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Thomas Schmidt

Thomas Schmidt - Geschäftlich in Frankreich

 

Paris ist populär und zieht die Menschen magisch an. Der Trend ist ungebrochen. Unternehmer reisen an die Seine, hier ist die Wirtschaft präsent und es gilt, Stil und Etikette zu beachten. „Ein Anpassen an die französische Lebensart führt zum Erfolg“, weiß Thomas Schmidt, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Französischen Fremdenverkehrsamt Maison de la France und Kenner der dortigen Wirtschaft, im ReiseTravel Gespräch zu berichten.


Thomas Schmidt
arbeitet seit vielen Jahren in Frankreich und kennt sich nicht nur in Fragen von Stil & Etikette aus.

 

 

 


ReiseTravel: Wie sollte sich ein Unternehmer auf Verhandlungen einstellen?

Schmidt: Der Pariser liebt alles, was neu, branché ist. Verhandlungen werden oft beim Essen geführt. Es lohnt sich, ein entsprechendes Restaurant ausfindig zu machen und dorthin einzuladen. Beim Essen geht man nicht gleich in medias res, sondern führt erst allmählich zum wichtigen Thema. Der Franzose liebt es, über französische Küche zu plaudern.


ReiseTravel: Paris und Frankreich - bestehen da Unterschiede?

Schmidt: Aber ja. Viele Pariser Firmen sitzen in seelenlosen Industriegebieten außerhalb der Stadt, und eine Fahrt dorthin muss schon mit einer sehr ausführlichen Anfahrtsbeschreibung vorbereitet sein. In der Provinz hat man damit natürlich weniger Probleme, denn es gilt: In der Provinz hat man mehr Zeit als in Paris.


ReiseTravel: Wo verabredet man sich in Paris?

Schmidt: Diskret und üblich; ähnlich wie in Deutschland sind zentral gelegene Hotels wie das Interconti an der Oper, das Meurice an der Rue de Rivoli oder weniger anspruchsvolle Hotellobbys geeignet, die entsprechenden Platz bieten. Alle großen Hotels haben, wenn die Gruppe größer sein sollte, kleine Konferenzräume. Man sollte unbedingt Räume mit Tageslicht anfragen, das ist in Paris nicht selbstverständlich.


ReiseTravel: ... und zum Geschäftsessen?

Schmidt: Die Preise der Restaurants liegen in der Regel etwas über denen deutscher Großstädte. Ein Beispiel: die Brasserie Fouquets auf der Champs Elysées, kürzlich von der Gruppe Lucien Barrière übernommen und im alten Belle Epoque Glanz wiedererstanden, nimmt für ein Mittagsmenü ab 49,00 EUR, ohne Wein. Das ist dann aber schon ein sehr repräsentatives Essen.



ReiseTravel: Eine Unternehmerin (allein) in Paris?

Schmidt: Kein Thema. Die Gepflogenheiten sind europäisch, das heißt, eine Frau hat in normaler Umgebung und tagsüber nichts zu befürchten. Beim Abendprogramm hängen die möglichen Probleme mit dem gewählten Stadtviertel zusammen. Abends empfehlen wir auf keinen Fall die Fahrt mit der Metro, und beim Taxi sollte man hinten sitzen und bei der Adressenangabe gleich einen Kostenvoranschlag verlangen.


ReiseTravel: Wie kleidet man sich?

Schmidt: Schon bei uns im Maison de la France in Deutschland ist der Unterschied sehr spürbar. Der Franzose und die Französin kleiden sich formeller und Markenbewusster als ihre deutschen Kollegen und Kolleginnen. Also unbedingt Kostüm oder Hosenanzug für die Dame und korrekter Anzug für den Herrn. Bei Empfängen wird es eleganter oder durch Schmuck und Accessoires aufgewertet.


ReiseTravel: Nicht jeder spricht französisch?

Schmidt: Die Franzosen sind im Geschäftsleben gewohnt, dass Ihre Sprache nicht mehr den Stellenwert hat wie noch zu Zeiten unserer Großeltern, wo das deutsche Großbürgertum französisch sprach. Heute reicht ein geschickt eingeworfenes „Bonjour, Ca va?“; für den allgemeinen Kontakt sehr gut. Englisch wird überall gesprochen. Seien Sie tolerant dem englisch sprechenden Franzosen gegenüber. Sein Akzent ist deutlich spürbar. Alle Firmen haben Kontakte zu Übersetzerunternehmen und Dolmetscherdiensten. Bei wichtigen Abschlüssen sollte man diese in Anspruch nehmen.


ReiseTravel:
Ihr „Protokolltipp“ ?

Schmidt:
Der Franzose legt Wert auf Hierarchien und Positionen. Wenn Sie zwei Menschen einander vorstellen, dann immer der wichtigeren Person den zweiten vorstellen: Monsieur le Directeur, darf ich Ihnen den Marketingdirektor unserer Firma Herrn X vorstellen. Herr X. ist damit vorgestellt. Monsieur le Directeur stellt sich selbst vor. Ein Anpassen an die französische Lebensart führt zum Erfolg.


 

 

 

 

Kontakt

 

Französisches Fremdenverkehrsamt
Maison de la France
Postfach 100128, D-60001 Frankfurt am Main

Fon 0190 – 570025 (0,62 Euro min – Mo-Fr 09:00 bis 16:30)
e-Mail: franceinfo@mdlf.de - www.franceguide.com

Unser Autor Gerald H. Ueberscher (e-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) führte das ReiseTravel Gespräch.

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