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Europa

Wir sind bedient

Es gibt Frauen in diesem Land, die unser Leben weit mehr und unmittelbarer beeinflussen, als wir ahnen. Weil sie unsere Eltern pflegen, unsere Kinder versorgen, sich unsere Nöte anhören, unsere Sonderwünsche erfüllen. Weil sie dafür sorgen, dass wir einen schönen Abend erleben, besser aussehen und der Kühlschrank immer voll ist. Sie verkaufen, beraten, umsorgen, hören zu. Sie lassen sich beschimpfen, ausbeuten, werden oft schlecht bezahlt. Und in den allermeis­ten Fällen lieben sie ihren Job.

Brigitte Buch 

Es ist eine Tatsache, dass Dienstleistung in Deutschland eine Frauendomäne ist. Wo der Mensch im Mittelpunkt steht, wo Einfühlungsvermögen, Engagement und Disziplin gefragt sind, sind weibliche Arbeitnehmer in der Mehrzahl. Und es sind genau diese Frauen, denen im Alltag mehr aufregende Geschichten widerfahren als den meisten männlichen Vorstandsvorsit­zenden in ihrem ganzen Berufsleben.

In dem Buch Wir sind bedient erzählen 26 Frauen aus ganz Deutschland die Wahrheit über ihren Job: sie erleben Trauriges, Komisches, Skandalöses und Kurioses. Sie brechen Schweige­pflichten, decken Missstände auf und riskieren Ärger mit ihren Arbeitgebern - deshalb sind ihre Geschichten anonym. Ausnahmslos alle machen ihren Job gerne, und dennoch ist ihnen eines gemein: der Wunsch nach ein bisschen mehr Anerkennung, sei es durch mehr Gehalt oder mehr Prestige. Oder dadurch, dass man ihnen wenigstens einmal kurz in die Augen sieht und Danke sagt.

Alena Schröder, 1979 geboren, hat Geschichte, Politik und Lateiname­rikanistik studiert und ihr journalistisches Handwerk schließlich an der renommierten Henri-Nannen-Schule gelernt. Einige Jahre war sie Re­dakteurin der Zeitschrift BRIGITTE und lebt jetzt als freie Autorin mit Mann und Kind in Berlin.

 

Wir sind bedient - 26 Frauen über harte Jobs und irre Kunden von Alena Schröder, Brigitte Buch Diana Verlag, ISBN 978-3-453-38011-0, www.diana-verlag.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 8,99 Euro.

 

 

Drive

Vergessen Sie alles, was Sie über Motivation zu wissen glauben: Sind wir nicht alle davon überzeugt, dass wir am besten mit äußeren Anreizen wie Geld und Prestige oder durch „Zuckerbrot und Peitsche“ zu motivieren sind?

Ecowin Verlag 

„Alles falsch“, sagt Daniel H. Pink in seinem provokanten und zukunftsweisenden Buch. Das Geheimnis unseres persönlichen Erfolges ist das zutiefst menschliche Bedürfnis, unser Leben selbst zu bestimmen, zu lernen, Neues zu erschaffen und damit unsere Lebensqualität und unsere Welt zu verbessern.

Daniel H. Pink enthüllt die Widersprüche zwischen dem, was die Wissenschaft weiß und dem, was die Wirtschaft tut – und wie genau dies jeden Aspekt unseres Lebens beeinflusst. Er demonstriert, dass das Prinzip von Bestrafung und Belohnung exakt der falsche Weg ist, um Menschen für die Herausforderungen von Heute zu motivieren, egal ob in Beruf oder Privatleben. In „Drive“ untersucht er die drei Elemente der wirklichen Motivation – Selbstbestimmung, Perfektionierung und Sinnerfüllung – und bietet kluge und überraschende Techniken an, um diese in die Tat umzusetzen. Daniel H. Pink stellt uns Menschen vor, die diese neuen Ansätze zur Motivation bereits erfolgreich in ihr Leben integriert haben und uns damit entschlossen einen außergewöhnlichen Weg in die Zukunft zeigen.

Daniel H. Pink, amerikanischer Wissenschaftsjournalist und ehemaliger Redenschreiber des Vizepräsidenten Al Gore, wurde durch seinen „New York Times“ und „BusinessWeek“ Bestseller „A Whole New Mind“ bekannt, der bereits in zwanzig Sprachen übersetzt wurde. Auch sein neues Werk „Drive“ schaffte es innerhalb kürzester Zeit auf die Bestsellerliste der „New York Times“. Pink genießt den Ruf eines visionären Denkers und mitreißenden Sachbuchautors, seine Artikel zu Themen über Arbeitswelt, Wirtschaft und Technik erscheinen u. a. in der „New York Times“, der „Harvard Business Review“ und „Wired“. Pink hält weltweit Vorträge über den Wandel der Arbeitswelt bei Unternehmen, Gesellschaften und Universitäten. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Washington, D.C. „Pinks Ideen sollten den Weg in alle Führungsetagen von Unternehmen finden. Wenn die Entscheidungsträger dieses Buch lesen, können sie auf teure Beratungsfirmen verzichten.“ Von Gerlinde Freis.

 

Drive – Was Sie wirklich motiviert Aus dem Englischen übersetzt von Birgit Haim, ISBN 978-3-902404-95-4, Ecowin Verlag GmbH Salzburg, www.ecowin.at  

 

Das Buch kostet im Buchhandel 21,90 Euro.

 

 

Götzendämmerung

Das Geld als Droge: Was kostet eine neue Moral? Das neue Debattenbuch der Bestsellerautorin Gertrud Höhler

Heyne Verlag 

Als die Finanzkrise die Welt erschütterte, waren die Schuldigen schnell gefunden: die Banken, risikofreudige, berauschte Investmentbanker, die nur ein Ziel verfolgen - das große, schnelle Geld. Auch der Staat war sofort zur Stelle, um schärfere Kontrollen anzukündigen und die verwerflichen Geschäfte zu verurteilen. Doch die Geldverbrennung geht weiter, schon verzeichnen die großen Bankhäuser wieder hohe Gewinne. Denn die Aussicht auf schnelle Geldvermehrung wirkt wie eine Droge, ein Rausch, dessen Sog sie sich nicht entziehen können.

In ihrem neuen Buch Götzendämmerung zeigt die Wirtschafts- und Politikexpertin Gertrud Höhler, wie dem Finanzmarkt Verantwortung und Moral abhanden gekommen sind. Sie entlarvt, wie Geld von seiner eigentlichen Mittlerrolle entkoppelt und zur Ware geworden ist, wie komplizierte Geldpakete gepackt und um den Globus geschickt werden. Sie kritisiert Expertengläubigkeit, die Allianz von Tätern und Opfern sowie die Flucht aus der Verantwortung.

