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Krankheiten ungleich verteilt
Die Krankenkasse Barmer GEK stellte in ihrer Studie über Volkskrankheiten in Deutschland fest, dass die Menschen in Ostdeutschland häufiger und meist schwerer erkranken als in den westlichen Bundesländern. Die Auswertung der Untersuchung ist in dem aktuellen Barmer GEK Sammelband „Gesundheitswesen aktuell 2011“ veröffentlicht; Herausgeber ist Uwe Repschläger, Leiter für Unternehmensstrategie und Controlling bei der Barmer GEK. Besonders anfällig ist die Bevölkerung im Raum Halle, Schwerin und Leipzig, äußerst gesund ist sie dagegen in Stuttgart, Kempten und Ulm. In Sachsen sind erheblich mehr Menschen krank; am gesündesten sind sie in Baden-Württemberg. Die Ursache liegt in den Altersstrukturen in den verschiedenen Regionen. Aus den vorliegenden Zahlen zog Uwe Repschläger die Schlussfolgerung: „Dabei zeigt sich der wesentliche Einfluss von Bildung und Einkommen auf die Gesundheitschancen“. Er führt dies auch zurück auf die Abwanderung gut ausgebildeter und dadurch besser verdienender Bevölkerungsgruppen aus Ost- nach Westdeutschland. Repschläger erklärte weiter, dass 43 Prozent der Deutschen an rund 80 verschiedenen Krankheiten leiden. Speziell Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Lungenkrankheiten wurden mit der Studie untersucht, wobei die festgestellten Unterschiede bestehen bleiben. Nur depressive Erkrankungen sind in Westdeutschland stärker vertreten, insbesondere in Berlin und Bayern, was die Schlussfolgerung nahe legt, dass dort, wo mehr Psychotherapeuten praktizieren, auch mehr Depressionen diagnostiziert werden. Repschläger sprach von angebotsinduzierter Nachfrage. Der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK; Dr. Christoph Straub, erklärte: „Die regionale Perspektive ist hilfreich, um vor Ort Ressourcen abzustimmen und Mängelsituationen vorzubeugen, wie zum Beispiel bei der Nachbesetzung von Arztsitzen. Es darf nicht sein, dass der Wohnort die Versorgungsqualität bestimmt. Er ist der Meinung, dass sich das Ärzteangebot an den Krankheitslasten ausrichten müsse und nicht umgekehrt. Er stellte fest: „Es gibt eindeutig zu viele Ärzte am falschen Platz“. Dr. Ursula Marschall, Leiterin des Kompetenzzentrums Gesundheit der Barmer GEK, berichtete, dass Krankenhausinfektionen durch multiresistente Erreger (MRSA) in den letzten Jahren stark zugenommen haben. 400.000 bis 600.000 Betroffene erkranken daran jährlich; dabei treten 10.000 bis 15.000 Todesfälle auf. Zu der Studie wurden 200.000 Krankenhausfälle ausgewertet. Als Risiko gelten Erkrankungen an Diabetes, Arteriosklerose sowie Herzschwäche. Dr. Marschall: „Multiresistente Keime beschränken sich nicht allein auf Krankenhäuser. Wir müssen sektorübergreifend auf die Weiterbehandlung infizierter Patienten achten“. In den Fallpauschalen ist die Mehraufwendung für die Behandlung von MRSA-Fällen bereits enthalten, jedoch zahlen die Gesetzlichen Krankenkassen eine präventive Untersuchung nicht.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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