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Berlin

Immunforschung im Fokus

In Berlin fand das 3. Nationale Innovationsforum Medizin statt: Führende Mediziner, Wissenschaftler und Entscheider aus der Gesundheitspolitik und den Krankenkassen erörterten die Herausforderungen und Chancen der Immunologie in der Therapie, der Forschung und den gesundheitsökonomischen Zusammenhängen. Das Immunsystem des Menschen ist sehr komplex und daher sind die genauen Zusammenhänge noch immer nicht hinreichend erforscht. Insbesondere bei Rheuma und Diabetes, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bei allergischen Erkrankungen sowie bei Organtransplantationen ist das Immunsystem im Spiel. Ulf Fink (Senator a. D.) begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung und wünschte einen guten Verlauf sowie angeregte Diskussionen. Professor Dr. Andreas Radbruch (Direktor, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin) widmete sich dem Thema „Was haben Morbus Crohn, Rheuma, Allergie und Transplantation gemeinsam?“

Wie Dr. Susanne Behrens-Kneip (Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina –Nationale Akademie der Wissenschaften, Halle / Saale) ausführte, spielen bei rheumatischen Erkrankungen, bei Asthma und verschiedenen Formen des Diabetes die Umwelt sowie genetische Faktoren eine Rolle, die noch besser erforscht werden müssen. Ein Aspekt der Immunforschung bezieht sich auch auf Krebserkrankungen, wobei das angeborene Immunsystem damit in Zusammenhang steht. Auch die Entstehung von Autoimmun-Krankheiten und wie man sie behandelt, ist noch nicht geklärt. Professor Dr. Arnd Hoeveler (Europäische Kommission Brüssel) berichtete, für welche Projekte die EU Mittel in Millionenhöhe zur Verfügung stellt. So sollen für de Immunforschung in den nächsten fünf Jahren 40 Mio. Euro ausgegeben werden; für das Projekt „Regenerative Medizin“ stellt die EU 91 Mio. Euro bereit. Eine neue Therapie zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis soll entwickelt werden. Dafür stehen 5,9 Mio. Euro bereit. Professor Hoeveler stellte in Aussicht, dass demnächst für das Projekt „Transplantation“ Mittel bereitgestellt würden. Professor Dr. Wolfram Sterry (Direktor, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Berlin) erläuterte bezüglich chronisch-entzündlicher Erkrankungen, dass 25 Prozent der Schuppenflechte (Psoriasis) in den ersten zwei Lebensjahren entwickelt werden. Die Krankheit begleitet die Patienten ein Leben lang. Wer an schwerer Schuppenflechte erkrankt ist, bekommt doppelt so häufig als die übrige Bevölkerung einen Diabetes, Übergewicht und hat erhöhte Blutfettwerte. Diese Folgeerscheinungen führen zu weiteren Problemen, die sonst kaum wahrgenommen werden: So besteht eine Neigung zu Schlaganfall und die Patienten versterben drei bis fünf Jahre früher als der Durchschnitt. Er stellt fest, dass sich die Versorgung mit Biologica in Deutschland nur sehr langsam durchgesetzt hat (nach sechs Jahren), in Großbritannien und Schweden waren jedoch 20 Prozent der Patienten nach einem Jahr damit versorgt. Professor Dr. Erika Gromnica-Ihle (Präsidentin Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.) berichtete, dass die Deutsche Rheuma-Liga inzwischen 260.000 Mitglieder hat, die im Wesentlichen ehrenamtlich tätig sind. Von Rheuma sind in Deutschland 20 Millionen Menschen betroffen, was oftmals zu einer vorzeitigen Berentung führt. Bedauerlicherweise kommen lediglich 20 Prozent der Patienten rechtzeitig zum Rheumatologen. Bei entsprechender Behandlung lässt sich die Krankheitsdauer durchaus reduzieren, wobei starke Schmerzen bei rheumatoiden Erkrankungen nach Anwendung innovativer Präparate nur noch bei 20 Prozent der Erkrankten auftreten. Der Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke, CDU/CSU-Fraktion, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, ist der Meinung, dass die Erstattung für innovative Medikamente durch die gesetzliche Krankenversicherung gesetzlich festgelegt werden sollte. Im Mittelpunkt stehe der Mensch und das sollte man akzeptieren. Erik Meinhardt (Direktor Market Access, MS D Sharp & Dohme GmbH, ein Unternehmen der MSD-Gruppe) führte aus, dass es viele Chancen gibt, um zu neuen und effektiven Lösungen zu kommen, die Nutzen für die Patienten bringen würden. Jedoch ist es für die forschenden Unternehmen praktisch nicht machbar, randomisierte Studien durchzuführen, da durch die individualisierte Medizin es kaum möglich ist, größere Patientengruppen für Studien zu bekommen.

Es gibt als noch viel zu tun, um das Immunsystem des Menschen restlos zu erforschen, damit Bakterien und Viren keine Chance mehr haben.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

 

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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