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Berlin

Von Adlershof zum Atlantik

Sie nennen sie „Island test bay“, die Forscher der Yuonicos AG in Berlin-Adlershof: Gemeint ist die energetische Simulationsanlage für die gesamte Azoren-Insel Graciosa. Noch tuckern fünf leistungsstarke Dieselgeneratoren auf der „Weißen Insel“ und jede Woche pumpt ein Tanker Nachschub für die 4.500 Bewohner und jede Menge Touristen. Das wird sich bis spätestens 2013 radikal ändern: Dann soll eine autarke Versorgung des vollständigen Inselnetzes mit regenerativen Energien erreicht sein. Künftig kann Graciosa ihre eigene Energie CO2-frei erzeugen. Die erste Tourismus-Destination im Atlantik, energieversorgt von Sonne und Wind.

Azoreninsel Graciosa, genannt „die Liebliche“

Den Insel-Teststand mitten in Berlin betreut Elena Franzen. Für sie und alle anderen Projektinitiatoren der Testanlage sind allein die meteorologischen Werte der Azoreninsel interessant: „Die Sonneneinstrahlung und das Windaufkommen Graciosas bilden die Simulations-Grundlage in unserem weltweit Einzigartigen Demonstrations- und Entwicklungsprojekt. Auf der Basis regenerativer Energie wird die vollständig autarke Versorgungssituation für die Azoreninsel Graciosa nachgebildet. Erstmalig im Megawatt-Bereich entsteht ein autarkes Netz basierend auf 70 bis 90 Prozent Wind- und Solarenergie, einer 1-Megawatt-Natrium-Schwefel-Batterie als Speicher und 10 bis 30 Prozent Biodiesel-Back-Up“. In dieser Versuchsanordnung entwickelt die Energiefirma Younicos Konzepte zur Netzregelung und zum Energiemanagement, um in jeder Region der Welt Netze mit bis zu 100 Prozent erneuerbarer Energie stabil zu betreiben. Zu den einzelnen Komponenten des Teststandes gehört auch die 1 Megawatt-Großbatterie des japanischen Herstellers NGK. Sie ist aufgrund ihrer hohen Zyklenfestigkeit optimal mit erneuerbaren Energien kombinierbar, bei simuliertem Windeintrag, realem Solareintrag und simulierter Last. Die Simulatoren werden mit den Last-, Wind- und Einstrahlungsmessungen der Insel gespeist. Umrichter verbinden die Windkraftanlage, das Photovoltaik-Kraftwerk und die Batterie zu einem Netz mit den Parametern Spannung und Frequenz. Insgesamt gilt es, vor allem zwei Herausforderungen zu meistern: das Speichermanagement und die Koordination der verteilten Wechselrichter. 

Inselteststand auf den Forschungscampus Berlin-Adlershof

Das Ziel hinter dem Versuch ist die Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung, im Sinne einer bis zu 100 prozentigen Versorgung aus regenerativen Quellen. Um die derzeitige Limitierung der Energieversorgung aus Sonnen- und Windkraft aufzuheben, bedarf es Lösungen für die stabile Netzregelung bei großtechnischer Energiespeicherung. Der Grundstein für eine mehrheitlich auf regenerativen Bezugsquellen aufbauende Energieversorgung ist mit dem Insel-Teststand bereits gelegt. Auf der Grundlage der empirisch gewonnenen Ergebnisse können betriebsfertige Versorgungssysteme auf kleineren Inseln oder in netzfernen Dörfern eingerichtet werden. Ebenso kann nach dem Netzparallelbetrieb-System sukzessive die Umstellung größerer Netze wie des deutschen oder des europäischen Netzes erfolgen. Mit dem Projekt Graciosa wird der Beweis angetreten, dass eine stabile Energieversorgung, die auf regenerativen Energien beruht, schon heute umsetzbar und über die Lebensdauer wirtschaftlich ist.  

                                                      

Simulationsanlage Adlershof
Tourismusziel für Erlebnis und Erholung
: Die Insel Graciosa mit dem Hauptort Santa Cruz da Graciosa ist die zweitkleinste Insel der Azoren. Vulkanischen Ursprungs werden auf dem fruchtbaren Boden Getreide, Früchte und Wein angebaut, es wird außerdem Viehwirtschaft betrieben. Wandern lässt sich zwischen alten Steinmauern und halbverlassenen Weingärten, Baden in geschützten Meerwasserbecken oder in den Thermen, Erkundungen gelingen zu Pferde - oder vom Boot aus. Hier kommt der Naturfreund zum Zug: ursprüngliche, unberührte Natur, eine Landschaft in sanften Grün- und Blautönen und gewundene Straßen, die im Frühling von blühenden Hortensien gesäumt sind. Walbeobachtungstouren werden von nahezu allen Unternehmen angeboten. Die freundlichen Tiere treffen vor den Azoreninseln auf ideale Lebensbedingungen. Von den ganz großen Arten werden hier insbesondere Pottwale gesichtet. Mit über zwanzig Walarten sind die Azoren das ideale Revier für Walbeobachtungen. Da Niederschläge auf der recht flachen Insel eher selten sind, muss das Wasser in Zisternen und Brunnen gesammelt werden. Das Klima auf den Azoren ist mit 15 – 20 Grad C recht ausgeglichen. Die Winterzeit dort ist mild, der Sommer ist warm, aber nicht zu heiß. Ein Weihnachtsfest bei Temperaturen über 15 Grad C ist nichts Ungewöhnliches. Die zu Portugal gehörende Insel bildet mit den weiteren acht eine eigene autonome Region. http://www.urlaub-portugal-reise.de

 

Kontakt

 

Brant W. Richards, Younicos AG, Am Studio 16, D-12489 Berlin, Fon +49 30 81879-9018, Fax +49 30 81879-9000, press@younicos.com - www.younicos.com

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Guenter Knackfuß

 

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