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Klimaschutz und Klimawandel
Klimaschutz und Klimawandel
In seiner jährlichen Pressekonferenz stellte der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Entwicklung für das erste Halbjahr 2011 vor.
Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes
„Das Jahr 2010 war kein gutes Jahr für den weltweiten Klimaschutz. Dies gilt auch für das erste Halbjahr 2011. Die Menschheit hat 2010 fast 31 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen – ein trauriger Rekord. Experten erwarten, dass es 2011 nochmals mehr wird. Die bestehenden Minderungszusagen und Maßnahmen reichen nicht aus, die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen“. Hinzu kommt, dass durch die verbesserte Luftqualität in diesem Jahrhundert mit einem zusätzlichen Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um ein Grad zu rechnen ist. Neben der Minderung der CO2-Emissionen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnt auch die Anpassung an die Klimaveränderungen an Bedeutung. Der Klimawandel wird voraussichtlich ab 2050 mehr Niederschläge im Winter und sehr trockene Sommer bringen. Damit wird es nach Meinung von Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD, nicht nur für die Bauwirtschaft Veränderungen geben müssen, da Gebäude nun einmal wechselnden Temperaturen, Regen, Sonne und Wind ausgesetzt sind. Starkregen erfordert eine bessere Abdichtung der Häuser. Dächer sowie Fassadenverkleidungen müssen Stürmen trotzen können. Hitze und Frost schränken zudem den Einsatz vieler Werkstoffe ein oder man kann sie gar nicht einsetzen, da sie bei bestimmten Temperaturen verarbeitet werden müssen. Schlechtwettertage mit niedrigen Temperaturen werden vermutlich bis 2050 um bis zu zehn Tagen pro Jahr zurückgehen, jedoch könnten extreme Hitzperioden im Sommer zu Arbeitsausfällen führen, da die gesundheitliche Belastung für die Bauarbeiter zu groß ist. Auch der Straßenbau wäre betroffen, der mehr Beton als Asphalt verarbeiten müsste. Durch die häufigeren und intensiven Hitzeperioden wären vor allem die Ballungsgebiete in den Städten durch Wärmestaus betroffen, weshalb die Stadtplaner Frischluftschneisen, mehr Grün- und Wasserflächen sowie aufgelockerte Bauweisen vorsehen müssten. Auch die Entsiegelung von Straßen und Plätzen kann zu einem verminderten Temperaturanstieg beitragen. In seiner Klimaanalyse erklärte Gerhard Müller-Westermeier, Leiter des Bereichs Klimaanalyse, dass der Winter im Dezember 2010 extrem kalt war. Damit war der Winter in Deutschland zum dritten Mal hintereinander kälter als im Vergleich zu der international festgelegten Bezugsperiode 1961 bis 1990. Eine solche Häufung zu kalter Winter gab es zuletzt in den Jahren 1985 bis 1987. Wenn es auch 2010 in Deutschland zu kalt war, so war es doch weltweit eines der drei wärmsten Jahre seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Damit ging die globale Klimaerwärmung auch 2010 weiter. Auch die Anzahl der Tage mit Starkregen lag in Deutschland deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Brandenburg und Sachsen waren davon besonders betroffen, was vielfach zu Hochwasser führte. Wenn es neben heißen auch kühlere Tage in Deutschland gab, so ist doch ein Trend absehbar: Es wird wärmer. www.dwd.de
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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