Suche

Berlin

Sparkassen-Tourismusbarometer

Trends im Tourismus: Die Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband stellte ihren Sparkassen-Tourismusbarometer vor. Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis und Prof. Dr. Mathias Feige, dwif, betonten dabei: Für den Tourismus in Deutschland lassen sich folgende Trends ableiten.

Erstens: Die internationale Staatsschuldenkrise hat den Tourismus nicht erreicht. Im ersten Halbjahr 2011 ist die Reisetätigkeit weltweit gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent angestiegen. Mit einer Steigerung der internationalen Ankünfte von 7,9 Prozent wuchs der Tourismus in Deutschland im selben Zeitraum deutlich über Weltniveau. Das krisengeschüttelte Griechenland kann sogar zweistellige Zuwachsraten verbuchen. Die Zahl der ausländischen Gäste ist im ersten Halbjahr um 13,9 Prozent gestiegen. Die Prog­nosen für das Jahr 2011 stimmen weiter optimistisch: Die Welttourismusorganisation UNWTO erwartet ein weltweites Wachstum von 4 und 5 Prozent. Auch für Deutschland zeichnet sich ein stabiles Wachstum ab.

Zweitens: Deutschland bleibt Reiseziel Nummer 1 in Europa. Mit 380 Millionen Übernachtungen in 2010 behauptet Deutschland seine Marktführerschaft und liegt noch vor den beliebten Sommerreisezielen Italien, Spanien und Frankreich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte Deutschland die Zahl der Übernachtungen zwischen Januar und September um knapp 4 Prozent steigern.

Die Stärke Deutschlands liegt im Binnentourismus. Rund 84 Prozent aller Übernachtungen in Deutschland gehen auf die eigene Bevölkerung zurück. Dieser hohe Anteil spricht für die Attraktivität des Standortes. In Krisenzeiten ist ein starker Binnentourismus ein großer Vorteil. Dann boomt der Tourismus im eigenen Land, fängt Nachfragerückgänge aus dem Ausland auf und hat für die gesamte Branche eine stabilisierende Wirkung.

Andere europäische Länder, die stark von ausländischen Gästen abhängig sind, wie z. B. Polen und die Baltischen Staaten beginnen nach einigen schwierigen Jahren wieder aufzuholen. Sie konnten ihre Übernachtungszahlen um bis zu 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Drittens: Das Reiseland Deutschland ist für immer mehr ausländische Touristen attraktiv. In den ersten neun Monaten diesen Jahres haben rund sechs Prozent mehr ausländische Gäste in Deutschland übernachtet als noch im Vorjahr. Dieser Anstieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Deutschland als Tagungs- und Veranstaltungsort stärker nachgefragt wird. Als Reiseland oder Standort für Tagungen bietet Deutschland eine hervorragende Infrastruktur, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und vielfältige Urlaubsmöglichkeiten. Auch die Qualität stimmt.

In den letzten 10 Jahren ist der Anteil der ausländischen Gäste insgesamt von 12 auf 16 Prozent gestiegen. Damit der Deutschlandtourismus weiterhin kontinuierlich wächst, müssen die Vorteile in der Bewerbung des Standortes noch stärker herausgestellt werden. Denn trotz der positiven Entwicklungen bleibt noch viel Luft nach oben.

 

Sparkassen Tourismus Barometer Situation des Gastgewerbes: Für das deutsche Gastgewerbe stellt sich die Situation aktuell wie folgt dar.

Erstens: Die Umsätze im Gastgewerbe steigen. Laut Statistischem Bundesamt setzte das Gastgewerbe - also Beherbergungs- und Gaststättengewerbe - von Januar bis September 2011 real 2,3 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Nach den deutlichen Umsatzeinbußen der letzten Jahre lässt diese Entwicklung auf einen spürbaren Aufschwung schließen. Die Branche profitierte von der guten Wirtschaftsentwicklung sowie vom anhaltenden Trend im Deutschlandtourismus.

Auch hier hat die aktuelle Staatsschuldenkrise bislang keinen spürbaren Einfluss auf die Realwirtschaft. Solange der Arbeitsmarkt stabil ist, leisten sich die Deutschen gerne etwas, gehen Essen, ins Theater, unternehmen Tagesausflüge oder nehmen Aktiv- und Wellnessangebote wahr. Bis die massiven Umsatzeinbrüche, die sich im Gastgewerbe von 2008 bis 2010 auf deutlich mehr als zehn Prozent summiert haben, ausgeglichen werden können, wird jedoch noch einige Zeit vergehen.

Zweitens: Die Investitionen im Hotelgewerbe ziehen leicht an. Die Investitionsquote des gesamten Hotelgewerbes, ist von 1,9 Prozent in 2009 auf 2,2 Prozent in 2010 leicht gestiegen. Die Hotellerie profitierte insbesondere von Geschäftsreisen und Veranstaltungen, die mit der Wiederbelebung der Konjunktur in 2010 wieder stark zugenommen haben. Die Gewinne haben die Hoteliers vielfach auch zur Stärkung ihres Eigenkapitals genutzt. Die Quote stieg von Null auf wenigstens 2,8 Prozent-das ist ein Schritt in die richtige Richtung, der Wert ist aber im Branchenvergleich viel zu niedrig.

Derzeit führt das Verarbeitende Gewerbe mit einer Quote von 23,3 Prozent. Der Dienstleistungssektor weist im Durchschnitt 19,1 Prozent Eigenkapital auf, der Handel 17,4 und die Bauwirtschaft 10,8 Prozent. Im Durchschnitt liegen die Eigenkapitalquoten über alle Unternehmensgrößen und Branchen hinweg bei gut 18 Prozent - ein historischer Höchstwert. Hier muss das Hotelgewerbe dringend nachlegen um auch wirtschaftliche Schwächephasen besser überstehen zu können.

