![]() | ![]() | ![]() | Berlin | Lebererkrankungen nehmen zu | ![]() |
Lebererkrankungen nehmen zu
Die Deutsche Leberstiftung und die European Association for the Study of the Liver (EASL) veranstalteten gemeinsam in Berlin den weltweit größten Kongress mit über 8.000 Teilnehmern. Tagungsort war das Internationale Congress Centrum (ICC) unter dem Funkturm. Wie Egbert Trowe, Vorstandsmitglied des Vereins Lebertransplantierte Deutschlands e.V. berichtete, begann der medizinische Informationsaustausch über Lebererkrankungen 1967 in Marburg mit rund 300 Teilnehmern. Er selbst erkrankte 1965 an Hepatitis B, was zu spät erkannt wurde. Ein Fortschreiten der Erkrankung konnte durch die Medikamente Interferon, Larmivudin und Adefovir nur verlangsamt, aber nicht verhindert werden. Er erhielt eine neue Leber. „Die Transplantation der Spenderleber hat für mich den Beginn eines neuen Lebens bedeutet“, sagte er. Seitdem verlaufe sein Leben wieder überwiegend normal.
Der Schwerpunkt des diesjährigen Kongresses lag auf den neuen Entwicklungen zu Hepatitis-C-Therapien, für die noch in diesem Jahr hocheffektive Medikamente mit einem neuen Wirkmechanismus zugelassen werden sollen. Die Ausheilungsraten für Patienten, die mit einem bestimmten Hepatitis C Genotyp infiziert sind, werden in Zukunft um etwa 30 Prozent höher sein. Damit kommen allerdings neue Probleme auf Ärzte und Patienten zu, wie Resistenzen, Nebenwirkungen und die notwendige regelmäßige Einnahme der Medikamente. Rund 25 Prozent der Erwachsenen in Deutschland und auch in anderen Ländern Europas haben erhöhte Leberwerte. Viele wissen nicht um ihre mögliche Erkrankung, weil die Leber nicht schmerzt. Falsche Ernährung, Übergewicht und die damit oft verbundene Fettleber gelten heutzutage als eine der Hauptursachen für eine Leberentzündung. Auch Alkoholmissbrauch oder eine Infektion mit Hepatitis–Viren ist für einen großen Teil der Erkrankungen verantwortlich. Insbesondere aus Südosteuropa, dem Balkan, Spanien, Süditalien, der Türkei und der ehemaligen Sowjetunion werden hohe Infektionszahlen von Hepatitis-Erkrankungen gemeldet. In ganz Europa sind rund vier Millionen Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Bei nicht rechtzeitiger Behandlung, kann daraus ein Leberzellkrebs entstehen. Er gehört zu den weltweit fünf häufigsten Karzinomen des Mannes. Die Todesfälle an dieser Erkrankung haben sich in Deutschland seit den 70er Jahren mehr als verdoppelt. Wie Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), berichtete, wird die Anzahl der mit Hepatitis B chronisch infizierten Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland auf etwa 50 bis 65 Prozent geschätzt. „Es ist deshalb besonders wichtig, dass die Aufklärungsarbeit und die Informationen über die Erkrankungen in der jeweiligen Landessprache geleistet wird“, erklärte er. Hohe Hepatitis-Raten gibt es in der Türkei, Italien, Asien und der ehemaligen Sowjetunion. Die World Health Organisation (WHO) hat bereits 1991 eine Empfehlung für eine generelle Impfung gegen Hepatitis B für Kinder und Jugendliche sowie eine freiwillige Impfung für Risikogruppen ausgesprochen. Seit 1995 gehört die Impfung zu den Standardimpfungen, welche die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts in Berlin für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt. „Wichtig ist eine bessere Früherkennung“, sagte Professor Manns. Die frühe Diagnose einer Lebererkrankung über zu hohe Leberwerte kann die steigende Zahl der Fälle von Leberzirrhose und Leberzellkrebs verhindern. „Wir hoffen vor allem auf Maßnahmen, die zur Früherkennung führen, dann können Therapien, wie zum Beispiel gegen Hepatitis B und Hepatitis C, effektiv eingesetzt werden“, erklärte Privatdozent Dr. Anton Gillessen von der Deutschen Leberhilfe e.V. und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Herz-Jesu-Krankenhaus Münster.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
B & B intern – Berlin & Brandenburg Die Hauptstadt-Region: Politik und Wirtschaft - Lifestyle und Business - Kultur und Kunst bestimmen das facettenreiche Geschehen in der Hauptstadt-Region: Berlin & Brandenburg - ständig in Bewegung!
Sehr geehrte ReiseTravel User,
bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank.
Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu












