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Berlin

Rohstoffe als Ressourcen

Die Deutschland-Redaktion des europapolitischen Portals EurActiv hatte im Rahmen der Veranstaltungsreihe Europäischer Industrie-Dialog Brüssel-Berlin zu dem Workshop mit dem Titel: „Der Faktor Rohstoffe im Spannungsfeld zwischen Industriepolitik und Ressourceneffizienz – eine offene Diskussion über Zielkonflikte“ eingeladen. Unterstützt wurde die Veranstaltung von „Metall pro Klima“, einer Initiative der NE-Metallindustrie und der WirtschaftsVereinigung Metall WVM. In Anwesenheit zahlreicher Vertreter von Unternehmen, Botschaften, Landesvertretungen, Bundesministerien, Think Tanks und Abgeordneten des Deutschen Bundestages, führte Paul Anciaux, Europäische Kommission, aus:

„Rohstoffe werden für die Herstellung neuer und umweltfreundlicher Produkte gebraucht. Dabei spielen Metalle ein wichtige Rolle. Eine stabile und verlässliche Rohstoffversorgung der Industrie ist erforderlich, die allerdings stark importabhängig ist“. Unter anderem werden Kupfer, Zink, Aluminium, Cadmium und seltene Erden benötigt. Durch das wirtschaftliche Wachstum aufstrebender Volkswirtschaften wie der BRIC-Staaten verteuern sich die Rohstoffe zusehends. Anciaux versicherte, dass die Versorgungssicherheit für die EU-Kommission an oberster Stelle steht. Dazu wurde die Einführung von Handelsregeln vorgeschlagen, da Rohstoffe meist aus Ländern außerhalb der EU kommen, wie beispielsweise aus Afrika. Eine Rohstoff-Initiative soll das Wissen um die eigenen Ressourcen verbessern. Dazu wird eine Zusammenarbeit der nationalen geologischen Institutionen vorgeschlagen. Die Abhängigkeit der EU soll durch die Gewinnung und Weiterverarbeitung von Sekundär-Rohstoffen minimiert und diese in den Wirtschaftskreislauf eingebracht werden. Wasser, Luft, Energie und Flächenverbrauch werden als Rohstoffe einbezogen. Dr. Thomas Gebhart, Mitglied des Bundestages, erklärte, dass die Ressourceneffizienz ein wichtiges Zukunftsthema ist. Schließlich ist Deutschland eine Industrienation und soll es auch bleiben. Da man von Importen abhängig ist, muss man der Rohstoffsicherheit besondere Aufmerksamkeit widmen, insbesondere da die weltweite Nutzung der Rohstoffe stark zugenommen hat und sie immer knapper werden. Damit ist Effizienz im Umgang mit Rohstoffen erforderlich; Effizienz-Technologie wird zu einer wachsenden Sparte werden. Oliver Bell, Executive Vice President Rolled Products, Hydro Aluminium Deutschland GmbH und Vorsitzender der Initiative Metalle pro Klima, berichtete über den Drang Chinas, sich Rohstoffe, insbesondere in Afrika, zu sichern. Die kürzlich abgeschlossene Rohstoff-Allianz mit der Mongolei ist ein erster Schritt für Rohstoffsicherheit in Deutschland. Ein entscheidender Faktor ist die Ressourcen-Schonung. Dabei ist die NE-Industrie ein Teil der Lösung. Es geht jedoch nicht ohne NE-Metalle. Für Elektroleitungen wird Kupfer benötigt; die Autoindustrie braucht Aluminium. Ein Mega-Thema ist die Ressourcen-Effizienz, die von der Politik mit Rahmenvorgaben, aber nicht mit Vorschriften unterstützt werden sollte. Dr. Michael Angrick, Umweltbundesamt, erklärte, dass sich bei den Klein- und Mittelbetrieben die Materialeinsparung noch nicht durchgesetzt hat. Global gesehen verbrauchen 18 Prozent der Weltbevölkerung 80 Prozent der Ressourcen. Demnächst soll vom Deutschen Bundestag ein nationales Effizienz-Programm verabschiedet werden. Klaus Dosch, Aachener Stiftung Kathy Beys, berichtete, dass man sich bereits seit mehr als zehn Jahren mit dem Ressourcenverbrauch beschäftigt. Mit einem deutlich reduzierten Verbrauch an Ressourcen muss der Wohlstand generiert werden, wobei er Verteilungskämpfe nicht ausschließt. Dosch ist der Meinung, dass EU-Kommission und Bundesregierung mit ihren Forderungen nach Rohstoff-Effizienz die Industrie überfordern. Dem widerspricht Dr. Angrick: „Die Industrie fordert vom Staat eine sichere Rohstoffversorgung. Im Gegenzug fordert der Staat von der Industrie aber eine intelligente Verwendung der Rohstoffe“. Dem Regierungshandeln liegt die Ansicht zugrunde, dass es zu keinem massiven Problem bei der Rohstoffversorgung kommen soll. 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter Rohstoffe 

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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