Doch was tun? Die Krise und ihre Nachfolger bleiben unbeherrschbar, wenn wir sie über Strafandrohungen und Kontrollen bändigen wollen, so Gertrud Höhler. Die Banker selbst müssen die Ethik entfesseln, sie auf Rang eins ihrer Werteskala setzen. Erste gehen voran, wie Goldman-Sachs-Chef Blankfein, der die Ethik zur Chefsache macht. Ethik darf nicht mehr als Ideenkiller und Störfaktor gesehen werden, sondern die Banker und Politiker müssen ihre Spielregeln ändern. Sie müssen die Ethik gezielt als strategischen Erfolgsfaktor einsetzen, denn Ethik spart Umwege, reduziert Misstrauen, schafft Nähe, ist Vertrauensgenerator und letztendlich Erfolgsfaktor.

Götzendämmerung: Eine kluge Diagnose, eine überzeugende Therapie für unsere aus den Fugen geratene Werteordnung.

Prof. Dr. Gertrud Höhler ist Literaturwissenschaftlerin, Publizistin und Beraterin für Wirtschaft und Politik. Sie war Beraterin der Deutschen Bank für Öffentlichkeitsarbeit und gehört dem Verwaltungsrat internationaler Konzerne an. Die Bestsellerautorin hat zahlreiche Bücher zu gesellschaftspoliti­schen Fragen veröffentlicht. Sie setzt sich insbesondere für eine engagierte Wertedebatte ein. Gertrud Höhler wurde viel­fach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Von Sabine Hellebrand.

 

Götzendämmerung – Die Geldreligion frisst ihre Kinder von Gertrud Höhler, ISBN 978-3-453-17796-3, Heyne Verlag München, www.heyne.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 19,99 Euro.

 

 

Der Champagner-Fonds

Philipp Achenbach, Chef-Verkoster einen Kölner Weinimporteurs, hat ein Problem: Sein Chef, Inhaber einer Kölner Weinimporthandlung, will hoch hinaus. Ein Champagner-Aktienfonds soll die Firma wachsen lassen, und Achenbach soll dessen technische Vorbereitung - Einkauf, Verkauf, Lagerung - übernehmen. Aber schon die Idee gefällt ihm nicht, und er misstraut den Finanziers aus London.

 

Champner, viel Geld ... und ein Mord: Als er in der Campagne einem umfangreichen Betrug auf die Schliche kommt, ermittelt Achenbach auf eigene Faust. Jetzt hat er nicht nur Unbekannte gegen sich, sondern auch den eigenen Chef. Im Champagner-Fonds durchwandert Paul Grote diese Mal sachkundig die Champagne und vermittelt nicht nur Begegnungen mit Land und Leuten, sondern liefert auch eine fundamentierte Weinkunde über Anbaugebiete, Herstellung und Weinsorten. Die kriminalistische Handlung zieht den Leser in ein spannendes Szenario von verbrecherischen Machenschaften in der Finanzwelt.

Paul Grote, geboren 1946, berichtete fünfzehn Jahre Reporter für Presse und Rundfunk aus Südamerika. Dort begegnete er der professionellen Seite des Weinbaus und entwickelte sich zum Weinexperten. Seit 2003 lebt er wieder in Berlin und widmet sich dem Schreiben. Sein Gespür für Wein, sein Wissen und seine Erfahrungen spiegeln sich in allen seinen Romanen wider. Von Béatrice Habersaat.

 

Der Champagner-Fonds Kriminalroman von Paul Grote, dtv - Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-21237-3, www.dtv.de - www.paul-grote.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 8,95 Euro.

 

 

Vatikan AG

Skrupellose Finanzoperationen, getarnt als Werke der Wohltätigkeit unter dem Deckmantel karitativer Stiftungen: Viertausend geheime Dokumente des Heiligen Stuhls – Briefe, vertrauliche Mitteilungen, Aktennotizen, Protokolle, Kontoauszüge und Buchungsbelege – enthüllen die Verwicklung des Vatikans in Schmiergeldaffären und bringen ihn in den Zusammenhang mit der Mafia.   

 

Die Dokumente stammen aus dem Nachlass von Monsignore Renato Dardozzi (1922 bis 2003), der bis Ende der 1990er Jahre als einer der wichtigsten Mitarbeiter des IOR – „Institut für die Werke der Religion“, wie die Vatikanbank offiziell heißt, fungierte. In seinem Testament verfügte Dardozzi, dass diese Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Die Aufgabe wurde Gianluigi Nuzzi übertragen, der sich seit 16 Jahren als Enthüllungsjournalist mit den Polit- und Finanzskandalen Italiens beschäftigt. Nuzzi reiste unter Personenschutz in den Tessin, wo das brisante Material im Keller eines alten Bauernhauses lagerte. Von dort brachte er es in zwei Koffern nach Italien und begann mit der Auswertung. Das frappierende Ergebnis veröffentlichte er in seinem Buch „Vatikan AG“. Die Dokumente aus Dardozzis Archiv beweisen, dass in der Vatikanbank Anfang der 1990er Jahre ein raffiniertes System mit Nummernkonten entstand, über das hunderte Milliarden Lire verschoben wurden. Architekt dieses Netzwerks war Prälat Donato de Bonis, der neue Chef der Vatikanbank, den man nach dem Crash der Ambrosiano-Bank, der rätselhaften Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und dem Rückzug von Erzbischof Marcinkus eingesetzt hatte. Donato de Bonis legte, unter dem Deckmantel wohltätiger Stiftungen, Konten für Politiker, Bankiers und Unternehmer an, darunter auch für den siebenmaligen italienischen Ministerpräsident Giulio Andreotti. Als Offshore Bank, die sich jeglicher Kontrolle von Außen entzog, war die Vatikanbank ein Paradies für Anleger dubioser Gelder. Sie funktionierte wie eine gigantische Geldwaschanlage mitten in Rom, die auch von der Mafia genutzt wurde. Ein Steuerparadies, das allein der Gesetzgebung des Vatikans unterworfen war. Und das alles im Namen Gottes. Dokumente aus dem Archiv beweisen, dass auch Papst Johannes Paul II von der Tätigkeit des IOR wusste, jedoch nichts dagegen unternahm, weil es ihm bei seinen Aktivitäten in der polnischen Solidarnosc-Bewegung nützte.

