages der Homöopathie“ hatten die Hufelandgesellschaft e.V., der Dachverband der naturheilkundlich und komplementärmedizinisch arbeitenden Ärzte, gemeinsam mit dem Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e. v. (B.A.H.) zu einer Pressekonferenz eingeladen. Vier niedergelassene Ärzte zeigten an Beispielen aus ihrer täglichen Praxis, welches breite Spektrum an Indikationen mit homöopathischen Arzneimitteln, sowohl mit Einzelmitteln in Hochpotenzen als auch mit niedriger dosierten Komplexmitteln, behandelt werden kann. Sowohl die Behandlung akuter Beschwerden als auch chronischer Erkrankungen ist mit homöopathischen Arzneimitteln sehr gut möglich. Bei den chronischen Leiden haben diese Arzneimittel den großen Vorteil, dass sie auch über längere Zeiträume gegeben werden können, ohne dass eine Gewöhnung oder zu hohe Nebenwirkungen auftreten. Dr. med. Ulrike Klein, Internistin in Bonn, erklärte: „Zu mir kommen viele Patienten, die nicht noch ein weiteres Migränemittel, noch mehr Schmerztabletten oder schon wieder ein Antibiotikum nehmen möchten. Wenn ich das richtige Einzelmittel finde, kann ich die Beschwerden kurieren der zumindest die Dosis anderer Arzneimittel deutlich senken“. Eine gründliche Anamnese kann sogar ein Mittel gegen schwere chronische Leiden wie Bluthochdruck oder Rheuma aufzeigen, berichtete Dr. med. Irmgard Schnittert, Allgemeinmedizinerin in Berlin. Sie arbeitet integrativ und verbindet diagnostische Methoden der Schulmedizin mit der ganzheitlichen Sicht der Homöopathie. Immer mehr Krankenkassen schließen Verträge zur „Integrierten Versorgung“ ab, welche die Vergütung dieser aufwendigen Anamnese übernehmen. Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden zeigt, dass homöopathisch behandelte Patienten jährlich 15 Prozent weniger Kosten verursachen als der Durchschnitt. In der Schweiz konnten die Kosten sogar um 29 Prozent gesenkt werden. Dr. med. Rainer Matejka, Allgemeinmediziner in Kassel, betonte, dass homöopathische Komplexmittel in der Naturheilkunde unerlässlich sind. „Viele Patienten haben Beschwerden, die sich noch nicht im Blutbild oder Ultraschall abbilden, aber dennoch Beschwerden und Unwohlsein auslösen“. Homöopathische Arzneimittel eigneten sich besonders, solche Störungen in Selbstregulation zu beheben. Dr. med. Markus Pfisterer, Allgemeinmediziner in Heilbronn, ergänzte, dass in Kombination mit biochemischen Analysen, wie Enzymen oder Immunmarkern, homöopathische Arzneien zu einer grundlegenden Umstimmung im Körper führen können. Dr. Barbara Steinhoff, Leiterin der Abteilung Pflanzliche Arzneimittel/Homöopathie im B.A.H., informierte, dass 2010 der Umsatz an nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln in Deutschland 400 Millionen Euro betrug. Davon entfielen 8 Prozent auf homöopathische Medikamente. Zwei Prozent davon wurden ärztlich verordnet, sechs Prozent selbst gekauft. „Das Anliegen der Hufelandgesellschaft als Mitveranstalterin ist es“, erklärte deren Geschäftsführerin Sigrid Heinze, „das große Bedürfnis der Bevölkerung nach homöopathischer Behandlung und Information aufzugreifen. Homöopathische Ärzte sind besonders qualifizierte Mediziner, die sich für ihre Patienten viel Zeit nehmen. Als Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde und Komplementärmedizin ist es unser Ziel, den Tag der Homöopathie in Zukunft mit weiteren Akteuren zu beleben, zu ergänzen und kontinuierlich auszubauen“. Die Bezeichnung „Arzt mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie“ ist geschützt und kann nur durch eine entsprechende Ausbildung erworben werden. Die Homöopathie ist eine systematische und auf Erfahrungswissenschaft basierende Therapie, die von dem Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) „erfunden“ wurde. Sein Grundsatz: „Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt“ gilt auch heute noch.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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