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Potsdam

Historische Stadtkerne

Im Kern einzigartig - Bauen – Beleben – Bespielen: Am 22. Mai 1992 gründete sich die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“, mit dem Ziel, die historischen Stadtkerne vor dem Verfall zu retten, die historische Bausubstanz zu bewahren, mit neuem Leben zu füllen und dabei den hohen Ansprüchen des städtebaulichen Denkmalschutzes Rechnung zu tragen.

Heute stellt die Erneuerung und Weiterentwicklung der historischen Stadtkerne des Landes Brandenburg unter Beweis, dass das Zusammenwirken von Bund, Ländern und Kommunen im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz außerordentlich erfolgreich war und ist.

Jetzt trafen sich die Bürgermeister zu einem Gespräch mit dem Schirmherrn der Arbeitsgemeinschaft und Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft Jörg Vogelsänger. Zur Diskussion stand, wie aus Sicht der Mitgliedsstädte das Land Brandenburg seine struktur- und förderpolitischen Rahmensetzungen auf eine Stärkung der Städte ausrichten kann. Die Gesprächsbeteiligten betonten, dass das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz in seiner inhaltlichen Ausrichtung weiterhin die Basis für die Stadtentwicklung in allen 31 Städten mit historischen Stadtkernen ist. Die Entwicklung der Städte wird vonseiten des Landes auch zukünftig bedarfsgerecht unterstützt. Die Städte mit historischen Stadtkernen werden zudem aufzeigen, wie Sie bereits heute neben der Städtebauförderung weitere Finanzmittel sowie privates und unternehmerisches Engagement für die Umsetzung ihrer Entwicklungsziele nutzen. In den kommenden Jahren gilt es die erreichten Sanierungserfolge zu sichern, weitere nicht genutzte und perspektivisch vom Verfall bedrohte Denkmale zu retten und wertvolle städtebauliche Ensembles mit Nutzungen zu beleben. 

Die Arbeitsgemeinschaft nimmt sich auch den Zukunftsthemen gemeinschaftlich an. Der weiter voranschreitende technologische und wirtschaftliche Wandel sowie die Herausforderungen einer modernen Gesellschaft werden an den Stadtkernen auch künftig nicht vorübergehen. Im Rahmen eines Verbundprojektes werden zum Beispiel tragfähige und auch andernorts anwendbare Lösungsansätze entwickelt, die die Ziele des

Klimaschutzes in weitgehende Übereinstimmung mit den Belangen der städtebaulichen Denkmalpflege und einer auf die Wahrung des baukulturellen Erbes ausgerichteten integrierten Stadtentwicklung bringen sollen.

Das baukulturelle Erbe der Städte wird auch im Jahr 2012 im Mittelpunkt vieler Projekte und Aktionen der Arbeitsgemeinschaft stehen. Erneut beteiligt sich die Arbeitsgemeinschaft am Kulturland-Themenjahr. Unter dem Titel „König Macht Stadt“ können Besucher in den Ausstellungsstädten Spuren und Relikte machtpolitischer Entscheidungen sowie Geschichten v.a. aus der Zeit Friedrich des Großen, die sich an konkreten Orten und Baulichkeiten widerspiegeln, erleben. Zudem wird die Aktion „Unser Denkmal des Monats“ zwölf Denkmale auszeichnen, die in diesem Zusammenhang beispielhaft die Stadtgeschichte veranschaulichen.

Die Städte im südlichen Teil Brandenburgs werden sich darüber hinaus in einem Verbundprojekt zum Reformationsjubiläum 2017 zusammenschließen. Seit nunmehr 20 Jahren ist der Austausch zu Fachthemen, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit wichtiger Bestandteil der Arbeitsgemeinschaft. Im laufenden Jahr werden sich die Mitgliedsstädte intensiv mit dem Thema Tourismus in historischen Stadtkernen, auch in Verbindung mit Alltagstauglichkeit sowie mit Neuen Medien und Web 2.0 auseinandersetzen. Hierzu wird in Rheinsberg eine Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft „Historische Stadt- und Ortskerne“ des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Auch das noch recht neue Format „Denksalon“ findet seine Fortsetzung.