Das Buch „Vatikan AG“ ist mit mehr als 250.000  verkauften Exemplaren das meist verkaufte Sachbuch 2009 in Italien. Dennoch wurde es von den italienischen Medien totgeschwiegen. Jetzt erschien es erstmals in deutscher Sprache. Anders als andere Veröffentlichungen über den Vatikan, stützt es sich nicht auf Verschwörungstheorien und enthält auch keine Dokumente, die der Vatikan ohnehin freigegeben hat - wie zum Beispiel bei der Öffnung seiner Archive über den Nationalsozialismus. Stattdessen reiht der Autor nüchtern die Fakten aneinander, die durch das Archiv von Dardozzi ungewollt ihren Weg aus den dicken Mauern des Vatikans gefunden haben.

Gianluigi Nuzzi arbeitet als investigativer Journalist bei der italienischen Tageszeitung „Libero“, zuvor war er für den „Corriere della Sera“ und „Il Giornale“ sowie für die Zeitschrift „Il Panorama“ tätig. Seit 1994 verfolgt er die Polit- und Finanzskandale Italiens. Von Mag. Gerlinde Freis.

 

Vatikan AG von Gianluigi Nuzzi, aus dem Italienischen von Dr. Friederike Hausmann, Petra Kaiser, Rita Seuß, Ecowin Verlag Salzburg, ISBN 978-3-902404-89-3, www.ecowin.at

 

Das Buch kostet im Buchhandel 22.50 Euro. 

Achtung Abzocke!

Wer meint, dass er genau wüsste, wer welche Daten von ihm besitzt, liegt in der Regel falsch! Die Wahrheit ist: Millionen von persönlichen Daten - Adressen, Telefonnummern und sensible Bankdaten - sind in Deutschland illegal in Umlauf, sie können bei so genannten Adresshänd­lern jederzeit problemlos im Excel-Format bestellt werden.

 

Das Schwarzbuch zum Datenklau: In keiner anderen Branche sind diese illegalen Geschäftspraktiken so verbreitet wie bei den Call-Centern, die von ihren Mitarbeitern kriminelle Praktiken erwarten.

Detlef Tiegel möchte darin nicht verwickelt sein. Er arbeitete selbst in einem Call-Center, als er durch einen gehei­men Tipp an die Staatsanwaltschaft einen der größten Datenskandale der letzten Jahre ins Rol­len bringt. In seinem Buch „Achtung Abzocke!" beschreibt Detlef Tiegel die Realität. Er be­richtet von Seilschaften, Deals und falschen Verträgen - und erläutert, wie die Abzocke per Telefon funktioniert, wie die aktuelle Rechtslage zur Weitergabe von Kundendaten aussieht und wie sich Verbraucher davor schützen können. Denn obwohl als Folge dieses Skandals die Gesetze zur Telefonwerbung verschärft wurden, sind persönliche Kundendaten nach wie vor bares Geld wert - und der Handel auf dem Schwarzmarkt blüht weiterhin.

Detlef Tiegel, Call-Center-Agent aus Lübeck, arbeitete im Auftrag einer Zeitarbeitsfirma. Kur­ze Zeit nach seinem Arbeitsbeginn bei einem Call-Center machte er dessen unsaubere Ge­schäftspraktiken öffentlich, in dem er illegale Adressdatensätze an die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein schickte. Als er sich daraufhin bei seiner Zeitarbeitsfirma aus dem Dienst des Call-Centers nehmen ließ, wurde er von der Zeitarbeitsfirma gekündigt. Im Zentrum des Buches steht der Umgang mit persönlichen Daten, denn viele Menschen sind heute sensibilisiert. Von Susanne Fink.

 

Achtung Abzocke! Wie ich den Datenskandal der Call-Center ins Rollen brachte von Detlef Tiegel, Heyne Taschenbuch, ISBN 978-3-453-60125-3, www.heyne.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 8,95 Euro. 

 

Kleine Mühlenkunde

 

Die "Kleine Mühlenkunde" erzählt die Geschichte der ältesten Kraftmaschine der Menschheit. Sie gibt Einblicke, wie die Entwicklung von der Wasser- zur Windmühle verlief, wie die Technik von Maschinenmühlen funktioniert und berichtet über die vielen unterschiedlichen Nutzungsarten. Anhand zahlreicher Abbildungen wird dargestellt, wie es den Müllern vergangener Zeiten immer besser gelang, die Kraft des Windes, des Wassers und schließlich der Maschinen für sich nutzbar zu machen.

Kleine Mühlenkunde ReiseTravel.eu

 

Seit die Menschheit das Tor zur Zivilisation aufgestoßen hat, sind Mühlen ständige Begleiter des technischen Fortschritts. Vom steinzeitlichen Reibstein bis zur modernen Industriemühle wird im Buch ein wichtiges Kapitel Technikgeschichte dargestellt. Die beiden Autoren Philipp Oppermann und Torsten Rüdinger haben durch ihre Tätigkeiten im Internationalen Mühlenmuseum Gifhorn und in der Historischen Mühle in Potsdam profunde Kenntnisse erworben und beschreiben die Entwicklung vom Reibstein bis zur modernen Großmühle auch für Laien verständlich. Außerdem geben sie einen Überblick über das heutige Bestreben, historische Mühlen als technisches Kulturgut zu erhalten und sinnvoll zu nutzen. Deutsche Technikgeschichte vom Reibstein zur Industriemühle

Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. auf 200 Seiten mit 400 Fotos und grafischen Abbildungen. Von Katharina Döring.

 

Kleine Mühlenkunde von Torsten Rüdinger und Philipp Oppermann, Edition Terra, ISBN 978-3-9811626-7-7, www.terra-press.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 16,80 Euro,

 

 

 

 

   

Das Hawelka

 

„Einen Kaffee bitte!": Wer in Wien auf diese Weise bestellt, darf sich nicht wun­dern, wenn er empörte Blicke erntet. Denn in der österreichischen Hauptstadt kommt dies der Missachtung eines der höchsten regionalen Kulturgüter gleich: dem Kaffee­haus.

 

  

Das Café Hawelka, ein originalsgetreues Wiener Kaffeehaus, ist längst zum Klassiker der Wiener Kaffeehauskultur geworden, denn das Hawelka gehört zu den bekann­testen und traditionsreichsten Häusern im Herzen Wiens und ist seit Generationen im Besitz der gleichnamigen Familie. Für alle Verehrer dieses charmanten Familienbe­triebs, einem Ort der Ruhe ohne Lange­weile, der Kultur und des Genusses er­scheint im Pichler Verlag Das Hawelka. Geschichte und Legende. Neben der Kaffeehausgeschichte erfährt der Leser da­rin alles über das reichhaltige Angebot an Kaffeespezialitäten wie „Melange" oder „Einspänner" und deren namentliche Her­kunft. Charmant und unterhaltsam führt das Buch durch die lebhafte Geschichte des berühmten Kaffeehauses. Beiträge von den Familienmitgliedern sowie viele Farb-und Schwarzweißfotografien machen die­ses Buch zu einem Liebhaberstück.

