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BUGA Koblenz 2011 schließt ihre Pforten

Mehr als 16.100 Reisebusse, rund 8.000 Veranstaltungen und fast 3.5 Millionen Besucher - die Bundesgartenschau Koblenz 2011 ist in vielfacher Hinsicht eine „große Nummer“. Entsprechend zogen die Organisatoren ein überaus positives Fazit.

Nach 185 Tagen wird die Bundesgartenschau Koblenz 2011 mit einer schwarzen Zahl ihre Pforten schließen. Dabei sind der Besucherrekord und das wirtschaftlich positive Ergebnis nur eine Seite dieses Erfolgs: Seit dem 15. April hat das fröhliche Sommerfest mit üppiger Blütenpracht, einem abwechslungsreichen Kulturprogramm und der spektakulären Seilbahn über den Rhein Besucher aus Nah und Fern begeistert und die Stadt mit seinen historischen Orten im wahrsten Sinne des Wortes „verwandelt“. Vieles davon wird bleiben.

Koblenz Buga

„Wir haben eine emotionale Gartenschau gemacht, der es gelungen ist, als Klammer die Qualitäten dieser Stadt zusammen zu fassen sowie Stadt und Region miteinander zu vereinen“, nannte BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas einige der Faktoren für den großen Erfolg dieser Bundesgartenschau, die nach seiner Prognose – sollte das Wetter in den letzten Tagen mitspielen – vielleicht sogar die 3,5 Millionen-Besucher-Grenze überschreiten könnte.

Dieses hohe Besucheraufkommen – mit zwei Millionen Gästen hatte man eigentlich kalkuliert – machte die Bundesgartenschau Koblenz zu einer logistischen Herausforderung, die sich beispielsweise in den Zahlen rund um das Verkehrskonzept niederschlägt: So legten die BUGA-Shuttle-Busse bei ihren 130.000 Fahrten insgesamt 480.000 km zurück, unter anderem um die beiden Park-and-Ride-Parkplätze am Wallersheimer Kreisel und an der Fritsch-Kaserne anzufahren. Dort parkten 350.000 Autos und 16.100 Reisebusse. Wer gegenüber anderen Bundesgartenschauen eher unterproportional zum Einsatz kam, waren die Einsatzkräfte von Polizei und Sanitätsdienst. Letztere hatten nur rund 4.500 Hilfeleistungen zu erbringen, die aber selten dramatisch waren. Es gab nur wenige Verletzungen, die eine Nachbehandlung in einem Krankhaus erforderten. Das Tagesgeschäft war eher das Versorgen von Insektenstichen und Blasen. Die Polizei hatte nicht viele Strafanzeigen zu bewältigen, suchte dafür aber während der BUGA-Dauer 40 verloren gegangene Kinder und 87 Senioren oder Angehörige von Reisegruppen.

Koblenz Buga

Überraschend sind auch die Zahlen rund um die BUGA-Dauerkarte: 76.762 BUGA-Dauerkarten wurden personalisiert und durchschnittlich 14 Mal für einen BUGA-Besuch genutzt, in vielen Fällen sogar weit über 100 Mal. Die älteste Besitzerin einer BUGA-Dauerkarte ist 98 Jahre alt. Die letzte BUGA-Dauerkarte wurde noch am 4. Oktober gekauft. Und: BUGA-Dauerkarten-Besitzer aus Bonn, Gelsenkirchen und anderen Städten außerhalb der Region lassen erahnen, wie sehr sich nicht nur die Menschen aus Koblenz selbst mit dieser Bundesgartenschau Koblenz 2011 identifizieren.

„Die Menschen der Stadt und Region haben diese enorme Chance genutzt und ihre Gastgeberrolle mit Freuden angenommen, sowohl im Privaten als auch in Hotellerie und Gastronomie“, betonte der Koblenzer Oberbürgermeister und BUGA-Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. So gab es beispielsweise im Monat Juni 2011 71.948 Übernachtungen allein in Koblenz, was eine Steigerung zum Vorjahresmonat von 48,8 Prozent bedeute. Zudem konnten auch benachbarte Landkreise in diesem Sektor Steigerungen von bis zu 25 Prozent verzeichnen.

