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Think-Tank für Politik

 

Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) wurde im Jahr 1955 als eingetragener Verein in Bonn gegründet. Vorbild war seinerzeit das American Council on Foreign Relations, um ein von der Regierung und den politischen Parteien unabhängiges Institut aufzubauen. An der Gründung waren - neben vielen anderen – beteiligt: Bundespräsident Theodor Heuss, Bundeskanzler Adenauer, Erich Ollenhauer, Thomas Dehler, Walter Hallstein, Karl Schiller, Carlo Schmid, Otto Wolff von Amerongen, Hermann Abs, Heinrich von Brentano, Arnold Bergstraesser und Marion Gräfin Dönhoff. Der Neugegründete Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht „die Probleme der internationalen, besonders der europäischen Politik und Wirtschaft zu erörtern und ihre wissenschaftliche Untersuchung zu fördern“. Seitdem befasst sich der Verein mit der außenpolitischen Meinungsbildung in Deutschland. Durch die Globalisierung und eingebettet in die Europäische Union ist eine nationale Außenpolitik in vielen Bereichen nicht mehr möglich. Die deutsche Politik muss sich mit vielen Problemen befassen, die außerhalb der Grenzen Deutschlands auftreten. Nicht nur in Deutschland öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich, ganz besonders sind die so genannten Drittstaaten betroffen, die vielfach auch zu  denjenigen gehören, in denen beispielsweise Malaria oder HIV/Aids ihre weiteste Verbreitung haben. Sauberes Trinkwasser ist für viele Länder ein Problem, ebenso wie überhaupt der Zugang zu Wasser. Grenzüberschreitende große Flüsse, wie Euphrat, Tigris, Nil oder Jordan können zum Zankapfel der Anrainerstaaten werden, denn die Landwirtschaft ist auf  eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen. Ein großes Problem ist der Klimaschutz, der vom Umweltschutz nicht zu trennen ist. Der prognostizierte Anstieg der Meere wird manche heute noch dicht bewohnte Insel überfluten; Bangladesch wird stark betroffen sein.

 

Deutschland als rohstoffarmes Land ist auf den internationalen Handel angewiesen um auch weiterhin „Exportweltmeister“ zu bleiben. Die Versorgung der Industrieländer mit Rohöl, um den bis dato ständig wachsenden Energiebedarf zu stillen, ist ein weltweites Problem. Damit steht auch Russland im Fokus des Interesses. Die DGAP hat sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis für internationale Beziehungen zu verbessern. Darüber hinaus ist ihre wissenschaftliche Erforschung eine grundlegende Voraussetzung für die Arbeit des Vereins. Dazu werden von der DGAP regelmäßig deutsche und ausländische Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien eingeladen, um über aktuelle Themen der Außenpolitik zu diskutieren. Der Verein gibt außerdem seit 1995 die monatlich erscheinende Zeitschrift „Internationale Politik“ heraus, die aus der Zeitschrift „Europa-Archiv“ hervorgegangen ist. Es war die erste außenpolitische Zeitschrift im besetzten Deutschland; das erste Heft erschien nach Lizenzierung der Besatzungsbehörde im August 1946. Damit ist die „Internationale Politik“ die traditionsreichste Zeitschrift für internationale Politik in Deutschland. Inzwischen erscheint sie auch in englischer und in russischer Sprache. Zu erwähnen ist auch die Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP als eine der ältesten und bedeutendsten öffentlich zugänglichen Spezialbibliotheken zur deutschen Außen – und Sicherheitspolitik mit Beständen seit 1945. Mehr als 250 Zeitschriften aus fast allen Ländern der Welt, über 75.000 Bücher und elektronische Publikationen befinden sich in ihrem Bestand. Von Studenten, Wissenschaftlern und auch für private Zwecke kann die Bibliothek in Anspruch genommen werden.

 

Das Forschungsinstitut der DGAP befasst sich mit den Entwicklungen in den Ländern USA, EU, Frankreich, Mittel- und Osteuropa, Russland, Eurasien und China sowie mit den Themen Sicherheits- und Energiepolitik und globalen Zukunftsfragen. 20 Wissenschaftler beschäftigen sich mit den vorgenannten Themen und beraten Abgeordnete, Ministerien, Unternehmen und Wirtschaftsverbände (www.aussenpolitik.net). Außerdem wird über die Medien die Öffentlichkeit in Deutschland und im Ausland informiert. Darüber hinaus finden sich in den Studiengruppen „Strategische Fragen“  und „Europapolitik“ Experten zusammen, die unterschiedliche Szenarien entwerfen.

Daneben gibt es noch verschiedene Gesprächskreise, wo unter anderem Fragen zu den  transatlantischen Beziehungen, globalen Zukunftsfragen oder deutsch-polnische bzw. deutsch-französische Beziehungen diskutiert werden.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) ist ein eingetragener Verein, der sich durch Zuwendungen vom Auswärtigen Amt, Unternehmen, verschiedener Stiftungen und die Beiträge seiner Mitglieder finanziert. Präsident des Vereins ist Dr. Arend Oetker, ein Urenkel von August Oetker, der 1893 erstmals dass von ihm erfundene Backpulver unter dem Namen „Backin“ verkaufte und dass es seitdem in unveränderter Rezeptur gibt. Dr. Arend Oetker ist Chef einer Holding gleichen Namens, deren Kerngeschäft die Produktion der bekannten „Schwartauer Marmelade“ ist. Direktor der DGAP ist Professor Dr. Eberhard Sandschneider, ein ausgewiesener China-Experte, der neben Englisch und Französisch auch Chinesisch spricht.

 

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V.

Rauchstrasse 17/18 – D-10787 Berlin

Tel.: 030/25 42 31 32 – Fax: 030/25 42 31 16

www.dgap.org

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

 

 

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