Die Autorin Sonja Moser, geboren in der Steiermark, lebt in Wien und ist Jugend- und Sachbuchautorin. Außerdem schreibt sie Drehbücher und verwirklicht sich ebenso in interessanten Projekten im Kinder- und Jugendtheaterbereich.

Spannend geschrieben, lesenswert und auf alle Fälle besuchenswert beim nächsten Wien-Besuch.

 

Das Hawelka Geschichte & Legende von Sonja Moser, Pichler Verlag, Wien, ISBN 978-3-85431-500-1, www.ichlese.at

 

Das Buch kostet im Buchhandel 24,95 Euro.

 

 

1000 Ideen, täglich die Welt zu verbessern

 

Viele unserer User und Leser bewundern Gestalten wie Mutter Teresa und Nelson Mandela, oder Organisationen wie Greenpeace und Amnesty International. Aber selber etwas tun? Daran hindern uns oft Zeitmangel und der „innere Schweinehund“. Dabei gibt es Herausforderungen genug. Und so plagt uns das schlechte Gewissen.

100 Ideen ReiseTravel.eu

 

 

Das muss nicht sein: Noch nie war es so einfach, im Großen wie im Kleinen die Welt zu verändern. Wer will, kann täglich dazu beitragen, dass Menschen ein besseres Leben führen, dass Arten vor dem Aussterben gerettet werden, dass Kinder überleben, dass sich das Klima erholt – wortwörtlich wie im Umgang miteinander. Wie das geht, zeigen die Autoren dieses Bandes anhand von Beispielen aus ihrem eigenen Leben. Man kann sich moderner Technik bedienen oder auf alte Tugenden besinnen. Man kann sich ehrenamtlich engagieren oder Geld spenden. Man kann sich selbst bewegen – oder andere. Es gibt Millionen von Möglichkeiten, jeden Tag die Welt zu verbessern. Dieses Buch stellt die besten vor.

Mit Beiträgen von Tom Buhrow, Sabine Christiansen, Petra Oelker, Laith Al-Deen, Rüdiger Nehberg, Cem Özdemir, Karin Slaughter, Marietta Slomka, Smudo, Udo Walz, Ralf Zacherl und vielen anderen.

Dr. Dieter Kronzucker, geb. 1936, gehört zu den großen Persönlichkeiten des deutschen Fernsehjournalismus und ist als Korrespondent und Moderator seit Jahrzehnten auf den Bildschirmen präsent (u.a. WDR, ZDF, SAT1).

Jan Hofer, geb.1952, ist der dienstälteste Tagesschausprecher und moderiert die Talkshow Riverboat im MDR. Privat engagiert er sich als Botschafter des Kinderhospizes Mitteldeutschland, als Sonderbotschafter des Deutschen Roten Kreuzes.

Shary Reeves, geb. 1975, ist Schauspielerin (Marienhof) und Moderatorin (Wissen macht Ah!). Außerdem setzt sie sich als Botschafterin für die Kindernothilfe ein.                         

 

1000 Ideen, täglich die Welt zu verbessern – von Jan Hofer, Dieter Kronzucker, Shary Reeves, Rowohlt Verlag GmbH 2010, ISBN 978-3-498-02998-2, www.rowohlt.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 22,95 Euro.

 

 

 

 

Das war´s!

 

Politik ist so kompliziert wie nie zuvor: Das Wahlvolk misstraut ihr. Es macht Mühe, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Und selbst wenn es gelingt, erschließen sich Absichten und Vorgehen der Politik oft nur unvollkommen. Dafür verantwortlich werden meist die so genannten Volksvertreter gemacht: in den Kommunen die Stadträte, in den Landtagen und erst recht im Bundestag die Abgeordneten. Man kennt sie oft nur von den schönen, bunten Wahlplakaten.

 

 

  

Wer schon immer wissen wollte, wie Politiker wirklich ticken, was sie beschäftigt und bewegt, sollte dieses Buch lesen. Frischgebackene Ex-Abgeordnete aller Parteien erzählen von ihren zum Teil langjährigen Erfahrungen als Volksvertreter im Parlament: von ungewöhnlichen Begegnungen und kuriosen Erlebnissen, von Enttäuschungen und Glücksgefühlen, von all dem, was meist nicht im Scheinwerferlicht der Medien steht, obwohl es den politischen Alltag prägt. Was sie alle verbindet: dass sie es (üb-)erlebt haben und kein Blatt mehr vor den Mund nehmen müssen. Das war's für die einen - viele andere könnten sich ermutigt fühlen, selbst ein Zeichen gegen die Politikverdrossenheit zu setzen. Die 2009 zu Ende gegangene 16. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages hat einen tief greifenden Generationswechsel im Berliner Parlament eingeläutet. Rund ein Viertel der Abgeordneten hat sich vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Aus unterschiedlichen Motiven. Der Abschied hat es ihnen erleichtert, sich zu erinnern, weil weder der politische Gegner noch die mediale Öffentlichkeit ihnen aus ihren Erinnerungen noch einen Strick drehen können. Von Anne Keller.

 

Das war´s! – Was Abgeordnete so alles (üb-)erleben – Von Marion Uhrig-Lammersen und Sten Martenson, B&S Siebenhaar Verlag Berlin, ISBN 978-3-936962-08-6, www.siebenhaar-verlag.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 16,80 Euro.

 

 

Die Berliner Republik

 

Mit friedlicher Revolution in der DDR und Mauerfall endete die deutsche Teilung und gewis­sermaßen das 20. Jahrhundert. Dieser Band widmet sich der daraus entstandenen „Berliner Republik“.

    

Die Gestaltung einer neuen gesamtdeutschen Innen- und Außenpolitik unter einer rot-grünen Regierung, die Wandlung des Parteiensystems und der Übergang zur Großen Koalition unter einer ersten deutschen Bundeskanzlerin sind wichtige Merkmale dieses Zeitab­schnitts, den Manfred Görtemaker erstmals in einem Buch zusammenfassend darstellt. Die Bände der Reihe Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert vermitteln verständlich, kom­pakt und anschaulich den neusten Stand der historischen Forschung und geben einen umfas­senden Überblick in Einzeldarstellungen.

