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Oberhausen

Der Gasometer in Oberhausen

Gasometer“ ist die volkstümliche, aber mittlerweile eingebürgerte Bezeichnung für einen Gasbehälter. Der Oberhausener Gasometer wurde 1929 fertig gestellt und ist mit 117,5 m Höhe der größte Gasometer Europas. Er hat einen Durchmesser von 67,6 m und ein Nutzvolumen von 347 000 Kubikmeter.

 

Wahrzeichen von Oberhausen

 

Gasometer

 

Der Gasometer ist Wahrzeichen der Stadt Oberhausen, beeindruckendes Dokument der Bau- und Technikgeschichte und spektakulärer Veranstaltungsort. Bereits 2,1 Millionen Besucher waren in dem Industriedenkmal zu Gast, das als höchste Aus­stellungshalle Europas sogar im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen ist. Einmal pro Jahr werden große Ausstellungen von bundesweiter Beachtung im Gaso­meter präsentiert. Das außergewöhnliche Ambiente im Polygon dieses Industrie­giganten ist zudem ein unvergesslicher Rahmen für Unternehmensveranstaltungen, Kongresse, Konzerte, Variete- oder Artistikdarbietungen sowie für Lesungen, Rund-um­-Kino oder Theateraufführungen.

 

Mit dem Lift nach oben

 

„Darf ich Sie einladen!“ Hostess Janette

 

Der Gasometer diente als Zwischenspeicher für die umliegenden Industrieanlagen. Zunächst nahm er das energetisch arme Gichtgas auf, das als Abfallprodukt in den Hochöfen der GHH anfiel, und später das energetisch viel reichere Koksgas der Kokerei Osterfeld. Nachdem der Koksbedarf stagnierte, wurde die Kokerei in Oberhausen geschlossen. Gas musste nicht mehr gelagert werden, sondern wurde durch Erdgas, das über Pipelines angeliefert wird, ersetzt. Weil er überflüssig geworden war, wurde der Gasometer 1988 stillgelegt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Oberhausener Gasbehälter mehrere Male von Bomben getroffen, musste aber erst kurz vor Kriegsende, im Januar 1945, stillgelegt werden. Nach dem Krieg geriet der Gasometer 1946 bei Reparaturarbeiten in Brand und musste bis auf das Fundament abgetragen werden. Beim Wiederaufbau, der 1949 abgeschlossen wurde, konnten verschiedene Konstruktionselemente, unter anderem das Dach, weiterverwendet werden.

 

Vom Dach des Gasometers, das über den gläsernen Panoramaaufzug im Inneren zu erreichen ist, zeigt ein herrlicher Rundblick das westliche Ruhrgebiet von seinen schönsten Seiten. Von dort bietet sich auch ein beeindruckender Blick auf das CentrO., die Neue Mitte Oberhausens, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Gasometers gewachsen ist. So stellt der Gasometer ein wichtiges Bindeglied im industrie­historischen und städtebaulichen Kontext dar. Ein besonderer Genuss bietet sich bei Nacht, wenn das Lichtermeer des Ruhrgebietes eine einmalige Kulisse bildet

 

Nach der Stilllegung gab es intensive Diskussionen zwischen der Bürgerschaft der Stadt Oberhausen, dem Stadtrat, der Landesregierung und der Internationalen Bauausstellung Emscher Park. Es wurden verschiedene Vorschläge geprüft, wie ein ausgedienter Gasspeicher weiterverwendet werden kann. Auf Vorschlag der Internationalen Bauausstellung Emscher Park wurde der Gasometer schließlich erhalten und 1993/1994 zur außergewöhnlichen Ausstellungshalle und dem heutigen Wahrzeichen der Stadt Oberhausen umgebaut. Die Umbau- und Restaurationsarbeiten kosteten insgesamt 15,98 Mio. DM. 90% davon wurden aus Fördermitteln des Landes finanziert.

Im Winter 2002/2003 benötigte der Gasometer nach 26 Jahren einen neuen Korrosionsschutz. Mit Wasserhochdruck wurde die alte Schicht Kunstharzlack vom Metall entfernt. Danach wurden die Mantelbleche handentrostet. Eine Grundierung wurde dann in zwei Schichten und der neue Kunstharzlack in zwei weiteren Schichten aufgetragen. Dieser Anstrich soll die nächsten 30 Jahre halten.

