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Quito

Ecuador baut auf gemeindeorientierten Tourismus

 

Dass Ecuador nicht nur eine Reise wert ist, um die Galapágos-Inseln während einer Kreuzfahrt zu umrunden, die Küste für einen Strandurlaub zu entdecken oder das Hochland, um die Berge zu erklimmen, ist nicht erst seit gestern bekannt. So spielt auch der nachhaltige Tourismus eine entscheidende Rolle und hat in den letzten Jahren im Rahmen des Tourismus in Ecuador zunehmend an Bedeutung gewonnen.

 

Der so genannte „turismo comunitario“ (gemeindeorientierter Tourismus) stellt hier ein wichtiger Bereich dar. Im Mittelpunkt dieses Konzeptes stehen die Begegnung und der interkulturelle Austausch zwischen den Kommunen und seinen Besuchern. Das Ziel ist dabei der adäquate Erhalt natürlicher, soziokultureller und ökologischer Ressourcen der Gemeinden. Eine gleichberechtigte lokale Verteilung der Einnahmen spielt ebenso eine grundlegende Bedeutung wie die aktive Teilnahme der Gemeindemitglieder zur Gestaltung des Tourismus.

 

In Ecuador gibt es eine Vielzahl solcher Kommunen, die sich auf gemeindeorientierten Tourismus spezialisiert haben. So versammeln sich unter der Dachorganisation FEPTCE (Federación Plurinacional de Turismo Comunitario del Ecuador) mittlerweile über 67 Gemeinden. Für die Förderung eines gemeindeorientierten Tourismus in Ecuador setzen sich daneben auch das Tourismusministerium Ecuadors und Organisationen wie „CARE Internacional“ und die “Fundación Alternativa de Desarrollo” ein.

 

 

 

Im Rahmen des gemeindeorientierten Tourismus sind verschiedene touristische Routen durch Ecuador entwickelt worden, um Besuchern die Schönheit und Einmaligkeit des Landes auf eine alternative touristische Form näher zu bringen.

 

Mittlerweile gibt es über acht solcher Routen in diesem faszinierenden Andenland, wovon „El Camino del Inca“ - entlang einer der ältesten, sagenumwobensten Handelsstraßen durch die Sierra - als eine der bekanntesten gilt. Organisierte Ausflüge zu den Gemeinden finden eher in kleineren Gruppen statt. Diese werden durch einen lokalen, einheimischen Guide betreut. Die Unterbringung erfolgt dabei meist in kleineren Hütten von drei bis zehn Personen oder bei den einheimischen Familien und die Verpflegung basiert auf regional typischen Produkten.

 

Je nach Ressourcen und den natürlichen Gegebenheiten haben sich die verschiedenen Gemeinden auf bestimmte Schwerpunktthemen spezialisiert, welche sie interessierten Besuchern näher bringen möchten. So können in Kommunen, die z.B. in der „Sierra Centro“ (zentrale Anden) gelegen sind, Ausflüge zum Chimborazo gebucht werden. In der Sierra Norte befindet sich die kleine Gemeinde Junín, die sich über ihre besondere Lage definiert. Im Kanton Imbabura gelegen – direkt im Noroccidente – ist Junín Teil des Bio- und Ökoreservats Cotacachi-Cayapas. Sie gilt als eine von weltweit zehn Regionen mit der größten Biodiversität. Während eines Besuchs dieser Gemeinde kann die breit gefächerte Flora und Fauna bewundert werden. Einmalige Wanderungen entlang von Wasserfällen, Flüssen werden ebenso angeboten wie Ausritte und kulturelle Nächte, in denen traditionelle Tänze und Musik geboten werden.


Auch im Amazonas finden sich eine Vielzahl von Gemeinden, die sich auf den gemeindeorientierten Tourismus spezialisiert haben wie z.B. Ricancie, Curaray Liquino, Shayari oder Galeras.