Bauminister Jörg Vogelsänger betonte: Bisher wurden insgesamt rund 660 Millionen Euro für den Erhalt der historischen Bausubstanz und Vitalisierung der Stadtkerne bereitgestellt. Jörg Vogelsänger: „Die Erfolge der Stadtsanierung sind in den historischen Stadtkernen in Brandenburg nicht zu übersehen. Wertvolle Bausubstanz wurde gerettet und die Innenstädte sind weitgehend saniert. Die Arbeitsgemeinschaft der historischen Stadtkerne hat daran einen großen Anteil. Die AG ist ein Musterbeispiel für eine kommunale Interessengemeinschaft. Brandenburgs Städte sind Anker im Raum und wichtige Voraussetzung für einen zukunftsfähigen ländlichen Raum. Brandenburg wird sich gegenüber dem Bund und der EU für eine Fortführung der erfolgreichen Förderprogramme starkmachen.“

Seit dem Programmstart 1991 wurden im Bund-Land-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ bis einschließlich Programmjahr 2011 rund 640 Millionen Euro bewilligt. In diesem Jahr können für die Jahre 2012 bis 2016 weitere rund 21 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel bewilligt werden. Einschließlich des kommunalen Eigenanteils stehen damit bis 2016 über 818 Millionen Euro zur Verfügung.

„Stadtentwicklung und Stadterneuerung bleiben auch zukünftig eine Schwerpunktaufgabe der Landesregierung. Wir wollen das kulturelle Erbe unseres Landes bewahren und die Städte fit für die Zukunft machen. Die Einschnitte der letzten Jahre machen eine noch stärkere Konzentration auf Ober- und Mittelzentren sowie auf Daseinsvorsorge und die wirtschaftliche Entwicklung notwendig. Im Rahmen der künftigen Möglichkeiten werden die AG-Städte weiterhin bedarfsgerecht unterstützt. Die erfolgreiche Bündelung von Fördermitteln muss fortgesetzt und ausgebaut werden. Dabei ist uns die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ ein wichtiger und verlässlicher Partner“, betonte Jörg Vogelsänger.

In der 1992 gegründeten Arbeitsgemeinschaft arbeiten heute 31 brandenburgische Städte - darunter die Landeshauptstadt Potsdam, Brandenburg an der Havel, Neuruppin, Altlandsberg, Dahme/Mark sowie Treuenbrietzen - bei der Erhaltung, Sanierung und der wirtschaftlichen sowie kulturellen Belebung ihrer historischen Stadtkerne zusammen.

Denkmal des Monats: Das Pfarrhaus Großstraße 48 befindet sich im Eingangsbereich zum Sanierungsgebiet „Altstadt Treuenbrietzen“. Früher diente die Großstraße 48 als Oberpfarre des Pfarrsprengels Treuenbrietzen, der ehemals 30 Gemeinden umfasste und bis Saarmund reichte. Die ehemalige Oberpfarre war der erste Anlaufpunkt für die christlich geprägten Soldaten des Garnisonsstandortes Treuenbrietzen.

Das Pfarrhaus gehört mit seinen Ursprüngen neben den Hakenbuden wahrscheinlich zu den ältesten Gebäuden der Stadt, obwohl bisher kein genaues Baujahr ermittelt werden konnte. Bei den restauratorischen Untersuchungen, die im Verlauf der Sanierung durchgeführt wurden, sind jedoch Farbschichten freigelegt worden, die die bisherige Annahme stützen, das Pfarrhaus sei im Kern bereits im 16. Jahrhundert erbaut worden.

Das Gebäude besteht aus einem älteren Vorderhaus und einem jüngeren Seitenflügel. Im Rahmen der Städtebauförderung wurde 2009 bis 2011 die gesamte Gebäudehülle von Vorderhaus und Seitenflügel denkmalgerecht modernisiert und instand gesetzt. Erfreulich ist die Tatsache, dass das Nebengebäude in der Pfarrgasse nicht abgebrochen, sondern liebevoll rekonstruiert wurde. Die Ziegel der Biberschwanzdeckung sind wiederverwendete Ziegel des ebenfalls im Jahr 2011 abgeschlossenen Fördervorhabens Großstraße 64.

Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen Land Brandenburg c/o complan Kommunalberatung GmbH, Voltaireweg 4, D-14469 Potsdam, Fon +49 (0)331 20 151-20, info@ag-historische-stadtkerne.de - www.ag-historische-stadtkerne.de 

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