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Berlin

Eröffnung der Humboldt-Box

Die temporäre Humboldt-Box am Schlossplatz von Berlin wurde offiziell in Anwesenheit von Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft eröffnet: Das Informationszentrum soll die Öffentlichkeit anschaulich über das Projekt der Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Humboldt-Forum - informieren und das Baugeschehen erlebbar machen. Auf dem vom Land Berlin zur Verfügung gestellten 600 qm großen Grundstück ist die Humboldt-Box mit einer Höhe von 60 m, davon 30 m Gründungspfähle und einer Geschossfläche von 3.000 qm sowie 350 qm Terrassenfläche entstanden. Bauherr ist die Firma Megaposter GmbH aus Neuss, die in privater Trägerschaft 15 Mio. Euro investiert hat. Die Kosten für die Errichtung der Info-Box betragen für den Steuerzahler damit Null. Auch eine Bürgschaft der öffentlichen Hand für das Projekt ist nicht vorhanden, wie Gerd Henrich, Geschäftsführer der Megaposter GmbH, erklärte. Konzipiert ist die Humboldt-Box für eine Kapazität von 700 Personen, die die Ausstellungen im 2. und 3. Stockwerk besichtigen können. Hier laden die Humboldt-Universität zu Berlin, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin ein. Von dem Restaurant „Humboldt-Terrassen“ in der 5. Etage schweift der Blick über die historische Mitte von Berlin mit ihrem atemberaubenden Panorama. Insgesamt 30 Mitarbeiter sorgen täglich für das Wohl der Besucher. Der Eintrittspreis beträgt 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro; 7 Euro für ein Familienticket; Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Dann gibt es noch die personalisierte Humboldt-Box-Jahreskarte für 24 Euro, die täglich benutzt werden kann. Die erste Karte erhielt  Wilhelm von Boddien. Geschäftsführer des Vereins Wiederaufbau Berliner Schloss e.V.. André Schmitz, Staatssekretär für Kultur der Senatskanzlei, rühmte die Humboldt-Box als neue Errungenschaft der deutschen Baukultur. Mit ihr soll die Öffentlichkeit Anteil nehmen, was nach Baubeginn des Schlosses hier entstehen wird. „Die Humboldt-Box ist der ambitionierteste Kulturbau nach der Wiedervereinigung auf dem besten und teuersten Bauplatz von Berlin“, erklärte der Staatssekretär. Er forderte in einem leidenschaftlichen Appell, dass die vier Schlossportale und die Kuppel original rekonstruiert werden sollten. Schließlich sei hier der wunderbarste Bauplatz, den Deutschland zu bieten hat. Rainer Bomba, Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung,  sagte, dass man dem Ziel, Berlin seine alte Mitte wieder zu geben, ein Stück näher gekommen sei. „Wir bauen Straßen und Brücken, aber wer baut heutzutage noch ein Schloß?“ Das Berliner Schloß ist ein Teil der deutschen Geschichte, die nicht vergessen und vergraben werden sollte. Schließlich sei in jeder europäischen Metropole ein Schloß der zentrale Mittelpunkt. Die 2007 vom Deutschen Bundestag getroffene Entscheidung sei richtig. 2013 wird die Grundsteinlegung erfolgen und 2019 die Eröffnung. Vom Deutschen Bundestag würden 592 Mio. Euro für den Bau zur Verfügung gestellt. Damit wird ein neuer kultureller Höhepunkt in Berlin entstehen. Die heutige Eröffnung der Humboldt-Box ist nur ein Meilenstein, die als temporärer Bau durchaus provozieren soll. Professor Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sprach von dem gemeinsamen Auftritt der zukünftigen Partner, dem Ethnologischen Museum, dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen in Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, deren Konzepte für das Humboldt-Forum rund um den Globus führen. Beispielhaft  ist die Nulis-Maske, die heute noch bei Festen der Kwakiutl-Indianer  getragen wird. Sie symbolisiert die Großzügigkeit, mit der Geschenke an die Gäste verteilt werden. Mit ihr lädt die Humboldt-Box dazu ein, das Humboldt-Forum kennen zu lernen. In der Ausstellung ist auch der Königsthron aus Kamerun zu sehen, den Kaiser Wilhelm II. als Geschenk erhielt. Nach Fertigstellung des Schlosses wird er im Original gezeigt werden können und mit Blick auf die Erwerbsgeschichte kann die Kolonialzeit thematisiert werden. Die Humboldt-Universität stellt in der Ausstellung aktuelle Forschungsprojekte vor: Übersetzungen historischer medizinischer Texte aus China ; Forscher in Westafrika untersuchen, welche ökologischen Folgen es hat, wenn Frösche in zu großen Mengen verzehrt werden, und wie vom Aussterben bedrohte Sprachen gerettet werden, zeigt ein Projekt auf der Pazifikinsel Ambrym. In jährlichem Rhythmus sollen neue Themen vorgestellt werden, denn der Reichtum der Sammlungen in Berlin ist enorm. Die auf zweieinhalb Geschossen befindliche Ausstellung ist das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit aller Institutionen, deren Mitarbeitern Parzinger dafür ausdrücklich seinen Dank ausspricht. „Die Welt schaut auf Berlin. Die Welt schaut auf dieses Projekt!“ Umrahmt wurde die Veranstaltung vom RSBrass Blechbläserquintett & Schlagzeug, das aus   Musikern des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und Ernst Wilhelm Hilgers am Schlagzeug von der Staatskapelle Berlin, besteht.

www.humboldt-box.com

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

Eröffnung der Humboldt-Box 

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