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Werner Matieschek

Droben auf der Gruberalm

Wo sich Hasen und Rehe Gute Nacht sagen läßt`sich gut leben wie es scheint: Dort liegt die Mayerlehenhütte auf der Gruberalm, bekannt für die urige Atmosphäre und die herzhafte Bauernkost in einer Höhe von 1.036 Metern. Betrieben wird sie von den Eheleuten Werner und Lisi Matieschek. Allerdings heißt es da früh aufsehen, die Kühe wollen gemolken werden und die täglichen Arbeiten verrichtet. Die sind hier oben ein wenig schwieriger zu bewerkstelligen. Viel Komfort gibt es nämlich nicht. Dennoch sind sie am liebsten auf der Alm, die zwei. Und bedauern es immer, wenn der Almsommer vorbei ist und sie im Herbst wieder hinunterziehen müssen ins Dorf.

Ganz so wie früher ist es ja nun Gottlob nicht mehr. Gelegentlich kommt man ja hinunter - mit dem eigenen Alm-Auto. Auch die Sennerin, um die Wäsche zu waschen oder etwas zu regeln. Doch die meiste Zeit bleibt sie oben bei ihren Tieren auf ihrer Alm. Während Werner frühmorgens noch seiner Frau bei den alltäglichen Arbeiten hilft, zieht er nach dem gemeinsamen Frühstück talwärts, um seinem Beruf nachzugehen. Die Zeiten haben sich eben geändert. Bei den Preisen heute in der Milchwirtschaft kann keiner mehr allein davon leben. Und so übt Werner seine hauptberufliche Tätigkeit in einer Behindertenwerkstätte in Fuschl am See aus.

Werner Matiescek auf der Gruberalm

Werner Matieschek erklärt den Gästen gerne die Geheimnisse der Natur

Die Lise, mit bürgerlichem Namen Elisabeth, hat das Handwerk von klein auf gelernt und sich bewusst für das Leben auf der Alm entschieden. Eine richtige Ausbildung gibt es dafür nicht, schließlich muss man da hinein wachsen und sich vor Ort mit der Almwirtschaft beschäftigen. Die Sennerei ist ein Beruf, in dem die Erfahrung mit den Jahren kommt und nicht in der Theorie erlernt werden kann. Obwohl es mittlerweile schon Sennerinnen-Kurse gibt und auch gemeinsame Treffen. Da erfährt man so manches Hilfreiche und es ist interessant, kleine Kniffe und Tricks von anderen erfahrenen Sennerinnen mit nach Hause zu nehmen. Die Lise kann da gut mitreden und hält gelegentlich auch selbst Kurse ab. Schon Kaiser Franz hat bei ihrer Urgroßmutter auf der Alm einen deftigen Kaiserschmarrn verspeist, es gibt sie schon über hundert Jahre - die Alm wohl gemerkt. Das Holz allerdings ist noch älter. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert. Lises Urgroßvater hat drei existierende Almen aufgekauft und daraus eine gemacht. 

Die Mayerlehenhütte zählt zu den Glücksplätzen in der Fuschlseeregion und ist ein Beispiel dafür, dass sich Glück zwar nicht messen lässt - aber gelegentlich doch die Menschen die dort leben einen Eindruck davon vermittelt können. Eine ganz andere Welt sei die Alm, meint Werner. Weshalb er auch seine Gäste gerne symbolisch begrüßt. Durch eine Grenze in Form eines Stockes. Wenn man die überschreitet, dann sollte der Alltag mit den Sorgen abgefallen sein. "Zutritt verboten", jedenfalls für die Problemchen, die jeder mit sich herumschleppt. Eingekesselt zwischen den Gipfeln der Berge, umgeben von friedlich grasenden Kühen und grünen Wiesen sollte man sich auf die Natur konzentrieren und ein paar Minuten innehalten. Um die Geräusche aufzunehmen, sprich die Ruhe ringsum. Abseits vom Straßenlärm und künstlicher Beschallung eröffnet sich ein Konzert ganz anderer Art. Das Zwitschern der Vögel, das Läuten der Kuhglocken und manchmal, wenn man genau hinhört hört man auch das Gras wachsen. Natürlich nicht!!!! Es ist der Wind, der mal mehr und mal weniger durch die Wipfel der Bäume rauscht. "Hört`s es" fragt der Werner da schon mal nach. Um sicher zu sein, dass die Gäste auch wirklich die Zeit genutzt haben, um ein paar Minuten in der Stille zu verweilen. Dass hier oben auf der Hütte eine andere Energie fließt, wie auch die Lisi bestätigen kann, spürt man selbst wenn man vor der Hütte sitzt und die Idylle ringsum betrachtet.

