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Signal für Ressourceneffizienz
Europäische Green Week gibt Signal für Ressourceneffizienz: Vom 24. bis 27. Mai 2011 fand in Brüssel eine der größten internationalen Konferenzen im Bereich Umweltpolitik statt. Das diesjährige Thema der Green Week lautete: "Ressourceneffizienz - Weniger verbrauchen, besser leben". Während der viertägigen Konferenz haben über 3500 Teilnehmer versucht, Wege zu finden, wie die Ressourcen unseres Planeten nachhaltiger genutzt werden können. Bei der diesjährigen „Grünen Woche“ kamen Vertreter aus vielen verschiedenen Bereichen zusammen, unter anderem von EU-Institutionen, aus Unternehmen und Wirtschaft, von Nichtregierungsorganisationen, staatlichen Einrichtungen, aus der Wissenschaft, von Hochschulen und Medien. EU-Umweltkommissar Janez Poto?nik erklärte: „Bei der Ressourceneffizienz geht es nicht nur um Einschränkungen und Knappheit, sondern auch um eine breite Palette an Möglichkeiten für Wachstum und Beschäftigung mit weniger Abfall, einer saubereren Umwelt und besseren, nachhaltigeren Wahlmöglichkeiten für die Verbraucher."
Auf einer Ausstellung mit mehr als 50 Ständen konnten Organisationen und Unternehmen bewährte Verfahren in Bezug auf den effizienten Umgang mit Ressourcen präsentieren
Ein weiteres Leitthema der Konferenz stand ganz im Zeichen der Initiative „Europa 2020“ zur Ressourceneffizienz. Durch sie wird der Übergang zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft mit niedrigen CO2-Emissionen angestrebt, um nachhaltiges Wachstum zu fördern. Die Beiträge verschiedener Kommissionsdienststellen trugen dazu bei, dass das Spektrum des Kongresses vielfältiger war als je zuvor. Neben der Erörterung traditioneller Umweltfragen wie Ressourcenverfügbarkeit, Recycling, biologische Vielfalt und Bodenqualität haben sich Teilnehmer auch mit Fragen beschäftigt wie dem Übergang zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft, weniger umweltbelastenden Chemikalien, ökologischen Kompetenzen, Beschäftigung und Innovation, Finanzierung von Ökoinnovationen, Lebensmittelabfällen, Abfall als Ressource, Wassereffizienz, Bauwesen und Geschäftsideen für die Kreislaufwirtschaft.
Mit der Auszeichnung von 18 LIFE-Projekten für den Naturschutz wurden Vorhaben geehrt, die sich besonders positiv auf die Umwelt auswirken. Zu den 6 Besten aus dem Jahre 2010 gehört auch das deutsche Projekt "Lippe-Aue zwischen Hamm und Hangfort". Auf einer Fläche von 615 Hektar an der Lippe und ihrer Aue geht es dort nicht nur um ökologische Verbesserungen für viele Tier- und Pflanzenarten, es geht gleichzeitig auch darum, mehr Rückhalteraum für künftige Hochwasser zu schaffen. Durch die Beseitigung der Uferbefestigungen auf einer Länge von fast 6 Kilometern erhält die Lippe dank EU-Hilfe ihren Freiraum jetzt zurück.
Beim Umgang mit Abfällen bestehen in den EU-Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt auch der aktuelle Bericht über die Vermeidung und das Recycling von Abfällen, den die EU-Kommission jetzt vorgestellt hat. Je nach Mitgliedstaat erreicht etwa der Recyclinganteil rund 70 Prozent, darunter auch in Deutschland. In anderen EU-Ländern dagegen werden noch immer über 90 Prozent des Abfalls im Boden vergraben. Ein altes Handy z. B. enthält Gold, Platin, Palladium und Kupfer; Rohstoffe, die in Europa zu selten vorkommen. Eine Tonne dieser Handys enthält rd. 280 g Gold, 140 g Platin und Palladium und ungefähr 65 kg Kupfer. Dies ist kein Abfall, der vergraben oder verbrannt werden sollte, sondern ein Rohstoff, mit dem sorgsam umgegangen werden muss. Dabei sollen nicht nur die nachteiligen Umwelteffekte und die Treibhausgasemissionen eingedämmt werden, sondern auch neue Arbeitsplätze entstehen. Allein beim Abfallrecycling besteht ein Potenzial für eine halbe Million neuer Stellen. Die EU-Kommission wird neben der Überwachung der geltenden Abfallvorschriften zur weiteren Konsolidierung ihrer Abfallpolitik im Jahr 2012 zusätzliche Vorschläge vorlegen, so etwa konkrete Schritte für einen weiteren Umbau der EU zu einer ressourcenschonenden Recyclinggesellschaft.
Blick in den Seminarraum
Jeder Tropfen zählt - Tools und Tipps für besseres Wassermanagement
Im Konferenz-Paneel 3.3 diskutierte ein sachkundiges Forum unter Leitung von Henriette Faergemann, Coordinatorin in der GD Umwelt. Wasser ist Leben, fundamental für die Erhaltung der Ökosysteme und die Regulierung unseres Klimas. Aber bekannt ist auch, dass Wasser eine endliche Ressource ist und dass weniger als 1% der weltweiten Süßwasservorräte direkt für den menschlichen Gebrauch genutzt wird. Da die Nachfrage nach Wasser in ganz Europa weiter steigt, gibt es eine absolute Notwendigkeit, das Bewusstsein für den Wert eines effektiven Wassermanagements zu erhöhen. Diese Sitzung konzentrierte sich auf den praktischen Umgang mit Wasser, zeigte Wege zur Einsparung und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der verfügbaren Ressourcen in Sektoren wie Landwirtschaft, Industrie und städtischen Gebieten. Ebenfalls diskutiert wurden bereits bestehende Systeme für Zertifizierung und Footprinting.
Dr. Sabine von Wirén-Lehr, Programm-Koordinatorin der European Water Partnership/EWP, referierte über die Durchführung und Verwaltung von nationalen und internationalen Zertifizierungssystemen und erläuterte Pilotstudien zur nachhaltigen Wasserwirtschaft in der Landwirtschaft. Vom Weltwasserverband sprach Dr. Mohamed Ait-Kdi, Vorsitzender des Technischen Komitees des GWP, über Management der Wasserressourcen als globale Herausforderung. Er sieht diese Problematik zugleich als einen Schwerpunkt für die Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung im Jahr 2012; Rio +20.
Thematisiert wurde auf der Green Week auch die Landnutzung mit ihren Chancen und möglichen Folgen. Generell ist die Flächennutzung in der EU Sache der Mitgliedstaaten. Aber auch die EU-Kommission hat erkannt, wie Energie- und Verkehrssysteme die Landnutzung und die Entwicklung von Landwirtschaft und Natur beeinträchtigen. Deshalb wird versucht, die negativen Seiten zu verringern und die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Landnutzung zu ändern. Aufbauend auf bisherige Diskussionen auf EU-Ebene zu diesem Thema wurden bewährte Praktiken auf nationaler und regionaler Ebene vorgestellt, so z.B. bei der Senkung des Flächenverbrauchs und der Flächenversiegelung mit dem Ziel, geschützte Ökosysteme zu erhalten. Über nachhaltige Ergebnisse wird dann zur nächsten Green Week, der Ausgabe 2012, in Brüssel zu berichten sein.
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Ein Beitrag für ReiseTravel von Günter Knackfuß. Freier Journalist.
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