Manfred Görtemaker, geboren 1951, ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam und seit 1998 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Militärgeschichtli­chen Forschungsamtes. Als Gastprofessor war und ist er u. a. an Duke University, am Dartmouth College und an der Universität Bologna tätig sowie als Visiting Fellow am St. Antony 's College der Universität Oxford. In zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigt er sich mit der deutschen und europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter so wichtige Publikationen wie »Geschichte der Bundesrepublik Deutschland« (1999), »Ge­schichte Europas 1850-1918« (2002), »Orte der Demokratie« (2004). Von Ingrid Kirschey-Feix

 

Die Berliner Republik - Wiedervereinigung und Neuorientierung - Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert Herausgegeben von Manfred Görtemaker, Frank-Lothar Kroll und Sönke Neitzel Band 16, ISBN 978-3-89809-416-0, be.bra verlag, www.bebraverlag.de

 

 

Das Buch kostet im Buchhandel 19,90 Euro.

 

Die Teilung Deutschlands

 

Mit der deutschen Kapitulation im Mai 1945 begann die Zeit der alliierten Besatzung, in der das Leben der meisten Deutschen von Hunger, Not und Heimatlosigkeit geprägt war.

 

  

   

Matthi­as Uhl blickt hinter die Kulissen des Nachkriegsalltags und schildert die Anfänge der politi­schen und wirtschaftlichen Neugestaltung. Im Fokus stehen die gegensätzliche Entwicklung in Ost und West, die schließlich zur Gründung zweier deutscher Staaten führten. Die Bände der Reihe Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert vermitteln verständlich, kom­pakt und anschaulich den neusten Stand der historischen Forschung und geben einen umfas­senden Überblick in Einzeldarstellungen.

Matthias Uhl, geboren 1970 in Nordhausen, studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Osteuropäische Geschichte in Halle und Moskau. Nach seiner Promotion im Jahr 2000 war er von 2001 bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte, seit Juli 2005 arbeitet er am Deutschen Historischen Institut Moskau. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Kalten Krieges und die sowjetische Militär- und Sicherheitspolitik. Von Ingrid Kirschey-Feix.

 

Matthias Uhl - Die Teilung Deutschlands - Niederlage, Ost-West-Spaltung und Wiederaufbau 1945-1949 - Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert Herausgegeben von Manfred Görtemaker, Frank-Lothar Kroll und Sönke Neitzel Band 11, ISBN 978-3-89809-411-5, be.bra verlag, www.bebraverlag.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 19,90 Euro.

 

 

Die Gräfin

 

Marion Gräfin Dönhoff hat als langjährige Herausgeberin des Wochenblatts „Die Zeit“ Geschichte geschrieben. Als Chronistin der Vertreibung aus ihrer ostpreußischen Heimat wurde sie zur Bestsellerautorin. Und als Streiterin für die Versöhnung von Ost und West setzte sie moralische Maßstäbe: für das Zusammenleben der Völker im vereinten Europa.  

 

  

Sie war, daran ist nicht zu zweifeln, eine der großen Frauen des vergangenen Jahrhunderts, das ihr langes Leben völlig umspannt hat: vom Vorabend der Urkatastrophe des Ersten Weltkriegs, über die Wirrnisse des Staates von Weimar hinweg zum „Zivilisationsbruch“ des nazistischen Deutschland und des Zweiten Weltkrieges, über die Spaltung des Kontinentes im Kalten Krieg, die Etablierung der zweiten Demokratie im Staat von Bonn bis zur Befreiung Europas und der Vereinigung der Deutschen. Sie war Zeugin der entsetzlichsten und mörderischsten Epoche der Menschengeschichte. Sie wurde, in der zweiten Hälfte ihres Daseins und des Jahrhunderts, Zeugin einer Epoche des Friedens, des generellen Wohlstandes und eines Regiments der Vernunft, wie sie Europa nie zuvor gekannt hatte. Wenige ihrer Zeitgenossen haben die beiden Jahrhunderthälften in solch klarer Bewusstheit, solch ausge­prägter Gewissenhaftigkeit, so offen und zugleich so treu gegen sich selbst durchmessen. Das machte sie, ob sie es wusste oder nicht, noch zu ihren Leb­zeiten zur Legende - ohne Aura, versteht sich, die sie niemals geduldet hätte. Die Kontinuität ist vielleicht das entscheidende Element der Größe, die ihr bescheinigt wird. Man darf von einem großen Leben sprechen. Von einem Le­ben, das ihr erlaubte - zumal in der Freiheit des Friedens nach dem Zweiten Weltkrieg - bei ihren Reisen in die Metropolen und die entlegensten Winkel des Erdkreises seine Fülle, seine Farben, seinen Reichtum mit unersättlicher Neugier in sich aufzunehmen. Und sie war unermüdlich unterwegs. Auch die immer wache Neugier weist ins Große.

Klaus Harpprecht, geboren 1927, hat als Journalist gearbeitet. Von 1966 bis 1969 war er Leiter des S. Fischer Verlages und von 1972 bis 1974 Chef der Schreibstube und Berater von Willy Brandt.

 

Die Gräfin Von Klaus Harpprecht, ISBN 978-3-499-62115-4, Rowohlt Taschenbuch Verlag, www.rororo.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 12 Euro. 

 

Sommer 39

 

Die Welt am Abgrund: Es war ein besonders warmer Sommer in jenem Jahr, die Menschen in ganz Europa wollten für eine Weile die Sorgen des Alltags und die Querelen der großen Politik vergessen. Doch in Wahrheit war es der Tanz auf dem Vulkan: Genau wie 1914 sollte wenige Wochen später ein Krieg von bislang unbekannter Wucht und Grausamkeit ausbrechen.

 

 

  

  

Werner Biermann beschreibt auf atemberaubende Weise diese ebenso dramatische wie folgenreiche Phase der europäischen Geschichte: den Sommer 1939. Dabei erzählt er nicht nur von den Großereignissen, etwa vom Einmarsch deutscher Truppen in Prag oder dem Hitler-Stalin-Pakt. Er zeichnet auch ein lebendiges Panorama dieser Monate - als der junge John F. Kennedy nach Europa reist, um für seine Doktorarbeit zu recherchieren; als der Pilot Fritz Wendel mit 755,1 km/h einen neuen Tempoweltrekord aufstellt; als Lale Andersen den Schlager „Lili Marken“ aufnimmt und auf dem Hof der Berliner Hauptfeuerwache fünftausend Bilder „entarteter Kunst“ verbrannt werden. Biermann verwebt auf kunst­volle Weise große Politik und persönliche Schicksale -eine glänzend geschriebene historische Reportage und das faszinierende Bild einer kurzen Epoche, die in der Katastrophe endete. Das Buch erscheint zur Fernsehserie im WDR.

