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Berlin

Künstlicher Gelenkersatz

Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie fand im Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin statt. Rund 12.000 Teilnehmer der Heil- und Pflegeberufe aus allen Teilen der Welt nahmen daran teil. Neben vielen anderen Themen befasste sich der Kongress mit der Endoprothetik. „Der künstliche Hüft- und Kniegelenkersatz gehört zu den am häufigsten durchgeführten operativen Eingriffen in Deutschland. Jährlich werden knapp 400.000 solcher Eingriffe durchgeführt und bei zunehmender Alterung der Bevölkerung ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen“, erklärte Professor Dr. med. Klaus Günther, Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik des Unfallklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Er führte weiter aus: „Insgesamt handelt es sich hierbei um ein äußerst erfolgreiches Verfahren, weil damit eine Vielzahl von Patienten schmerzfreie Mobilität und Lebensqualität wiedergewinnen. Wie bei jedem anderen operativen Eingriff auch gibt es jedoch Komplikationsmöglichkeiten, die durch geeignete Maßnahmen begrenzt werden sollten“. Eine besondere Gefahr bei einem Gelenkersatz sind MRSA-Infektionen. Dazu Professor Dr. med. Tim Pohlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): „Kommt es in Bindung mit einem Implantat oder eine Prothese zu einer Infektion mit diesen multiresistenten Bakterien, können äußerst schwer zu behandelnde Knochenentzündungen auftreten. Bei einer solchen Knochenentzündung muss das Implantat häufig wieder entnommen werden. Das führt zu großen Knochendefekten und es kommt zu einer dauerhaften körperlichen Behinderung“. „Daher gilt es, uns derzeit bekannte Methoden zur Reduktion der Infektionsrate weiter zu entwickeln und flächendeckend in Kliniken einzusetzen“, forderte Professor Dr. med. Dieter M. Kohn, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Professor Kohn berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Universitätsklinik Münster Patienten, die einen Gelenkersatz erhalten sollen, vor dem Eingriff auf gefährliche Erreger untersuchen und sie wenn irgend möglich noch vor der Operation entsprechend behandeln. Nur so lassen sich die Langlebigkeit der Implantate und damit der Behandlungserfolg garantieren. Um einer Knochenentzündung durch MRSA vorzubeugen, wenden die Experten außerdem eine kombinierte Therapie aus antibakteriellen Substanzen an. Ein weiteres wichtiges Thema war die medizinische Versorgung von Menschen, die durch einen Unfall, durch Massenpanik oder einen Terroranschlag verletzt worden sind. Auch große Naturereignisse wie Erdbeben Tsunami oder Flutkatastrophen stellen an Unfallchirurgen, Orthopäden und Rettungspersonal hohe Anforderungen. Wie die Katastrophenmedizin auf Großschadensereignisse vorbereitet ist, wurde von den Experten während des Kongresses ebenfalls diskutiert. Wie Professor Dr. med. Tim Pohlemann erklärte, werden in Deutschland jährlich etwa bis zu 35.000 Menschen bei Verkehrs-, Arbeits- oder Freizeitunfällen schwer verletzt. Bis zu zweimal im Jahr kommt es zu so genannten Großschadensereignissen, bei denen mindestens zehn bis zu 100 Tote zu beklagen sind und 50 bis 100 Verletzte rasch versorgt werden müssen. Ein solcher Massenanfall an Verletzten ist eine besondere Herausforderung für Unfallchirurgen, Katastrophenmediziner, Anästhesisten, Rettungsassistenten und Angehörige der Bundeswehr. „Auch auf größere Ereignisse mit 500 Verletzten sind wir gut vorbereitet. Dazu hat neben den hochtechnisierten Rettungssystemen die Schaffung der TraumaNetzwerke der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) beigetragen“, sagte Professor Pohlemann. „Die dadurch effizientere schnelle chirurgische Versorgung von leicht- bis schwerstverletzten Unfallopfern konnte in den letzten Jahren die Gesamtzahl der Todesfälle nach Unfällen senken“. In den Netzwerken sind Kliniken zusammengefasst, die über besondere Ausstattungsmerkmale verfügen. Dazu gehören ein Hubschrauberlandeplatz, ein eigener Schockraum und eine Blutbank. Darüber hinaus müssen sie sicherstellen, dass sie ihre hohen fachlichen Leistungen der chirurgischen Notfallbehandlung rund um die Uhr garantieren können. „Obwohl wir schon sehr erfolgreich sind, ist der weitere Ausbau der TraumaNetzwerke wichtig. Denn diese gewährleisten eine optimale chirurgische Notfallbehandlung, gerade wenn wir es mit vielen Verletzten zu tun haben“, betonte Professor Pohlemann.  

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter Gelenke  

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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