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Psychischen Erkrankungen nehmen zu

Psychische Erkrankungen 

Die Krankenkasse Barmer GEK stellte ihren Report Krankenhaus 2011 vor: Danach kommen immer mehr Menschen mit psychischen Störungen ins Krankenhaus. In den letzten 20 Jahren, insbesondere jedoch seit 1999, haben die Behandlungszeiten von Herz-Kreislauferkrankungen in Krankenhäusern um 43 Prozent abgenommen, während die Verweilzeiten mit der Diagnose psychischer Störungen im Vergleich zu 1999 um

57 Prozent gestiegen sind. Waren 1990 noch rund 3,7 von tausend Versicherten erkrankt, wurden 2010 bereits 8,5 gezählt; ein Plus von rund 117 Prozent seit dem Jahr 2000. Der Anstieg der Behandlungstage wäre noch deutlicher ausgefallen, wenn nicht gleichzeitig die Verweildauer pro Fall merklich reduziert worden wäre: Von 45 Tagen auf 31 Tage. Behandlungen im Krankenhaus waren bei Depressionen und Schizophrenie erforderlich; auf sie entfielen 5,7 Prozent aller Krankenhausbehandlungstage. Am häufigsten wurden psychische Verhaltensstörungen durch Alkohol behandelt. Auf sie entfielen rund 17 Prozent aller Behandlungstage.

Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, Barmer GEK 

erklärte: „Es ist beachtlich, in welchem Umfang sich deutsche Krankenhäuser mittlerweile um die Versorgung psychisch kranker Menschen kümmern. Dennoch muss man fragen, ob jeder Fall ins Krankenhaus gehört“. Nicht immer ist eine vollstationäre Versorgung die beste Lösung. Dr. Schlenker plädiert für eine stärkere wohnortnahe Versorgung durch ein und dasselbe Behandlungsteam im ambulanten oder teilstationären Bereich. „Nirgendwo sonst sind individuelle Behandlungskonzepte und sektorenübergreifende Ansätze dringlicher als im Bereich der psychischen Erkrankungen“, sagte er.

Für eine Verbesserung der Versorgungsstrukturen spricht, dass 30 Prozent der Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre mit derselben psychischen Diagnose in ein Krankenhaus eingewiesen werden, 39 Prozent wegen einer anderweitigen psychischen Störung. Ein Drittel dieser Patienten wird jedoch bereits in den ersten 30 Tagen wieder aufgenommen, knapp die Hälfte in den ersten drei Monaten. Diese hohe Widereinweisungsrate sei jedoch nicht auf  die verkürzten Verweilzeiten zurückzuführen. Die Autorin des Reports, Professorin Eva-Maria Bitzer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung Hannover, stellte kritisch fest: „Die hohe Wiederaufnahmequote zeigt auch, dass bei den Depressionen die zentralen Behandlungsziele wie das Nachlassen der Symptome und die Vorbeugung von Rückfällen vielfach nicht erreicht werden“. Dr. Schlenker ist der Meinung, dass „ein besserer Auslastungsgrad der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung erforderlich wäre“, denn noch immer stellt die Bedarfsplanung auf Vollzeitstellen ab. Psychotherapeuten arbeiteten aber oft in Teilzeit. Der starke Anstieg der Zahl  psychisch kranker Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden, aber auch die hohe Widereinweisungsrate zeigten deutliche Versorgungslücken zwischen dem stationären und ambulanten Bereich, so das Fazit der Barmer GEK. www.barmer-gek.de 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

Edelgard Richter Erkrankungen  

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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