Ein Teil der Gewinne wird aber auch für Investitionen - überwiegend als Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen verwendet. Die Experten der Sparkassen gehen zu fast 80 Prozent auch in diesem Jahr von einer gleichbleibenden (60%) oder sogar ansteigenden (17%) Investitionstätigkeit im Gastgewerbe aus.

Drittens: Die Lage des Gaststättengewerbes ist weiter angespannt. Traditionell schwierig sieht die Situation im Gaststättengewerbe aus. Zwar konnte in diesem Jahr mit einem Umsatz-Plus von 1,9 Prozent (Januar bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum) für das Gaststättengewerbe ein positives Ergebnis erzielt werden. Es erscheint mir aber noch zu früh, hier von einer wirklichen Trendwende zu sprechen. Die Lage bleibt insgesamt gesehen angespannt, denn der Aufschwung setzte, verglichen mit dem Beherbergungsgewerbe, erst später ein und war auch deutlich schwächer.

Wie volatil die Umsatzergebnisse in der Gastronomie sind, hat das vergangene Jahr gezeigt. In 2010 musste die Gastronomie noch einen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Wegen der gesunkenen Gewinne waren die Gastronomen nicht in der Lage, ihre Eigenkapitalbasis zu verbessern. Sie lag 2010 nach wie vor bei null. Verluste aufgrund von nicht absehbaren Marktveränderungen aufzufangen, ist bei vielen Unternehmen deshalb nicht gegeben.

Inzwischen sind wichtige Kostenblöcke wie Personal- und Mietaufwendungen weiter ge­stiegen. Nicht verwundern darf deshalb, dass 92 Prozent aller Insolvenzen im Gastgewerbe auf die Gastronomie entfallen. Um sich aus dieser schwierigen Situation zu befreien, müssen von den Unternehmen einige entscheidende Erfolgsfaktoren stärker berücksichtigt werden. Dabei geht es um:

Eine professionelle Betriebsführung. Der Erfolg hängt wesentlich von den persönlichen und fachlichen Qualifikationen des Unternehmers ab. Das betriebs­wirtschaftliche Know-How gehört zu einem erfolgreichen Gaststättengewerbe unbedingt dazu.

Ein klares Konzept. Zukunftspotenzial haben insbesondere Betriebe mit einem klaren Profil, einem Alleinstellungsmerkmal oder mit maßgeschneiderten Angeboten für konkrete Zielgruppen.

Bringen die Unternehmer diese Voraussetzungen mit, dann steht in aller Regel auch einer Finanzierung nichts im Wege. Sparkassen und Landesbanken, die mit 50 Prozent Marktanteil der kreditwirtschaftliche Partner des Gastgewerbes sind, unterstützen die Betriebe durch Beratung und Finanzierung. Gerade für die Unternehmen des Gastgewerbes gibt das dies­jährige Sparkassen-Tourismusbarometer Deutschland wertvolle Tipps. Hier werden Zukunfts­chancen kleiner und mittlerer Betriebe des Gastgewerbes analysiert. Aktuelle Marktent­wicklungen, betriebsinternen und -externen Erfolgsfaktoren sowie Hinweise auf branchen­spezifische Besonderheiten bieten konkrete Hilfestellung, um die Wettbewerbsfähigkeit speziell dieser Betriebe, aber auch des gesamten touristischen Sektors sicherzustellen.

Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Charlottenstraße 47, D-10117 Berlin, www.dsgv.de

 

ReiseTravel empfehlen/merken:
del.icio.usLinkaARENAMister Wonggoogle.comYahooMyWeb

ReiseTravel aktuell:

Hensted

Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint: Da werden die Fahrräder flugs aus Kellern und Schuppen geholt. Doch aufgepasst mahnt Thorsten Rudnik,...

Völz

Völs am Schlern als Familien-Urlaubsparadies mit hohem Erlebniswert: Sanft streichelt die Sonne die saftig grünen Almen, auf denen kleine Dörfer,...

Moskau

Vor 25 Jahren platzte der Traum der sowjetischen Luftabwehr, welche sich bis dato für unüberwindbar hielt. Ein gerade einmal 19jähriger aus Wedel bei...

Inzell

Jedes Jahr zu Pfingsten lockt Inzell zur „musikalisch-kulinarisches Pfingstroas“: An drei Tagen lautet das Motto: Bayerische Lebensfreude pur mit...

Regensburg

Reisen & Speisen in Regensburg führen zu facettenreichen Erlebnissen: Egal, wie lange ein Regensburg Aufenthalt dauert, einen kulinarischen...

Klaistow

Spitzenleistung: Wenn der Spargel seine Spitzen durch den märkischen Sand treibt, dann wissen Berliner und Brandenburger, dass wieder Saison für...

Rom

In Bella Italia waren Sie schon lange nicht mehr, sind aber grundsätzlich nicht abgeneigt? Bei mir war es bis vergangene Woche genauso. Da habe ich...

Peking

Noch Dunst oder schon Smog? Klare Sicht ist in Peking selten. Die Chinesen kaufen zu wenige chinesische Autos. Chinas Hersteller bangen um ihre...

Uly Koch

In Donaueschingen befindet sich die Quelle der Donau: Nach 609 Kilometern durch Deutschland fließt der Fluss dann weiter durch zahlreiche Länder und...

Berlin

10 von 12 Filialbanken bei Kreditberatung „mangelhaft": Die Stiftung Warentest prüfte und stellte fest: Filialbanken behindern Kunden beim...