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Berlin

Erfahrungen bei der energetischen Sanierung

Die Akademie der Immobilienwirtschaft e.V. (BBA) hatte zu ihrer 14. Jahrestagung nach Berlin eingeladen, um Erfahrungen in der „Energieeffizienz in der Wohnungswirtschaft“ auszutauschen. Experten von Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, Versicherungen, Beratungsgesellschaften und der Energiewirtschaft waren anwesend. In eindrucksvollen Referaten wurden unterschiedliche Konzepte unter dem Aspekt der weiteren Entwicklung der Energieeinsparverordnung und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz erläutert.

Siegfried Rehberg, Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) und GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., führte aus, dass Mehrfamilienhäuser wesentlich klimafreundlicher heizen als Einfamilienhäuser. Weit mehr als die Hälfte der BBU-Wohnungen ist bereits umfassend modernisiert. Nach wie vor bleibt die Energiewende die Grundlage des Energiekonzepts der Bundesregierung. Die Sanierungsrate soll auf 2 Prozent (bisher ein Prozent) unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit verdoppelt werden. Dafür will die Bundesregierung das CO2-Sanierungsprogramm „im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten besser ausstatten“. Im Rahmen des EEWärmeG besteht seit dem 1. Januar 2009 beim Neubau die Pflicht zum Einsatz von erneuerbaren Energien. Das Energieeinsparungsgesetz EnEG sieht allerdings vor, dass die Maßnahmen zum Klimaschutz im Wohnungsbestand nach dem Stand der Technik erfüllbar und wirtschaftlich vertretbar sein sollen. Dabei stellt sich die Frage, ob die Kosten der energetischen Sanierung durch die Einsparung von Heizkosten für den Mieter kompensiert werden. Dieser Frage ging auch Gernot Jacobi, Vorstandsvorsitzender Wohnbau Bergstrasse EG Bensheim, nach und stellte das energetische Konzept der Wohnbau Bergstraße eG vor. Unter dem Aspekt, dass der Aufwand für energetische Sanierungen in keinem Verhältnis zu den Einsparungen steht, Mieterhöhungen nicht immer in der notwendigen Höhe umsetzbar sind und es keinerlei Sicherheit gegen zukünftige Preissteigerungen auf dem Energiemarkt gibt, hat die Genossenschaft auf Biogasnutzung umgestellt und ist damit unabhängig vom Erdöl- und Erdgasmarkt. Beim Nahwärme-Konzept werden mehrere Mehrfamilienhäuser für die Versorgung mit Wärme und Strom zusammengefasst und durch ein Blockheizkraftwerk versorgt. Des Weiteren ist die elektronische Verbrauchskosten-Abrechnung (Smart Metering) geplant, bei der die Verbrauchsdaten für Strom, Heizung und Wasser ständig eingelesen werden und damit das persönliche Verbrauchsverhalten für den Mieter jederzeit erkennbar ist. Karl Meyer, Prokurist BTB Blockheizkraftwerks-, Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin, referierte ebenfalls über das Modell „Genossenschaftsstrom“ am Beispiel der Siedlung Marienhöhe in Berlin. Er erklärte, dass die Mieter durchaus ein Interesse haben, sich finanziell an einem Blockheizkraftwerk zu beteiligen, um die Kosten für Strom und Heizung zu reduzieren, zumal bei einer Eigenversorgung auf Kapitalbasis die EEG-Abgabe entfällt. Über Finanzierungshilfen bei der energetischen Sanierung von Gebäuden referierte Stephan Gärtner von der KfW-Bankengruppe Berlin. Stand 2010 noch ein Fördervolumen in Höhe von 81,4 Mrd. Euro zur Verfügung, werden es bis 2014 mit 1,5 Mrd. Euro deutlich mehr Mittel sein. Ziel der Energieeinspar-Verordnung ist es, den CO2-Ausstoß und die Energiekosten zu reduzieren. So sind bei der Dämmung der Gebäudehülle Energieeinsparkosten von zirka 45 Prozent zu erreichen. Der Einbau von Wärmeschutzfenstern erbringt eine Einsparung von zirka 10 Prozent und eine moderne Heizung eine von zirka 15 Prozent. Das lässt sich die Bundesregierung etwas kosten, um das Einsparziel an CO2 um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Für Gebäude, die vor dem 1.1.1995 erbaut wurden, besteht die Wahlmöglichkeit zwischen der Aufnahme eines Kredits bei der KfW oder der Beantragung eines Investitionszuschusses. Um ein Haus energieeffizient zu sanieren, gibt es verschiedene Förderstufen, die von dem Referenten näher erläutert wurden. Dabei kommt es darauf an, ob eine Außenwand- und/oder Dachdämmung, Wärmeschutzfenster und die Erneuerung der Anlagentechnik, wie beispielsweise eine Gas-Brennwertheizung mit Solaranlage für die Trinkwassererwärmung, vorgenommen werden sollen. Bei Einfamilienhäusern gibt es nach erfolgter Fertigstellung noch einen Tilgungszuschuss von der KfW. Auch 50 Prozent der Baubegleitkosten können ab 1. Januar 2012 bis maximal 4.000 Euro gefördert werden (www.kfw.de ). Über Praxiserfahrungen bei der Einhaltung energetischer Standards im Rahmen der KfW-Förderung berichtete Rainer Feldmann, Mitinhaber Ingenieurbüro Energie & Haus Darmstadt.  Das Thema „Welche Entscheidungen treffe ich bei Bau- oder Sanierungsvorhaben?“ war Bestandteil der Ausführungen von Christian Stolte, Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Berlin. Aktuell besteht ein erhebliches Potenzial im Gebäudebestand zur Steigerung der Energieeffizienz: Nur 12 Prozent der bestehenden Heizungsanlagen sind auf dem aktuellen Stand der Technik; viele sind älter als 20 Jahre. Gebäudehüllen sind bei zirka 80 Prozent des Bestands ungedämmt und viele Fenster sind erneuerungsbedürftig. Vor der Sanierung eines Gebäudes sollte eine Analyse über Zustand und Energieverbrauch durchgeführt und anschließend die Prioritäten der Maßnahmen festgelegt werden. Die Energiesparprojekte für Mieter erläuterte Achim Neuhäuser von InformE der Berliner Energieagentur GmbH. Bei 2.600 bis zum 15. Oktober 2011 beratene Haushalte konnten Einsparungen bei Strom, Wasser und Heizung von jährlich 180 Euro pro Haushalt  erzielt werden. So gibt es vielfältige Möglichkeiten durch kleine Maßnahmen große Wirkungen zu erzielen, die nicht einmal Kosten verursachen. Die Energieberatung hilft jedoch nicht nur einkommensschwachen Haushalten, sondern auch Besitzern von Ein- und Zweifamilienhäusern. 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter Erfahrungen  

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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