 

 

Sommer 39 Von Werner Biermann, Rowohlt Berlin, ISBN 978-3-87134-627-9, www.rowohlt.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 19,90 Euro.

 

Die Todesopfer an der Berliner Mauer

 

Bislang wusste niemand genau, wie viele Menschen an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 tatsächlich ums Leben gekommen sind. Besonders dramatische Fälle griffen die Medien zwar auf, doch viele gelangten nie an die Öffentlichkeit. Verschiedene Einrichtungen haben sich über die Jahre um die Erfassung der Opfer bemüht, die Zahlen schwanken stark. Eine zuverlässige, quellengestützte und überprüfbare Bilanz des Tötens und Sterbens an der Berliner Mauer liegt nun erstmals mit diesem biographischen Handbuch vor, das auf der Grundlage einer schlüssigen Definition des Begriffs „Todesopfer an der Berliner Mauer“ 136 Menschen vorstellt, ihre Lebensgeschichte erzählt und die Umstände ihres Todes klärt.

 

  

 

575 Todes- und Verdachtsfälle wurden von dem Projektteam unter Leitung von Hans-Hermann Hertle (ZZF Potsdam) und Maria Nooke (Gedenkstätte Berliner Mauer) in Einzelfallprüfung und auf breiter Quellenbasis untersucht. Wie wurde mit den Familienangehörigen und dem Freundeskreis der Toten umgegangen? Welche öffentlichen und politischen Reaktionen lösten die Todesfälle in Ost und West aus? Welche Konsequenzen hatte das DDR-Grenzregime für die Schützen sowie die militärischen und politischen Befehlsgeber nach 1990? Dies sind weitere Fragen, die das Buch beantwortet. Thematisiert werden auch die Formen der Erinnerung und des Gedenkens an die Maueropfer. Dieses Buch, das die Schicksale von 136 Menschen dokumentiert, sie in den zeitgeschichtlichen Kontext stellt und in der Topographie der geteilten Stadt verortet, ist ein unverzichtbarer und würdiger Beitrag dazu. Von Edda Fensch.

 

 

Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961 – 1989 Ein biographisches Handbuch, Herausgegeben vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer, Projektleiter Hans-Hermann Hertle und Maria Nooke, Ch. Links Verlag, ISBN: 978-3-86153-517-1, www.christoph-links-verlag.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 24,90 Euro.

 

Die Grosse Katastrophe

 

Zum 70. Jahrestag des Kriegsbeginns setzt der renommierte Historiker Norman Davies in Die Große Katastrophe - Europa im Krieg 1939 - 1945 neue Akzente. In seiner Gesamtdarstellung des Zweiten Weltkriegs verwirft er das überkommene Gut-Böse-Schema.

  

Seine These: Auch die Alliierten haben Kriegsverbrechen begangen. Und ihr wesentliches Ziel - demokratische Verhältnisse in ganz Europa zu schaffen - wurde durch die Ausweitung des sowjetischen Machtbereichs bis nach Mitteleuropa verfehlt. Davies legt dar, dass die Sowjetunion mitentscheidend darauf hinwirkte, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs etablierte internationale Ordnung aus den Angeln zu heben. Deutschland hat den Krieg initiiert; mit der Sowjetunion gab es aber zwei entscheidende Triebkräfte, die dem Konflikt der europäischen Mächte eine globale Dimension verliehen. Insofern kann Norman Davies den Sieg der Alliierten über Deutschland auch nicht als Triumph des Guten über das Böse werten. Mit Entschiedenheit verweist er darauf, dass die Befreier von Auschwitz einem Regime dienten, das ebenfalls Konzentrationslager errichtet hatte wie zum Beispiel der Lagerkomplex Dalstroi in Nordostsibirien. Aber auch auf der Seite der Westalliierten gab es schwere Kriegsverbrechen. Im Sommer 1944 kamen Berichte aus dem Raum Neapel, dass eine marokkanische Division von Kolonialtruppen der Freifranzosen über 100 Morde und 3000 Vergewaltigungen begangen habe. Und in vielen Ländern kollaborierten Einzelpersonen wie Behörden offen oder verdeckt mit der deutschen Besatzungsmacht. Davies dokumentiert, wie die Demokratisierung Europas als proklamiertes Kriegsziel von den Westalliierten verfehlt wurde. Nahtlos vollzog sich in weiten Teilen Osteuropas der Übergang von der deutschen zur sowjetischen Gewaltherrschaft, die sich dann im Kalten Krieg verfestigte.

Norman Davies ist emeritierter Professor der London University. Seit 1974 ist er Mitglied der Royal Historical Society und Mitglied der British Academy und der Royal Historical Society. Er hat zahlreiche Werke zur Geschichte Europas veröffentlicht. Zuletzt erschienen: Die Blume Europas und Aufstand der Verlorenen. Von Esther Bruchhausen.

 

Die Grosse Katastrophe Europa im Krieg 1939 – 1945, von Norman Davies, Aus dem Englischen von Thomas Bertram, Harald Stadier, Titel der Originalausgabe: Europe at War. 1939 -1945. No Simple Victory, ISBN: 978-3-426-27496-5, Herausgegeben von Droemer Verlag, www.droemer-knaur.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 36 Euro.

 

 

Kohl Schröder Merkel - Machtmenschen

 

Eine neue Theorie der Macht für die Innenpolitik: Macht wird häufig negativ betrachtet, doch im gesamten sozialen Le­ben wird sie ausgeübt, auch in einem demokratischen Staatswesen, das den Gebrauch der Macht durch Verfassung und Gesetze einschränkt. Macht entsteht durch den Wunsch und die Fähigkeit, das Verhalten und Denken anderer zu beeinflussen und zu lenken.

