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"Achtung Abzocke!"
Das Heyne Taschenbuch „Achtung Abzocke!“ von Detlef Tiegel ist erschienen. Tiegel hatte im Jahr 2008 durch einen geheimen Tipp an die Staatsanwaltschaft und die Weitergabe eines illegalen Datensatzes einen Fall von illegalem Datenhandel aufgedeckt, wie er in der Call-Center-Branche an der Tagesordnung ist – und damit den Datenskandal der Callcenterbranche ins Rollen gebracht.
Als Folge dieses Skandals wurde das Bundesdatenschutzgesetz in zahlreichen Punkten novelliert. Am 1. April 2010 tritt der dritte und letzte Teil der Änderungen in Kraft, der u. a. das sogenannte Listenprivileg betrifft, das als Ausnahmeregelung im deutschen Datenschutzrecht die Nutzung und Weitergabe von personenbezogenen Daten zu Werbezwecken und zu Zwecken der Markt- und Meinungsforschung erlaubt. Das Listenprivileg wurde jedoch leider nicht abgeschafft, der Adresshandel wurde lediglich eingeschränkt: Ab 1. April 2010 muss die Herkunft gehandelter Daten in Schreiben an Verbraucher eindeutig angegeben werden.
Detlef Tiegel hat mittlerweile der Callcenterbranche den Rücken gekehrt. "Ich bin froh, draußen zu sein. Ich kann es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren, in einem Callcenter zu arbeiten“, sagt der 37-jährige Lübecker. Zu viele Menschen haben in den Callcentern Zugriff auf intimste Daten der Kunden, niemand kann die Sicherheit garantieren. Das zeigt sich an den fast wöchentlich erscheinenden Berichten über Datenlecks. Gleichzeitig übt sich die Politik in Alibi-Aktionen, die die wirklichen Probleme des Datenschutzes in Deutschland nicht anfassen.
Telefonterror und Datenmissbrauch gehen weiter Hand in Hand. Gerade hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein einen weiteren Fall öffentlich gemacht, der an den Datenskandal von 2008 erinnert. Das Girokonto einer Rentnerin wurde mit hunderten von Abbuchungen, vorwiegend von Glücksspielunternehmen, belastet. Täglich werden weiterhin Millionen Verbraucher durch unerlaubte Telefonwerbung belästigt. Trotz der inzwischen fälligen Bußgelder lassen sich die Firmen nicht abschrecken.
"Menschen werden in Callcentern nur noch als Verbrauchsmaterial behandelt." Die Arbeitsbedingungen in Callcentern waren für Tiegel ein zweiter Grund, der Branche den Rücken zu kehren. Befristete Verträge, Anstellung über Zeitarbeitsfirmen und ständige Mitarbeiterwechsel zeigen eines: Den meisten Callcentern geht es nicht darum, Mitarbeiter langfristig zu fördern, sondern sie auszuquetschen und dann fallen zu lassen. Diese Arbeit im Dumpinglohnbereich wollte Tiegel nicht mehr mitmachen. Detlef Tiegel arbeitet inzwischen als Shopleiter eines Telekommunikationsunternehmens und freut sich: "Endlich kann ich Kunden von Angesicht zu Angesicht beraten." Vorbei die Tage des anonymen Aufschwatzens von Verträgen und des unmenschlichen Leistungsdrucks.
Achtung Abzocke!
Wer meint, dass er genau wüsste, wer welche Daten von ihm besitzt, liegt in der Regel falsch! Die Wahrheit ist: Millionen von persönlichen Daten - Adressen, Telefonnummern und sensible Bankdaten - sind in Deutschland illegal in Umlauf, sie können bei so genannten Adresshändlern jederzeit problemlos im Excel-Format bestellt werden.

Das Schwarzbuch zum Datenklau: In keiner anderen Branche sind diese illegalen Geschäftspraktiken so verbreitet wie bei den Call-Centern, die von ihren Mitarbeitern kriminelle Praktiken erwarten.
Detlef Tiegel möchte darin nicht verwickelt sein. Er arbeitete selbst in einem Call-Center, als er durch einen geheimen Tipp an die Staatsanwaltschaft einen der größten Datenskandale der letzten Jahre ins Rollen bringt. In seinem Buch „Achtung Abzocke!" beschreibt Detlef Tiegel die Realität. Er berichtet von Seilschaften, Deals und falschen Verträgen - und erläutert, wie die Abzocke per Telefon funktioniert, wie die aktuelle Rechtslage zur Weitergabe von Kundendaten aussieht und wie sich Verbraucher davor schützen können. Denn obwohl als Folge dieses Skandals die Gesetze zur Telefonwerbung verschärft wurden, sind persönliche Kundendaten nach wie vor bares Geld wert - und der Handel auf dem Schwarzmarkt blüht weiterhin.
Detlef Tiegel, Call-Center-Agent aus Lübeck, arbeitete im Auftrag einer Zeitarbeitsfirma. Kurze Zeit nach seinem Arbeitsbeginn bei einem Call-Center machte er dessen unsaubere Geschäftspraktiken öffentlich, in dem er illegale Adressdatensätze an die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein schickte. Als er sich daraufhin bei seiner Zeitarbeitsfirma aus dem Dienst des Call-Centers nehmen ließ, wurde er von der Zeitarbeitsfirma gekündigt. Im Zentrum des Buches steht der Umgang mit persönlichen Daten, denn viele Menschen sind heute sensibilisiert. Pressekontakt für Rückfragen: Susanne Fink.
Achtung Abzocke! Wie ich den Datenskandal der Call-Center ins Rollen brachte von Detlef Tiegel, Heyne Taschenbuch, ISBN 978-3-453-60125-3, www.heyne.de
Das Buch kostet im Buchhandel 8,95 Euro.
ReiseTravel Bewertung *****
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