 

Die Kommune Galeras, ca. eine Stunde Fahrzeit von Quito entfernt, befindet sich in der Provinz Napo und ist nur mit dem Kanu und anschließend zu Fuß (ca. 3,5 Stunden Fußmarsch!) erreichbar. Die „kichwa“ Einwohner widmen sich hier primär der Landwirtschaft und der Viehzucht. Programmbestandteile sind z.B. Wanderungen und Führungen durch den Regenwald, Teilnahme am alltäglichen Leben, Kennen lernen der Sprache, der Musik, des Tanzes, Kanu- bzw. Paddelfahrten auf dem Fluss Wambuno, Erlebnistouren Schamanentum sowie Verkostungen traditioneller Produkte aus dem Regenwald.

 

 

 

Natürlich werden auch kritische Stimmen laut, was diese alternative Form des Tourismus betrifft. Dadurch, dass sich die indigenen Gemeinden dem Tourismus öffnen, ist es natürlich auch erforderlich, dass sie ihre Gewohnheiten, Traditionen und Bräuche zu einem gewissen Grad nach außen tragen. Dies führt teilweise zu einem Zwiespalt mit ihrer eigenen Kultur. Denn die indigenen Gemeinden leben für gewöhnlich sehr zurückgezogen. Darüber hinaus zieht das interkulturelle Zusammentreffen auch nach sich, dass die Touristen ihre eigenen Traditionen, Gewohnheiten einbringen. Aber indem einige Regeln durch die lokalen Guides vorab kommuniziert werden, können Missverständnisse bzw. Unannehmlichkeiten für beide Seiten vermieden werden (u.a. kein Mitbringen gebrauchter Sachen bzw. Geschenke, Abgabe von Trinkgeld möglichst an das Gemeindebüro und nicht an einzelne Personen). Auf der anderen Seite bestätigen aber auch verschiedene Gemeindemitglieder, dass erst durch die Öffnung hin zum Tourismus die Kommunen ihre eigene Identität erst wiederentdeckt haben. Viele Bräuche, die durch das Abwandern oder das sinkende Interesse junger Gemeindemitglieder verschwanden, gewannen durch den Tourismus wieder zunehmend an Bedeutung in der Alltagsgestaltung der Gemeinde. Bei dieser Nischenform des Tourismus ist die Regulierung des Touristenstroms von existenzieller Bedeutung, um zu vermeiden, dass das Gemeindeleben nicht in zu großem Maße gestört wird und um andererseits einen möglichst regen Austausch der Besucher und Gemeindemitglieder zu fördern und damit die grundsätzliche Zielstellung eines nachhaltigen, gemeindeorientierten Tourismus.

 

Die besten Kaffeebohnen Ecuadors

Der Verband „La colmena“, der in der südlich gelegenen ecuadorianischen Provinz Loja angesiedelt ist, hat den Wettbewerb „Taza Dorada 2007“ (Goldene Tasse) gewonnen. Insgesamt haben ca. 15 verschiedene Verbände aus Ecuador mit jeweils unterschiedlichen Kaffeesorten an diesem Wettbewerb teilgenommen.

 

In Loja waren in den letzten sieben Jahren über 600 Kaffeeproduzenten daran beteiligt, den Kaffee anzubauen und zu optimieren. Lojas Kaffeeplantagen befinden sich auf 1.400 bis 1.700 Höhenmetern. Auf dem lokalen Markt werden jährlich 2.000 Säcke (á 45 kg) dieses ökologisch angebauten Kaffees mit dem Produktnamen „Las Aradas“ verkauft. Kaffee ist neben Erdöl eines der Hauptexportprodukte Ecuadors. So werden von den über 105.000 Familien, die als Kaffeeproduzenten registriert sind, jährlich über 650.000 Säcke mit je 60 kg Kaffee geerntet.

 

 

 

 

Kontakt


www.ecuadorline.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Bina Kreykenbohm.

 

 

 

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