 

Funktion des alten Gasometers: Der Gasometer Oberhausen ist ein Scheibengasbehälter. Das Prinzip eines Scheibengasbehälters wurde 1915 von der Firma MAN Gustavsburg in Mainz entwickelt. Der Gasometer ist nicht rund, sondern ein „24-Eck". Dieser polygonale Grundriss wird von 24 Doppel-T-Trägern gebildet. Dazwischen sind 8,80 Meter lange, 0,81 Meter hohe und nur 5 Millimeter dicke Mantelbleche genietet. Sie schließen den Gasometer gasdicht ab und sorgen für seine horizontale Stabilität.

Auf dem Gas im Inneren des Gasometers schwamm eine bewegliche Scheibe, die aus 24 radial angeordneten Fachwerkträgern besteht. Weil das Eigengewicht der Scheibe nicht ausreichte, das Gas genügend zu verdichten und den erforderlichen Gasdruck von 300 Millimeter Wassersäule zu erreichen, wurden auf der Scheibe Betongewichte befestigt. Das Gesamtgewicht der Scheibe wurde dadurch von 600 Tonnen auf 1207 Tonnen erhöht.

Schon als der Gasometer noch industriell genutzt wurde, konnte man auf der Scheibe herumlaufen, da das Gas luftdicht unter ihr eingeschlossen war. Die Dichtheit wurde durch ein Öl-Teergemisch erreicht, das an den Wänden des Gasometers hinunterlief, von einer Bodentasse aufgefangen, von Schmutz und Kondenswasser gereinigt und außen wieder nach oben gepumpt wurde. Das Gas wurde von unten eingeblasen und wieder entnommen. Auf ihm schwamm die Gasdruckscheibe und glitt je nach ge­lagerter Menge an den ölgeschmierten Wänden auf und ab. War der Gasometer voll gefüllt, befand sich die Scheibe in 95 m Höhe. Diese maximale Füllhöhe kann man heute noch im oberen Bereich des Gasometers erkennen.

Beim Umbau durch die Deutsche Babcock Anlagen GmbH in den Jahren 1993/1994 wurde die Gasdruckscheibe in 4,50 Meter Höhe fixiert. Unter der Stahlplatte eröffnet sich dem Besucher heute ein kreisrunder, mehr als 3000 Quadratmeter großer Raum. Zwei Stahltreppen führen auf die Scheibe, in deren Mitte eine erhöhte Bühne mit 20 m Durchmesser installiert wurde. Teile der Trägerkonstruktion sind zu einer Tribüne mit 500 Sitzplätzen umgestaltet.

Insgesamt verfügt der Gasometer heute über eine für Veranstaltungen nutzbare Fläche von über 7000 Quadratmeter. Ein gläserner Panoramaaufzug ermöglicht die Fahrt unter das Dach. Ein zweiter Aufzug führt außen auf das Dach, das auch über 592 Stufen zu erreichen ist. Von oben bietet sich ein herrlicher Rundblick über das westliche Ruhrgebiet von den Hüttenwerken am Rhein bis zur Schalker Arena im Osten.

 

Der Gasometer als Veranstaltungsort: Mit einer Bruttonutzfläche von 7.000 qm auf zweieinhalb unterschiedlichen Ebenen und einer Deckenhöhe von 100 Metern in den beiden oberen Etagen bietet er Platz für Veranstaltungen der besonderen Art. Das Raumerlebnis im Inneren der Industrie­kathedrale ist einzigartig. Das sieben- bis achtfache Echo lässt die Besucher fassungslos staunen. Die seidenmatten, schwarz glänzenden Wände, die Stahlkonstruktion und das einfallende Tageslicht fügen sich zu einem überdimensionalen Kaleidoskop zusammen und beeindrucken die Gäste auf besondere Art und Weise.

 

Die Gasometer Oberhausen GmbH ist die Managementgesellschaft des Gasometers Oberhausen im CentrO. Gegründet am 30. Dezember 1994, füllt die Gesellschaft seit diesem Zeitpunkt das Oberhausener Wahrzeichen mit Leben und vermarktet es.

 

Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Eintritt 6 Euro.

 

Kontakt

 

Gasometer GmbH

Essener Straße 3, D-46047 Oberhausen

 

www.gasometer.de

 

Tourist Information Oberhausen

Willy-Brandt-Platz 2, D-46045 Oberhausen

Fon 0208-824570, e-Mail tourist-info@oberhausen.de

 

www.oberhausen-tourismus.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Thomas Machoczek.

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