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Weltwirtschaft in der Krise?
Investitionstätigkeit im Weltmarkt-Maßstab
In einer Pressekonferenz erläuterte Professor Dr. Michael Hüther, Direktor Institut der deutschen Wirtschaft Köln, die Verflechtungen der Weltwirtschaft im Hinblick auf die Staatsschuldenkrise einiger großer Volkswirtschaften. Nach der Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise in den letzten zwei Jahren besteht die Gefahr, dass es zu einer erneuten Weltwirtschaftskrise kommt, was allerdings entscheidend von der weiteren Entwicklung des Weltmarkts abhängt. Die so genannten BRIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und China, werden bereits 2015 eine mehr als doppelt so hohe Wirtschaftskraft haben wie die Eurostaaten. Der Konjunkturboom wird jedoch auch Auswirkungen auf andere Länder haben, denn die BRIC-Länder kurbeln mit ihren Importen den weltweiten Handel maßgeblich an. Davon können dann auch die deutschen Industrieunternehmen profitieren. Für die deutschen Unternehmen sind die BRIC-Länder immer wichtiger geworden. Sind die deutschen Warenexporte von 2005 bis 2010 nominal um 21 Prozent gewachsen, so beläuft sich der Zuwachs der deutschen Warenexporte in die BRIC-Länder im gleichen Zeitraum auf 107 Prozent. Die Wachstumsrate für China betrug sogar gut 150 Prozent. Damit erreichten die BRIC-Staaten einen Anteil an den deutschen Warenexporten von 10,5 Prozent. Rund die Hälfte davon ging in die Volksrepublik China. Rund 30 Prozent aller von den BRIC-Staaten aus Deutschland nachgefragten Waren entfallen auf den Maschinenbau, danach folgt der Fahrzeugbau mit 22 Prozent, die Waren der Elektroindustrie haben einen Anteil von 17 Prozent und die Erzeugnisse der chemischen Industrie von 16 Prozent. Das Institut der deutschen Wirtschaft ist der Meinung, dass der globale Investitionsboom weiterhin anhalten wird, denn im Gegensatz zu den Industrieländern hat die Investitionstätigkeit in den Schwellen- und Entwicklungsländern trotz der Krise im Jahr 2009 nicht nachgelassen. Es wird angenommen, dass im Jahr 2012 das Investitionsvolumen der Schwellen- und Entwicklungsländer nahezu auf dem Niveau der Industrieländer sein wird, wobei die vier BRIC-Länder das Investitionswachstum maßgeblich bestimmen werden. Die Analyse des Instituts zeigt, dass auf weltwirtschaftlicher Ebene bereits seit Jahren große Verschiebungen im Gange sind. Für die deutsche Wirtschaft insgesamt liegen vor allem in den BRIC-Staaten große Wachstumschancen. Darüber hinaus können jedoch auch deutsche Unternehmen von dem weltweit zu erwartenden Investitionsboom profitieren. Dafür ist ein investitionsfreundliches Umfeld in Deutschland erforderlich. Schließlich bietet der Standort Deutschland für unternehmerische Investitionen viele Vorteile: Rechtssicherheit, eine gute Infrastruktur und Zugang zur Technologie. Kritisch werden jedoch die Steuerbelastung, das ungünstige Produktionskostenverhältnis und vor allem die Bürokratie gesehen.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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