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Venedig

Ewiges Eis über Venedig

Die Folgen des Klimawandels, darunter die Erhöhung des Meeresspiegels bedrohen auch die italienische Lagunenstadt Venedig. Während den Bewohnern der Arktis und Antarktis förmlich der Boden unter den Füßen weg schmilzt, steht den Venezianern vermutlich bald das Wasser bis zum Hals.

Das Hochwasser, von den Einheimischen „acqua alta“ genannt, ist nichts Neues für die Stadt der Verliebten. Obwohl sie nicht im offenen Meer liegt, sondern in einer Lagune mit der Größe des Bodensees. Was jedoch der Ansiedlung auf Pfählen ihren besonderen Reiz verleiht, die einzigartige Lage im Wasser, wird allen Prognosen zufolge irgendwann deren Untergang herbeiführen. Während noch vor 200 Jahren der berühmte Markusplatz „nur“ zehn Mal jährlich unter Wasser stand, verzeichnet man mittlerweile bereits sechzig Hochwasser im Jahr. Die Schattenseite der Medaille mit dem unendlich romantischen Einschlag –das Venedig der Brücken und Gondeln versinkt.

 

Gipfelt das Ganze in einer Neufassung des erfolgreichen Romans von Thomas Mann „Der Tod in Venedig“ mit dem traurigen Titel „Der Tod von Venedig“? Vielleicht auch nicht. Emsig arbeitet man daran, das Schmuckstück, welches auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler auf Platz 1 liegt, vor den Fluten zu schützen. Riesige Wälle mit dem Projektnamen MOSE (Modulo sperimentale elettromeccanico) sollen sprichwörtlich das Wasser teilen. Namensähnlichkeiten sind dabei rein zufällig.

78 gigantische Fluttore, 20 Meter hoch, 5 Meter breit und 18 bis 28 Meter lang an den drei Hafeneinfahrten bieten ab 2012 Schutz vor den Wellen der Adria. Das umstrittene Sperrwerk, so fürchten Kritiker, erfüllt seinen Zweck allerdings voraussichtlich nur für die nächsten einhundert Jahre. Das Wasser steigt weiter, während der Unterboden nachgibt. Die auf Holzblöcken in den Schlamm gebauten Häuser sind allein im letzten Jahrhundert um 23 Zentimeter gesunken. Tendenz steigend. Und während man nun hinter den Kulissen nach einer Lösung für dieses Problem sucht, feierte „La Serenissima – die Allerdurchlauchteste“ im September 2009 die 66. Filmfestspiele.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl. eu@reisetravel.eu

 

 

 

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