 

Zwei Herren, eine Dame und die mächtigste politische Position in der Bundes­republik sind der Ausgangspunkt für diese Analyse. Alle drei sind Machtmenschen. Sonst wären sie nie in dieses Amt gelangt. Doch wie sie ihre Macht einsetzen, ist individuell sehr unterschiedlich. Gerd Langguth, ausgewiesener Kenner des Politikbetriebs und Autor Hochgelobter politischer Biografien, untersucht die Regierungsstile der drei Kanzler-Persönlichkeiten und beleuchtet ihre verschiedenen Facetten. Um an Hintergrundinformationen zu gelangen, hat er zahl­reiche Gespräche und Interviews geführt, unter anderem mit Stefan Aust, Wolfgang Clement, Renate Künast, Rudolf Scharping und Otto Schily. Wer die Regierung führt, hat Macht und übt Macht aus, doch die Methoden sind unterschiedlich. Sie möge doch die Kirche im Dorf lassen, sagte Gerhard Schröder zu Angela Merkel am Abend der Bundestagswahl im Jahr 2005, als sie Anspruch darauf erhob, die nächste Regierungschefin zu werden. Der drohende Machtverlust löste diese brüske Reaktion aus. Als Schröder selbst 1998 nach seinem Wahlsieg vor die Kamera trat, wurde der »Kanzler der Einheit« Helmut Kohl nach 16 Jahren im Amt bei der Erklärung seines Rücktritts von den großen Fernseh­anstalten jäh aus dem Bild genommen - nach dem Motto „Der König ist tot, es lebe der König!“. Wie man Macht gewinnt, wie man Macht ausübt und was Macht­verlust bedeutet, zeigt Gerd Langguth exemplarisch auf am Beispiel der drei Kanzler-Persönlichkeiten. Obwohl sie ganz unterschiedliche Wege beschriften, lässt sich doch feststellen, dass es Muster gibt, die dem Verhalten von Machtmenschen zugrunde liegen.

Gerd Langguth, einer der besten Kenner der politischen Szene in Deutschland, hat mit „Kohl, Schrö­der, Merkel“ eine scharfsinnige, auf zahlreichen Hintergrundinforma­tionen basierende Analyse verfasst und eine neue „Theorie der Macht“ entwickelt, die so für die Innenpolitik bisher noch nicht existiert hat. Gerd Langguth ist Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Bonn. Von Gesine Stürmer.

 

Kohl Schröder Merkel – Machtmenschen von Gerd Langguth, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-24731-3, www.dtv.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 18,90 Euro.

 

 

Exportschlager Tod

 

Aktuell debattiert man in mehreren Ausschüssen des Bundestages über die Frage, ob die Branche privater Sicherheitsfirmen stärker kontrolliert werden soll. Denn der Krieg ist ein lohnendes Geschäft und deutsche Söldner sind eine heiß begehrte Ware. Immer mehr ehemalige Bundeswehr-Soldaten kämpfen für private Auftraggeber in den Kriegsgebieten dieser Welt. Das Kriegshandwerk wird immer mehr privatisiert, die Gewalthoheit des Staates schwindet.

 

 

   

Deutschland exportiert den Tod. Etwa 4000 deutsche Söldner dürften im weltweiten Einsatz sein, schätzen die deutschen Privatmilitärs selbst. Bei einem täglichen Durchschnittsverdienst von 650 US-Dollar streichen sie Monat für Monat 61 248 527 Euro ein, bar auf die Hand. Oder eher mehr. Für frühere Soldaten und Polizisten sind solche Jobs längst die lukrative Alternative zum Dienst für den Staat. Auch die Bundeswehr leistet ihren Beitrag zum Boom der Branche. Nicht nur, dass sie ausscheidenden Soldaten mittels Steuergeldern eine „zivile“ Ausbildung im Sicherheitsbereich finanziert und sie so in die Arme der Söldner-Firmen treibt. Die Bundeswehr selbst kooperiert bereits heute mit privaten Militärfirmen, weil sie mit ihrer neuen Rolle als flexible Einsatzarmee überfordert ist.

Der Journalist Franz Hutsch hat deutsche Söldner bei ihrer Arbeit im Irak und in Afghanistan begleitet und berichtet vom deren gefährlichem Alltag, aber auch von grausamen Verbrechen auf den Schlachtfeldern im Irak und in Afghanistan. Mit seinem Buch „Exportschlager Tod“, bringt er Licht ins Dunkel einer im Verborgenen agierenden Branche. Von Juliane Brümmer.

 

Exportschlager Tod – Deutsche Söldner als Handlanger des Krieges von Franz Hutsch, Econ, ISBN 978-3-430-20072-1, www.econ.de - www.ullstein-buchverlage.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 18,90 Euro.

 

 

Stalins langer Schatten

 

Der Wunsch, mit Russland in Frieden und Freundschaft zu leben, ist nach den furchtbaren Blutbädern des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa weit verbreitet und nachvollziehbar. Für Europa wie für Russland sind die Bedrohungen durch die kulturfremde Massenmigration aus dem Sü­den, den gewalttätigen, oft terroristischen Islamismus und durch die kulturellen, normativen und wirtschaftlichen Diktate einer schranken­losen, wenig legitimierten Globalisierung des Kapitals gemeinsam.

 

 

In der jüngeren Vergangenheit erlebten wir den Dilettantismus der Schröderschen „Achse" Paris-Berlin-Moskau-Peking beim US-Angriff auf den Irak. Tatsächlich leiden die Beziehungen des Westens zu Russland unter einer mehrfachen Hypothek, nämlich der unbewältigten Erblast von 70 Jahren Bolschewismus bzw. der Herrschaft einer Partei, die nach in­nen und außen mit einem fanatischen Willen zur Macht Konflikte stets mit äußerster Gewalttätigkeit austrug. Schalmeinklänge der Friedens­liebe hatten von Lenin und Trotzki bis Breschnew nur die Funktion, den Klassenfeind zu verwirren und aus seinen Reihen „nützliche Idioten" als willfährige Propagandisten zu rekrutieren. Wo es Gelegenheit gab, sich risikofrei fremde Territorien einzuverleiben, da schlug auch schon die junge Sowjetunion skrupellos zu. Die aktuelle Situation in den heutigen „unabhängigen“ GUS-Staaten – den ehemaligen Sowjet-Republiken, wird akribisch beschrieben. Ob Ukraine oder Kasachstan.

Albrecht Rothacher, der Autor, Delegierter der Europäischen Kommission bei der OSZE in Wien, verfügt als Diplomat über Insider-Wissen bezüglich der Entwicklungen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Nicht nur die Politik Russlands unter Putin und Medwedjew wird in diesem Buch analysiert, auch die baltischen Staaten, Weißrussland, Ukraine und Moldawien werden behandelt. Weitere Themen sind die gefährliche Entwicklung am Kaukasus mit den dort wachsenden Kriegsgefahren, u. a. zwischen Russland und Georgien, die teils instabile Lage in den zentralasiatischen Nachfolgestaaten wie Usbekistan oder Kirgisistan und der islamistische Vormarsch im Süden der Russischen Föderation selbst sowie der immer deutlicher werdende Zugriff Chinas auf das rohstoffreiche Ostsibirien, wo sich ein neuer, für Russland gefährlicher Konflikt abzeichnet.

Fazit: Informativ, spannend geschrieben. Beste Hintergrundinformation zur Vorbereitung  einer Reise in diese Länder.

