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Datenautobahn statt Sackgasse
Ein Leben ohne Internet: Das kann sich kaum jemand mehr vorstellen. Das Netz gehört heute zu unserem Leben, wie das Telefon oder das Auto. Inzwischen ist es selbstverständlich, im Internet zu surfen, online einzukaufen, zu chatten oder Daten hoch und herunter zu laden. Statt darüber nachzudenken, ob das Internet an einem bestimmten Ort verfügbar ist, stellt sich inzwischen eher die Frage, mit welcher Geschwindigkeit Nutzer ins Netz können.
In den Städten Hamburg, Hannover und München lautet die Antwort: mit bis zu 100 Mbit/s. Denn Kabel Deutschland bietet dort bereits blitzschnelles Internet über das Fernsehkabel. Bis Ende März 2011 werden weitere 100-Mbit/s-Städte wie Berlin, Augsburg, Berlin, Bremen, Dresden, Helmstedt, Kiel, Leipzig, Ludwigshafen, Magdeburg, Nauen, Nürnberg, Potsdam Saarbrücken und Würzburg folgen. Fast sechs Millionen zusätzliche deutsche Haushalte können dann das Internet mit Geschwindigkeiten nutzen, die bis vor kurzer Zeit noch als völlig undenkbar galten. Bis zu sechsmal schnellere Downloadgeschwindigkeiten als mit einem gängigen 16 Mbit/s-DSL-Anschluss sind damit möglich. Lange Wartezeiten für das Herunterladen von Programmen, Filmen, Fotos etc. haben also endlich ein Ende. Aber für wen ist das Hochgeschwindigkeits-Internet ein absolutes Muss?
Wofür benötigen die Nutzer 100 Mbit/s? Was können 100 Mbit/s? Für wen empfiehlt sich ein 100 Mbit/s-schneller Internetzugang? „Ein“ Internet für alle?
So vielfältig das Internet ist, so unterschiedlich sind auch die Nutzer und ihre Ansprüche. Eine aktuelle Studie der European Interactive Advertising Association (EIAA) hat herausgefunden, dass ein Drittel der deutschen Internetnutzer regelmäßig Fernsehen auf Abruf (On-Demand-TV), Videoclips und Bewegtbildangebote wie beispielsweise Filme im Netz konsumiert. Mit einer schnelleren Internetverbindung werden diese Inhalte flüssiger dargestellt, also ohne „Ruckeln“. Außerdem ist die hohe Geschwindigkeit gut für die Augen: Da Nutzer eine höhere Auflösung wählen können, lassen sich Bewegtbilder im Internet schärfer darstellen. Künftig werden die Anforderungen von Anwendungen wie beispielsweise Online-TV weiter steigen. Ein 100 Mbit/s-Anschluss ist also auch eine Investition, um schon heute fit für die Zukunft zu sein.
Ob Familien, Wohngemeinschaften, Arbeitnehmer oder Technikbegeisterte: Die
Zielgruppen, die besonders von so schnellen Internetanschlüssen profitieren können, sind vielfältig: Familien Familienstreitigkeiten ade: Blitzschnelles Internet kann einen positiven Einfluss auf den Hausfrieden haben. Denn wenn mehrere Personen gleichzeitig im Internet surfen, besteht bei einem langsamen Internetanschluss akute Staugefahr. Deshalb sind hohe Geschwindigkeiten mit bis zu 100 Mbit/s ein Muss: Die Mutter kauft im Internet ein, der Vater arbeitet parallel online am Fotobuch zum letzten Urlaub, der Sohn lädt sich zur selben Zeit Videos von YouTube herunter und die Tochter tauscht sich mit Freunden in sozialen Netzwerken aus. Das Beispiel zeigt, dass jedes Familienmitglied das Internet für etwas anderes verwendet – und zwar häufig gleichzeitig. Niemand möchte sich dabei von einer zu geringen Bandbreite einschränken lassen.
Wohngemeinschaften: Viele brauchen viel. Je größer die Wohngemeinschaft, desto wichtiger ist eine hohe Bandbreite. Internetfähige Geräte, wie PCs oder Notebooks, Internetradios oder Smartphones, werden teilweise gleichzeitig von den Bewohnern verwendet. Je nach Anwendung ist eine ausreichende Übertragungs-Kapazität notwendig. Nur weil ein Mitbewohner gerade einen HD-Spielfilm aus dem Internet lädt, möchten die anderen im Haushalt lebenden Personen nicht zwei Stunden warten, bis sie
das Internet wieder richtig nutzen können. Denn die Dateien für die Seminararbeit müssen schließlich pünktlich herunter geladen werden. Daher empfiehlt sich für „Multi-User“, wie in einer WG, ein 100 Mbit/s-Anschluss ganz besonders.
