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Wiesbaden

Statistische Jubiläumsausgabe

Jährlich einmal gibt das Statistische Bundesamt Wiesbaden das „Statistische Jahrbuch“ heraus: Präsident Roderich Egeler stellte nun die 60. Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs „Leben in Deutschland – heute und vor 60 Jahren“ vor. Neben nationalen Statistiken sind dem Jahrbuch auch internationale Vergleichsdaten zu entnehmen. Seit im Jahre 1952 die ersten statistischen Daten zusammengetragen wurden, haben sich in der Bundesrepublik Deutschland viele Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. Derzeit leben rund 82 Millionen Menschen in Deutschland, davon hatten 2010 fast 16 Millionen einen Migrationshintergrund, das heißt, zumindest ein Elternteil war Ausländer. Die Zuwanderer kamen meist aus der Türkei, Polen oder der Russischen Föderation. Nach Japan hat Deutschland die älteste Bevölkerung der Welt. 17 Millionen Menschen sind über 65 Jahre alt, das sind 20 Prozent der Bevölkerung. 1950 waren es nur 7 Millionen. Laut Statistik nahm die Geburtenrate 2010 leicht zu: Es wurden 678.000  Kinder geboren; 2009 waren es 665.000. Gegenüber 1950 hat sich die Anzahl der Geburten nahezu halbiert. Die jetzt geborenen Kinder haben jedoch die Chance auf ein langes Leben. Jungen werden im Durchschnitt 77 Jahre alt; Mädchen 83 Jahre. Unehelich geboren wurden 33 Prozent aller Neugeborenen (1950 nur 10 Prozent).

Höher ist die Lebenserwartung allerdings in Frankreich, Schweden und Italien. Es wird aber angenommen, dass diese in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Die erste Ehe gehen Frauen im Alter von 30 Jahren ein; Männer sind dann bereits 33 Jahre alt. 1950 war die Braut durchschnittlich 25 Jahre alt, der Bräutigam 28 Jahre. Die Ausgaben für Wohnen, Energie und Instandhaltung der Wohnung sind im Vergleich zu früheren Jahren stark gestiegen. Gab ein durchschnittlicher Privathaushalt 1950 nur 14 Prozent seiner Konsumausgaben dafür aus, waren es 2009 schon 34 Prozent. 2010 waren rund 36 Millionen Arbeitnehmer in den unterschiedlichsten Berufen beschäftigt, davon waren rund 28 Millionen sozialversicherungspflichtig. Die schulische Ausbildung der Kinder hängt nach wie vor von den Eltern ab. 2010 hatten 60 Prozent der Kinder, die ein Gymnasium besuchten, Eltern mit Abitur. An den Hauptschulen waren es 14 Prozent aller Kinder deren Eltern das Abitur hatten, während die Hauptschule  zu 45 Prozent von Kindern besucht wurde deren Eltern einen Hauptschulabschluss hatten. Auch wenn 2009 über die Hälfte der Hochschulabsolventen Frauen waren,  Karriere machten die Männer. Das zeigte sich sehr deutlich im Hochschulbereich. Bei Promotionen lag der Frauenanteil 2009 bei 44 Prozent bei den Habilitationen bei 24 Prozent und lediglich 18 Prozent wurden hauptberuflich zu Professoren berufen. Bei den Ausbildungsberufen zeigte sich 2009 ebenso deutlich  der Unterschied: Platz eins nahm die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel ein, während die Männer sich am häufigsten zum Kfz-Mechatroniker ausbilden ließen.   

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter Statistik 

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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