Auch die Gästeführungen profitierten: Bis dato wurden in dieser Saison bei der Koblenz-Touristik 3.459 Stadtführungen und 3.841 BUGA-Führungen gebucht. Das ist gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum im Jahr 2010 eine Steigerung von 167,7 Prozent. Hofmann-Göttig erwartet auch für die Zukunft eine gute Auslastung: „Die Gäste haben die Verwandlung der Stadt Koblenz und die tolle Stimmung ein halbes Jahr lang begeistert erlebt – diese positiven Eindrücke bleiben haften.“

Infrastrukturminister Roger Lewentz äußerte sich sehr optimistisch über die wirtschaftliche und touristische Zukunft von Stadt und Region: „Rheinland-Pfalz hat seit zehn Jahren die BUGA Koblenz 2011 unterstützt, um das Oberzentrum und die Region Mittelrhein zu fördern. Insgesamt hat das Land rund 160 Millionen Euro rund um die BUGA für Städtebau, Renovierungen, Hochwasserschutz und das Ausstellungsprogramm investiert. Es konnten generationen-übergreifende Aufgaben erfüllt werden. Mehr als 40 Landesbehörden waren – zum Teil seit Jahren – mit dem Werden und Wachsen der BUGA Koblenz 2011 befasst. Die restaurierte Festung Ehrenbreitstein und das Schloss Stolzenfels werden in den nächsten Jahren viele Gäste zum Besuch in Koblenz bewegen. Mit dem Kulturellen Erbe und der neuen touristischen Infrastruktur werden das „verwandelte“ Koblenz und die Welterbe-Regionen Mittelrheintal und Limes in den kommenden Jahren wirtschaftlichen Erfolg haben können.“

Ferner berichtete Lewentz von der Rheinland-Pfalz-Bühne, die als Schaufenster ins Land mit 1.600 Veranstaltungen mehr als 23.000 ehrenamtlich Aktiven aus allen Regionen zahlreiche Möglichkeiten geboten hatte, sich an der BUGA zu beteiligen. Der Innenminister betonte: „Der Mittelrhein und die Stadt Koblenz haben alles, um zu einer der hochwertigen Gastgeber-Regionen in Europa zu werden: Mehr als drei Millionen zufriedene BUGA-Besucher sind neue Botschafter für den Mittelrhein und für Koblenz.“

Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, lobte die durchweg hervorragende Arbeit der Gärtner: „Der grüne Berufsstand hat alles gegeben, um den Koblenzerinnen und Koblenzern sowie ihren Gästen einen blühenden Wandel der Jahreszeiten von Frühjahr über Sommer bis Herbst zu bescheren. Die Natur zeigten unsere Fachleute in ihrer schönsten kultivierten Form und Pracht. Diesmal freuen wir uns über die besonders umfangreiche Darstellung unseres Berufsstandes mit wirklich allen Sparten, denn die Bereiche Gemüse und Pilze waren erstmals in dieser Form dabei; die Friedhofsgärtner haben ebenso positiv von sich reden gemacht wie auch alle anderen Sparten. Für den Berufsstand war die BUGA Koblenz 2011 sicher ein großer Imagegewinn, aber auch für die Region.“ Für ihre besonders engagierten Leistungen konnten die teilnehmenden Betriebe aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Holland bei dieser „Olympiade der Gärtner“ auch etliche Auszeichnungen und Preise mit nach Hause nehmen. So vergaben die 102 Preisrichter in den bis heute 24 Hallenschauen und 25 Freilandwettbewerben unter anderem 97 Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft sowie 85 Ehrenpreise verschiedener Stifter wie Ministerien, Landwirtschaftskammern und Verbände.

„Die BUGA Koblenz 2011 lieferte uns als Deutscher Bundesgartenschau-Gesellschaft eine Steilvorlage für alle kommenden Gartenschauen: sie ist die Werbeplattform für unsere zukünftigen Ausstellungs-Formate geworden“, zeigte sich Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH, beeindruckt von dem Erfolg. Dieser habe interessierte Kommunen angespornt: „Im Lauf des letzten halben Jahres haben sich viele Vertreter anderer Städte bei uns gemeldet, die ein eigenes Gartenschau-Format mit uns realisieren wollen. Konkrete Planungen, Anfragen von Städten und Regionen liegen uns bis 2029 vor.“ Sandner forderte dazu auf, die Internationale Gartenschau (igs) in Hamburg in zwei Jahren zu besuchen, die unter dem Motto „In 80 Gärten um die Welt“ auf einem Areal von 100 Hektar zu einer Reise durch gärtnerische, landschaftsplanerische und künstlerische Beiträge einlade.

Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH, Kastorpfaffenstraße 21, D-56068 Koblenz, www.buga2011.de 

Von Christiane Gandner und Verena Kaiser

 

 

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