Stalins langer Schatten von Albrecht Rothacher, Ares Verlag Graz, ISBN 978-3-902475-61-9, www.ares-verlag.com

 

Das Buch kostet im Buchhandel 19,00 Euro.

 

 

Anmerkungen zu Stalin

 

In Putins Russland feiert eine historische Figur ein erstaunliches Comeback: Bei einer Volksumfrage wurde Josef Stalin jüngst zum «größten Helden der russischen Geschichte» gewählt.

 

 

In dem Land, in dem auch wieder die alte Stalin-Hymne gesungen wird, droht die Erinnerung an die Gräuel zu verblassen, wird einer der schlimmsten Diktatoren des letzten Jahrhunderts gern in mildem Licht gesehen, als Patriot und Garant nationaler Stärke. Anlass genug für Wolfgang Leonhard, Jahrgang 1921, den letzten Überlebenden der legendären «Gruppe Ulbricht», sich erneut mit dieser Jahrhundertgestalt zu beschäftigen. Leonhard schöpft dabei aus eigener Er­fahrung: Er verbrachte seine Jugendjahre in Moskau, seine Eltern wurden Opfer der Säuberungen unter Stalin.

In diesem Buch versucht er, das Phänomen Stalin für heu­tige Leser verständlich zu machen: Wie vollzog sich des­sen Aufstieg vom georgischen Schustersohn zum kom­munistischen Diktator? Wie gelang es ihm, im Namen des Marxismus ein bürokratisches Schreckensregime zu etab­lieren? Worin bestanden seine Verbrechen und wie wir­ken sie bis heute nach? Ein glänzender Essay - und die Summe einer lebenslangen Auseinandersetzung mit einer Figur, die das 20. Jahrhundert prägte. Von Nele Herbst.

 

 

Anmerkungen zu Stalin von Wolfgang Leonhard, ISBN 978-3-87134-635-4, Rowohlt Verlag, www.rowohlt.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 16,90 Euro.

 

 

 

Schwarzbuch Deutschland

 

Ein Großteil der Deutschen steht im Begriff, sich innerlich von der Demokratie zu verabschieden, wie Umfragen zeigen.

 

 

Zunehmend verbreitet sich das Gefühl, von der Wirtschaft, der Politik und auch der herrschenden veröffentlichten Meinung einfach abgehängt zu werden. Kein Wunder: Hat irgendjemand über die Agenda 2010 abgestimmt, die Mehrwertsteuererhöhung, den Euro, eine europäische Verfassung? Wer hat diese Rentenpolitik gewählt, wer diese Finanzpolitik? Hatte der Wähler je die Möglichkeit, über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu entscheiden oder über die gekürzten Unternehmenssteuern? Mitnichten. Schlimmer noch, so die Herausgeber dieses Buches: Wir werden nicht einmal umfassende informiert. In schöner Gleichförmigkeit beten uns die Medien immer dieselben Verlautbarungen und wirtschaftsliberalen Ideologien vor. Was in lebendiger Debatte zu diskutieren wäre, wird uns von vorneherein als Problemlösung verkauft. Mitwirkung unerwünscht. Das muss sich ändern, zumal in einem Wahljahr. Zeit, sich damit zu beschäftigen, was tatsächlich schiefläuft im Staate Deutschland.

Man kann dieses Schwarzbuch konsultieren wie eine Enzyklopädie und je nach Bedarf ein Kapitel oder Stichwort nachschlagen. Man kann es aber auch im Zusammenhang lesen. Ein Bericht zur Lage der Nation von den Autoren Gabriele Gillen und Walter van Rossum. Eindeutig und klar wurden die Fakten aufgeschrieben. Von Nele Herbst.

 

 

Schwarzbuch Deutschland von Gabriele Gillen und Walter van Rossum (Hg.), ISBN 978-3-498-02504-5, Rowohlt Verlag GmbH, www.rowohlt.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 24,90 Euro.

 

Nicolas Sarkozy und die Beschleunigung der Politik

 

„Speedy Sarko“ oder „Monsieur Bling-Bling“: Wer ist der neue Mann im Élysée-Palast? Von Deutschland aus blickt man mit Verwunderung und einer gewissen Skepsis ins Nachbarland, wo mit Nicolas Sarkozy ein Präsident gewählt wurde, der die „Grande Nation“ zu neuem Glanz führen und das gesamte Land einer radikalen Erneuerungskur unterziehen will. Seine Energie und sein Tempo setzen dabei Gegner und Anhänger gleichermaßen in Erstaunen.

 

Bereits unmittelbar nach Erscheinen des Buches erwiesen sich Jean-Paul Picapers Analysen als überaus zutreffend, ob in der Beurteilung der französischen Sozialisten oder der Vorgehensweise angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise. Der langjährige Deutschland-Korrespondent des FIGARO, ein ausgewiesener Kenner der deutschen und französischen Politik, vermittelt in seinem Buch dem Leser detaillierte Einblicke in die politische und gesellschaftliche Landschaft des Nachbarn jenseits des Rheins. Mit Verwunderung und einer gewissen Skepsis blickte man von Deutschland aus ins Nachbarland, wo mit Nicolas Sarkozy ein Präsident gewählt wurde, der die „Grande Nation“ zu neuem Glanz und das ganze Land einer radikalen Erneuerungskur unterziehen will. Sein Tempo und seine Energie setzen dabei Gegner und Anhänger gleichermaßen in Erstaunen. Mit viel Esprit und durchaus deutlichen eigenen Urteilen fungiert Picaper als Mittler zwischen zwei Welten, die sich so nahe scheinen und doch so verschieden sind.

Die EU-Präsidentschaft von Nicolas Sarkozy ist zu Ende, doch sein Elan ist ungebrochen, eine „Entschleunigung“ seiner Politik ist nicht zu erwarten.

Jean-Paul Picaper bietet als ausgewiesener Kenner der deutschen und französischen Politik dem deutschen Leser detaillierte Einblicke in die politische und soziale Landschaft des Nachbarn und scheut auch deutliche eigene Urteile nicht. „Das Buch beschränkt sich nicht auf (...) biographische Schilderungen. Es bietet gleichzeitig eine Art Computertomographie des heutigen Frankreichs. Seine Leserinnen und Leser erhalten eine Vielzahl von Schnittbildern der unterschiedlichsten Problemfelder des französischen Lebens.“ Von Gabriela Hoffmann.

 

Nicolas Sarkozy und die Beschleunigung der Politik von Jean-Paul Picapers, Gollenstein, ISBN 978-3-938823-36-1, www.gollenstein.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 24,90 Euro.

 

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