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Neue Grenzbrücke in Zelz

Nach 13-monatiger Bauzeit wurde am 5. September 2008 die neue deutsch-polnische Grenzbrücke zwischen Zelz (Gemeinde Malxetal, Landkreis Spree-Neiße) und Siedlec (Gemeinde Trzebiel, Landkreis Zary) feierlich eingeweiht.

Das 95 Meter lange Brückenbauwerk über die Neiße war in den vergangenen Monaten das größte Investitionsvorhaben des Landkreises Spree-Neiße: Insgesamt 1,8 Millionen Euro, größtenteils Fördermittel, wurden in die neue Grenzbrücke investiert, die ab sofort nicht nur zwei Länder, sondern auch die beiden dies- und jenseits der Neiße gelegenen Teile des Geoparks „Muskauer Faltenbogen“ verbindet und für Radfahrer und Fußgänger beste Möglichkeiten bietet, innerhalb einer Tagestour grenzübergreifend die Region zu erkunden.

 

 

Anna Mackowiak aus dem Wojewodschaftsamt der Wojedodschaft Zielona Góra, Zarys Landrat Marek Cieslak, Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese und Brandenburgs Europastaatssekretär Dr. Gerd Harms (v.l.n.r.) gaben mit dem symbolischen Banddurchschnitt die neue Grenzbrücke zwischen Zelz und Siedlec frei. Kurz zuvor hatten sie die Namenstafel der „Neißetalbrücke“ enthüllt

 

Die Zahl der erschienenen Gäste aus Polen und Deutschland war groß. Landrat Dieter Friese begrüßte Vertreter der Landesregierung Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie, Landräte, Präsidenten, Amtsdirektoren und (Ober-)Bürgermeister beider Länder, weitere namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und unerwartet viele Einwohnerinnen und Einwohner von beiden Neißeufern. Vor den etwa 400 Anwesenden sprach Friese davon, dass 63 Jahre nach Kriegsende wieder eine Brücke entstanden sei, die nicht nur beide Ufer der Neiße, sondern auch deren Menschen verbinde. „Damit ist der Weg wieder offen für Begegnungen, für Erkundungen des bisher Fremden, für Vertrauen zueinander und eine friedliche und gute Nachbarschaft.“ Vor diesem Hintergrund habe dieser Brückenschlag eine ganz besondere Bedeutung: Er sei nicht nur ein Zeichen moderner Baukunst, sondern auch ein Symbol für den Willen zweier Völker, zueinander zu kommen. „Hier sind die Mauern wirklich gefallen.“

Auch Brandenburgs Europastaatssekretär Dr. Gerd Harms sprach von einem „wunderbaren Projekt“, das gut vorbereitet und hervorragend umgesetzt wurde. Er dankte allen, die sich für dieses Bauwerk eingesetzt und grenzübergreifend gedacht hätten. „1,4 Millionen EUR europäisches Geld ist hier wirklich gut angelegt, weil es dazu dient, dass zwei Länder mitten in Europa zusammenwachsen.“ Die neue Fußgänger- und Radbrücke sei in der Euroregion „Spree-Neiße-Bober“ ein gutes Beispiel dafür, was durch ein gemeinsames Engagement auch in Richtung Europäische Union erreicht werden könne.

 

 

Mit einem Volksfest auf beiden Seiten des Grenzflusses klang der Festtag an der neuen „Neißetalbrücke“ aus

 

Dass deutsch-polnische „Verbindungen“ bereits bestehen und gut funktionieren, war dann unter anderem im anschließenden Festprogramm zu spüren: Das Deutsch-Polnische Jugendorchester gab Kostproben seines Könnens, eine deutsch-polnische Brückenweihe vereinte Deutsche und Polen im Gebet und eine Kutschfahrt beider Bürgermeister der nunmehr durch die Brücke verbundenen Orte sollte als Zeichen des gemeinsam eingeschlagenen Weges gelten. Im Rahmen der offiziellen Freigabe der neuen Grenzbrücke erfolgte außerdem die feierliche Unterzeichnung der Vereinbarung zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfeleistung in den Bereichen Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungswesen. Die Landräte, Präsidenten und Oberbürgermeister sowie die Chefs der Feuerwehren der in der Euroregion „Spree-Neiße-Bober“ vereinten Landkreise Krosno Odrzanskie, Zary, Zielona Góra und Spree-Neiße sowie der Städte Zielona Góra und Cottbus vereinten mit dieser Unterzeichnung die gegenwärtig bestehenden unterschiedlichen Abkommen zur Zusammenarbeit der Feuerwehren zwischen diesen Gebietskörperschaften.

 

Zur Namensgebung war ein Wettbewerb ausgeschrieben

 

Und so sieht es aus: Das Namensschild der neuen Grenzbrücke, das während der feierlichen Einweihung des neuen Bauwerks auf deutscher und polnischer Seite enthüllt wurde 

 

Ganz ehrlich: Mit solch einer Flut von traditionsreichen, symbolträchtigen und auch kreativen Namensvorschlägen für die neue Grenzbrücke zwischen Zelz und Siedlec hatte keiner gerechnet!

Kurz nachdem der Namens-Wettbewerb für das neue Bauwerk auf deutscher und polnischer Seite eröffnet hatte, kamen auch schon stapelweise Postkarten und e-Mails aus Deutschland und Polen ins Forster Kreishaus. Insgesamt 105 Vorschläge von 71 Teilnehmern. Eine deutsch-polnische Jury hatte es da bei ihrer Entscheidung wirklich nicht leicht. Von „Jerischker Grenzbrücke“, „Faltenbogen-Brücke“ und „Freundschaftssteg“ über „Touristik-Meile“, „Radler-Brücke“ oder „Lebensbrücke“ bis hin zur „Europabrücke Jens Gabbe“, „Teufelssteinbrücke“ und „Brücke der Hoffnung“ reichten die vielen Vorschläge. Mit jeweils fünf Stimmen pro Jurymitglied wurden dann aus dieser mehrseitigen Namensliste die Favoriten ausgewählt, die wiederum einer gesonderten Punktverteilung unterlagen. Nach einer guten halben Stunde standen schließlich der Sieger und ein Name für das neue grenzüberschreitende Bauwerk fest:

 

Die neue Grenzbrücke wird ab sofort „Neißetalbrücke“ heißen. Damit folgte die Jury dem Vorschlag von Peter Klemm aus Forst (Lausitz), der sich nun über eine Reise nach London im Wert von 600 Euro freuen kann.

 

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Jana Weber.

 

 

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