![]() | ![]() | ![]() | Berlin | Gute Aussichten | ![]() |
Gute Aussichten
Professor Dr. Michael Hüther, Direktor Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft: „Die Verunsicherung von Investoren und Konsumenten hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung hat seit der Jahresmitte 2011 unverkennbar zugenommen. Eine hohe Unsicherheit prägt das Konjunkturbild; die Unsicherheit ist höher als gewöhnlich“.
Diese Verunsicherung, die auf das Wiederaufleben der Finanzmarktprobleme zurück zu führen ist, beeinflusst nicht nur den Export, sondern auch Investitionen und den Konsum. Professor Dr. Hüther erläuterte in diesem Zusammenhang, dass in Deutschland zwar eine Investitionspause zu beobachten sei, die aber nicht bedenklich ist. Aufgrund der sehr guten Entwicklung im ersten Halbjahr 2011 wird für das Gesamtjahr 2011 ein Zuwachs bei den realen Ausrüstungsinvestitionen gegenüber dem Vorjahr von 9 Prozent erwartet; im kommenden Jahr jedoch nur ein Plus von 3 Prozent. Sollten sich jedoch die Finanzmarktturbulenzen in nächster Zeit zuspitzen, ist eine Rezession in Deutschland im Jahr 2012 nicht gänzlich auszuschließen, jedoch wird mit einem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten nicht gerechnet. Das wird darauf zurückgeführt, dass sich die Rohstoffpreise nicht weiter erhöht haben und der Arbeitsmarkt sich für deutsche Verhältnisse in seiner sehr guten Lage befindet, da nach wie vor Arbeitsplätze entstehen. Zudem konnte sich Deutschland so schnell wie kaum ein anderes Land von der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 erholen, so dass sich die Inlandsnachfrage belebte. Eine Dynamik im Außenhandel geht weiterhin von den so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) aus. Deshalb rechnet das IW auch nicht mit einer globalen Rezession, da konjunkturelle Probleme in Europa und den USA von diesen ausgeglichen werden.
Im Inland wirkt die Bauwirtschaft als stabilisierendes Element der Konjunktur. Für 2011 wird ein Zuwachs an Bauinvestitionen von 5, 5 Prozent erwartet; im kommenden Jahr von 2 Prozent. Auch der Konsum wird eine wichtige Stütze sein, insbesondere auf dem privaten Sektor wird die Konjunktur durch die Zunahme von Beschäftigung und Arbeitseinkommen belebt werden. Allerdings wird die Verunsicherung durch die anhaltenden Probleme an den Finanzmärkten trotz niedriger Zinsen zu erhöhten Sparleistungen der Bevölkerung führen. Günstig für den öffentlichen Haushalt wirkt sich die spürbare Zunahme von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung aus. Dadurch steigen die Einnahmen aus Lohn- und Mehrwertsteuer sowie den Sozialversicherungsbeiträgen an. Bedauerlicherweise haben die Länder der Europäischen Union den Stabilitäts- und Wachstumspakt nicht ernst genommen, weshalb es bei keinem der Länder zu einem ausgeglichenen Haushalt gekommen ist. Danach darf das jährliche Haushaltsdefizit lediglich 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Auch Deutschland und Frankreich hielten sich nicht an die Regeln, so dass andere Länder ihrem schlechten Beispiel folgten. Professor Dr. Hüther betonte, dass Deutschland unbedingt einen glaubwürdigen Beitrag bei den Sparbemühungen leisten müsse, insbesondere Steuererhöhungen wären der falsche Ansatz. „Der Staat ist nicht unterfinanziert, sondern an vielen Stellen fehlfinanziert“.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
B & B intern – Berlin & Brandenburg Die Hauptstadt-Region: Politik und Wirtschaft - Lifestyle und Business - Kultur und Kunst bestimmen das facettenreiche Geschehen in der Hauptstadt-Region: Berlin & Brandenburg - ständig in Bewegung!
Sehr geehrte ReiseTravel User,
bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank.
Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu












