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Wie attraktiv ist Deutschland?
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young stellte ihre jährliche Studie „Standort Deutschland 2011“ – Ranking der attraktivsten Länder der Welt vor. Dazu wurden Manager von 812 internationalen Unternehmen befragt. Speziell zum Standort Deutschland gaben 202 ausländische Unternehmen Auskunft. „Deutschland hat sich nach der Wirtschaftskrise in beeindruckender Weise zurückgemeldet und ist heute eindeutig die dynamischste und wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft Europas“, stelle Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young, fest. Insgesamt verliert Westeuropa leicht an Attraktivität, ebenfalls Russland. Aus der Sicht internationaler Unternehmen sind heute China und Indien sowie Brasilien die attraktivsten Investitionsstandorte der Welt. Bemerkenswert sind Polen und Tschechien, die im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorjahresstudie ebenfalls an Attraktivität zugenommen haben. In der Gunst der Investoren stehen London und Paris an erster Stelle, gefolgt von Berlin auf Platz drei, während München Platz acht innehat. Kriterien für die Standortwahl sind das rechtliche und politische Umfeld sowie das soziale Klima. Auch die Infrastruktur ist ein wichtiges Entscheidungskriterium. In diesen Bereichen kann Deutschland ganz klar punkten. Auch die Lebensqualität spielt eine Rolle. Für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung sind auch grüne Technologie und erneuerbare Energie wichtige Entscheidungsgründe für eine Investition. 47 Prozent der Befragten erwarten, dass Deutschlands Attraktivität in den kommenden drei Jahren zunehmen wird. „Im Ausland reibt man sich die Augen angesichts des deutschen Jobwunders und des anhaltend hohen Wachstumstempos. Viele müssen derzeit ihr Deutschlandbild komplett revidieren“, erkläre Peter Englisch. Allerdings beklagten die ausländischen Investoren die hohen Arbeitskosten in Deutschland. Beim Standort-Wettbewerb sind China, die USA, Frankreich und Großbritannien die wichtigsten Länder. Deutschland konkurriert hier direkt mit China und den USA. Der Trend, in Deutschland zu investieren, wird zunehmen. Ihre Produktion aus Deutschland zu verlagern beabsichtigen sehr wenige Unternehmen. Die große Mehrheit der ausländischen Investoren (72 %) erwartet, dass der Wert des Euro in den nächsten zwei Jahren zumindest stabil bleibt, wenn nicht gar steigt. Beklagt wurde die fehlende steuerliche Förderung im Forschungs- und Entwicklungsbereich. Deutschland und die Europäische Union treiben hier einen sehr großen bürokratischen Aufwand. Als Vorbild wurde Großbritannien genannt, wo die Firmen bei einem Euro Investition zwei Euro von der Steuer absetzen können. Eine recht einfache Lösung für die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Damit kommt Deutschland als Land der Ideen unweigerlich ins Hintertreffen. „Innerhalb der EU ist ein echter Wettbewerb um die bestmögliche Förderung von Innovationen entbrannt“, berichtete Englisch. Als viel versprechendste Branchen in Deutschland bezeichneten ausländische Manager in erster Linie die Automobilindustrie, die Pharma- und Biotechnologiebranche sowie die IT-Branche. Relativ geringes Wachstum billigten sie hingegen dem Banken- und Immobiliensektor zu.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern
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