Es ist tatsächlich absolut ruhig hier. Die Ortschaft Hintersee liegt in einem reizvollen Seitental am Rande des Salzkammergutes. Hier endet die Straße - vor der Bergwelt der Osterhorngruppe und es geht nur noch zu Fuß weiter. Wer mag, kann übernachten - im Heustadel oder im Matratzenlager, ein biofaires Almfrühstück genießen und später die deftigen Schmankerl von Hand hergestellt. Auch der Käse ist selbstgemacht. Und der Tee - der entsteht aus flugs gepflückten Kräutern vor der Alm. Dass es hier auch frische Milch zu verköstigen gibt, muss wohl nicht erwähnt werden. Eine gelungene Kombination von Alm- und Gastwirtschaft ist notwendig, damit sich die Bewirtschaftung rentiert. Trotz 2.000 Milliliter Niederschlag herrscht in trockenen Wochen gelegentlich Wassermangel, deshalb existiert auch nur ein Plumpsklo, ohne Spülung. Pssst! Ein wenig Komfort gibt es hier schon, Stirnlampen zum Beispiel, Handyempfang und auch einen Dieselgenerator. Die Eheleute denken gelegentlich auch über Solar- und Windkraft nach. Allerdings fängt die Saison hier ziemlich spät an. Manchmal liegt der Schnee im Mai noch bis zu einem Meter hoch, weiß die Lisi, die seit sie denken kann oft auf der Alm gewesen ist. Als 15jähriges Mädchen kam sie ganz hier herauf und kann sich noch gut an Zeiten erinnern, als nur Jäger und Holzfäller ihre Wege kreuzten. Die Touristen kamen erst später. Und auch ihr Mann, den sie am Ruppertitag vor 26 Jahren kennen gelernt hat. Als er mit anderen Burschen von der Landjugend auf die Gruberalm kam; um die Hirsche bei der Brunft zu beobachten. Einsam war sie hier oben nie, sie befasste sich mit dem Stricken oder anderen Handarbeiten. So fertigt sie immer noch das Halfter für die Kühe beim Almabtrieb selbst. Heute aus bunter Alufolie, früher aus Paketpapier. Auch die Kränze für das Kranzrind, das nur geschmückt werden darf, wenn den Sommer über keinem der Tiere Leid zugestoßen ist, entstehen aus ihrer Hand. Es sind übrigens Pinzgauer Kühe, welche einen hier oben mit ihren großen, neugierigen Blicken beobachten. Man erkennt sie an den weißen Streifen auf dem Rücken.

Auf den Almen wird ein altbewährtes Heilmittel wieder verstärkt genutzt, die Hollerstaude. Früher auch als Schutzbaum für Mensch, Hof und Vieh, gilt das Geißblattgewächs heute als Hausapotheke des Volkes. Verwendung findet sie als Tee, Duschbad, Kosmetik und Essig. Sogar Sekt und Schnaps werden hergestellt aus dem Holunder, wie die offizielle Bezeichnung lautet. Die Mayerlehenhütte gehört außerdem zu den so genannten Holleralmen, in denen man das Naturprodukt frisch von der Alm genießen kann.

Kontakt

 

Mayerlehenhütte
Werner und Lisi Matieschek
Tel. +43 (0)664 5350057, info@gruberalm.at - www.gruberalm.at

Tourismusverband Fuschl am See
Dorfplatz 1; A-5330 Fuschl am See
Tel. +43 (0) 6226 8250, fuschl@fuschlseeregion.at - www.fuschlseeregion.at

Salzkammergut Tourismus-Marketing GmbH

Salinenplatz 1; A-4820 Bad Ischl

Tel. +43 (0) 61132 2690 90, info@salzkammergut.at - www.salzkammergut.at

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

Sabine Erl Gruberalm  

Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich. 

 

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