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Verlage und Wachstum

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) stellte eine Studie zu Kooperationen der Verlage unter dem Titel „Zusammen mehr erreichen – Kooperationsstrategien im Verlagswesen“ vor, die von VDZ, KPMG und der Hochschule Fresenius erarbeitet wurde. Damit wurde erstmals die Bedeutung von Kooperationen als einem Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft der Zeitschriftenhäuser analysiert. Alexander von Reibnitz, Geschäftführer Anzeigen und digitale Medien im VDZ, erklärte: „Kooperationen ermöglichen die Erschließung neuer Geschäftfelder und sorgen für einen Wissens- und Kompetenzzuwachs im eigenen Unternehmen. All dies ist hilfreich, um den strukturellen Herausforderungen in der Verlags- und Medienwelt zu begegnen“.

Für die Zukunft der Verlage ist eine Markteinschätzung äußerst wichtig, wobei die vorliegende Studie wertvolle Hinweise geben kann. Kooperationen sind ein Zug der Zeit, die für die Verlage immer wichtiger werden, denn der Wettbewerbsdruck hat insgesamt stark zugenommen. An der Studie haben insgesamt 59 Verlage teilgenommen; große, mittlere und kleine Unternehmen. Danach rechnen die Publikumsverlage für 2012 mit einer weiteren Markterholung; allerdings wird in den Marktsegmenten Anzeigen und Vertrieb kein nennenswerter Zuwachs erwartet. Die Umsatzstruktur wird sich in Zukunft stark verändern. Online und Mobil werden zulegen, wobei letzteres auf niedrigem Niveau stehen bleiben wird. Erwartet wird eine Verschiebung zu Gunsten von IT, wobei Publikumsverlage im digitalen Bereich bereits teilweise gute Umsätze erreicht haben. Die Studie ergab, dass Großverlage ihre zukünftige Geschäftsentwicklung optimistischer einschätzen als kleine und mittlere Verlage.

Dr. Markus Kreher, Partner und Leiter Media bei KPMG, wies auf einen weiteren Aspekt hin: „Nicht nur zwischen Verlagen sind Kooperationen wichtig. Auch Informationsdienstleister, Werbeagenturen und Technologieunternehmen müssen in Zukunft stärker in das Geschäft mit einbezogen werden“. Große Verlage schätzen die Lage anders ein als kleinere. Allerdings ergab sich bei der Aufzählung von Risiken bei Kooperationen durchaus ein einheitliches Bild. Insbesondere Koordination und Organisation wurden bei Kooperationen als Belastung eingestuft, da oftmals Missverständnisse auftreten, wenn unterschiedliche Organisationen zusammenarbeiten, wobei der kaufmännische Bereich bei einer Kooperation von untergeordneter Bedeutung ist. Die geringsten Kooperationsrisiken sehen die Verlage in den Geschäftsbereichen Druck, Produktionsentwicklung, Marketing, Vertrieb, Zusatzgeschäfte und Marktforschung. Derzeit kooperieren die Verlage vornehmlich Printgeschäft. Für das nächste Jahr werden jedoch die Kooperationsaktivitäten im Digitalgeschäft intensiviert. Dabei sind auch branchenfremde Kooperationen das Mittel der Wahl; es können bestehende Strukturen benutzt werden.

Wichtige Kooperationspartner sind Informationsdienstleister, wie beispielsweise Nachrichtenagenturen, Marktforscher bzw. Werbeagenturen und andere Verlage im In- und Ausland. Außerhalb der Medien- und Technologiebranche wird bereits jetzt schon mit Online-Händlern sowie mit Reise- und Transportdienstleistern kooperiert. Schon 53 Prozent der Verlagshäuser kooperiert bei Publikumszeitschriften. Insbesondere im Vertriebsbereich gibt es immer wieder Überlegungen für eine Kooperation. Für die nächsten beiden Jahre rechnet die Verlagsbranche mit einer weiteren leichten Markterholung mit entsprechenden Umsatz- und Gewinnerwartungen. Insgesamt wird die Lage positiv beurteilt. Die Studie wird auf den Medientagen in München offiziell vorgestellt werden. www.vdz.de  

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter Verlage  

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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