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Ministerpräsident Platzeck in Israel
Ministerpräsident Matthias Platzeck hat während seines Besuchs in Jerusalem für das friedliche Zusammenleben von Israelis und Palästinensern geworben: Es war die fünfte Nahost-Reise während seiner Amtszeit, bei der er von Kultur- und Wissenschaftsministerin Sabine Kunst begleitet wurde. Zeitgleich hatte sich neben einer Schülergruppe auch eine Unternehmerdelegation aus Potsdam in der Region aufgehalten. Auf der Generalversammlung der Jerusalem Foundation (JF) lobte Platzeck den Einsatz der Stiftung „für mehr Miteinander und Gemeinsamkeit der Menschen über alle religiösen, kulturellen und sozialen Grenzen hinweg“. Als zweiter Vorsitzender der deutschen Sektion der Stiftung übergab er eine Spende für die gemeinsame Feriengestaltung benachteiligter Kinder jüdischer und arabischer Herkunft an die Schulleiterin der Hattie-Friedland-Schule für gehörlose und schwerhörige Kinder. Teile des Geldes waren bei einem Benefizkonzert des israelischen Ankor-Chors im Dezember 2010 auf Initiative Brandenburger Unternehmer in Potsdam gesammelt worden. Bei dieser Gelegenheit km Platzeck mit der Schülergruppe der Potsdamer Voltaire-Gesamtschule und ihrer Gastgeber aus Herzliya zusammen. Die Reise der Schüler nach Israel hatte Platzeck mit Lottomitteln unterstützt. Im Mittelpunkt seines einstündigen Gesprächs mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Israels, Silvan Schalom, stand der Ausbau Erneuerbarer Energien im Mittelpunkt. Eine weitere Zusammenarbeit der Regierungen wurde vereinbart. Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Schlüssel für eine friedliche Perspektive in der Region ist. Platzeck nutzte das Gespräch, um seine Sorge über die zunehmende internationale Isolation Israels zum Ausdruck zu bringen. Er spüre in Deutschland, dass die israelische Siedlungspolitik und der Bau der Mauer, der sich völkerrechtswidrig nicht an der „Grünen Linie“ von 1967 orientiere, dazu beitrage, potenzielle Freunde Israels zu verunsichern. Der stockende Friedensprozess im Nahen Osten war auch Thema des Treffens mit dem arabischen Bischof für Jordanien und das Heilige Land, Monib Younan. Die Begegnung fand am Rande der erstmaligen Öffnung des Grundsteins der evangelischen Erlöserkirche in der Jerusalemer Altstadt statt. Das Land Brandenburg unterstützt finanziell und organisatorisch das Projekt der musealen und touristischen Erschließung der Altgrabung unter dem Gotteshaus. Während seiner Nahost-Reise war Platzeck in den palästinensischen Gebieten mit Innenminister Said Abu Ali, Tourismusministerin Koloud Daibes sowie Vertretern der Zivilgesellschaft zusammengekommen. In den Gesprächen warb er für die Verständigung der Menschen verschiedener Glaubensrichtungen in der Region und bat um weitere Geduld für den Friedensprozess. In Jericho hatte sich Platzeck in der Polizeiakademie Palästinas insbesondere über den Aufbau einer von Deutschland finanzierten Simulationswache informiert. In dem mehrstöckigen Gebäude sollen ab Herbst 2011 in Monatskursen die Polizeiteams für alle neuen Polizeidienststellen in Theorie und Praxis geschult werden. Das Konzept wurde von der brandenburgischen Polizei entwickelt; Experten aus der Mark sollen die Ausbildung kontrollieren. Palästinensische Polizeispezialisten werden zudem an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg ausgebildet. Platzeck betonte nach dem Besuch, dass die Festigung der palästinensischen Sicherheitsstrukturen ein wesentlicher Baustein für eine funktionierende Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten sei. Zufrieden zeigte sich auch Kultur- und Wissenschaftsministerin Sabine Kunst zum Abschluss ihrer Gespräche an der Hebrew University. Sie will die Kooperation brandenburgischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit der Jerusalemer Universität zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern, insbesondere auf dem Gebiet der Agrarwissenschaft fortsetzen und ausbauen. Schon jetzt forschen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts Golm gemeinsam mit Jerusalemer Kollegen an trockenheitsresistenten Getreidesorten. Auch das Potsdamer Geoforschungszentrum ist in wissenschaftliche Untersuchungen der Universität zur Erdbebenvorhersage am Toten Meer eingebunden. Am Vorabend der Abreise kam Platzeck mit Mitgliedern der brandenburgischen Unternehmerdelegation zusammen, die mit dem Erfolg ihres Besuchs in Israel sehr zufrieden waren.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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