Arbeitnehmer – Telearbeit: Mit Schneckentempo ins Internet? Wer im Büro mit „Highspeed“ surft, muss sich Zuhause oft auf die meist langsameren Internetzeiten umstellen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Deshalb empfiehlt sich auch daheim ein blitzschneller Internetzugang mit bis zu 100 Mbit/s. Ein anderer Aspekt sind Berufstätige, die (auch) von Zuhause ihre geschäftlichen E-Mails abrufen möchten.
Da Zeit Geld ist, ist für diese Nutzer schnelle Download- und Uploadgeschwindigkeiten ein absolutes Muss.
Technikbegeisterte (Early Adopters): Grenzen sind von gestern: Technikbegeisterte kümmern sich nicht um Beschränkungen des Internets. Sie wollen, dass die Technik sich nach ihrem Leben richtet, und nicht umgekehrt. Wer immer einen Schritt voraus sein will, kommt also an 100 Mbit/s nicht vorbei. Ähnlich gelagert ist das Interesse bei den „Digital Natives“. Das sind Menschen, die mit Internet, Mobiltelefon und Videospielen aufgewachsen sind. Sie sind in der digitalen Welt genauso Zuhause wie in der realen. Unvorstellbar also, dass eine zu geringe Bandbreite ihre Welt begrenzt.
Rasante Entwicklungen: Angefangen hat die Geschichte des Internets in Deutschland mit einer 9,6 kBit/s schnellen Internet-Standleitung. Sie hat die Informatikfakultät der Universität Karlsruhe mit dem New York State Education and Research Network verbunden. Die ersten Einwahlmodems für die private Internetnutzung hatten dagegen eine maximale Datenübertragungsrate von bis zu 40 kbit/s.
Heute ist schon ein 16.000 kbit/s-Anschluss Standard, das sind 16 Mbit/s. Im Vergleich dazu hat man mit einem bis zu 100.000 kbit/s-schnellen Internetzugang (also 100 Mbit/s) viel mehr Spaß und Freude beim Surfen im World Wide Web.
Hier noch ein paar beispielhafte Vergleiche, die den Unterschied dieser Größenordung verdeutlichen. 16 km/h war die Höchstgeschwindigkeit des ersten Autos von Karl Friedrich Benz 1886. 100 km/h ist heute die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Landstraßen. 16 Etagen hat der Tagblatt-Turm in Stuttgart. 100 Etagen hat das John Hancock Center in Chicago. 16 Bände hat das klassische Brockhaus Konversationslexikon. 100 Bände hätte die geplante Print-Version von Wikipedia. 16 Grad Celsius sind als Zimmertemperatur laut Gerichtsbeschluss unzumutbar. 100 Grad Celsius benötigt Wasser, damit es kocht und verdampft. 76 Euro monatlich zahlt im Durchschnitt ein vierköpfiger Haushalt in München für seinen Strom. 28,90 Euro monatlich kostet Internet & Telefon 100 (Internet-Flatrate inkl. Festnetz-Telefonanschluss mit kostenlosen Gesprächen ins deutsche Festnetz) in den ersten 12 Monaten. 60 Minuten dauert es, 100 Bilder (ca. 400 MByte) mit einer Uploadgeschwindigkeit von 1 Mbit/s hoch zu laden. 10 Minuten dauert es, 100 Bilder (ca. 400 MByte) mit einer Uploadgeschwindigkeit von 6 Mbit/s hoch zu laden. 120 Minuten benötigt man mit einem 16 Mbit/s-DSL-Anschluss, um einen Spielfilm in HDQualität (13 GByte) aus dem Internet herunter zu laden. 18 Minuten braucht man dagegen nur mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s.
Über Kabel Deutschland: Als größter deutscher Kabelnetzbetreiber bietet Kabel Deutschland (KD) ihren Kunden digitales und hochauflösendes (HDTV) sowie analoges Fernsehen, Bezahlfernsehangebote, Breitband-Internet (bis zu 100 Mbit/s) und Telefonie über das TV-Kabel sowie über einen Partner Mobilfunk-Dienste an. Das im MDax notierte Unternehmen betreibt die Kabelnetze in 13 Bundesländern in Deutschland und versorgt rund 8,9 Millionen angeschlossene Haushalte. KD bietet eine für alle Programmanbieter offene Plattform für digitales Fernsehen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2009/2010 beschäftigte Kabel Deutschland rund 2.600 Mitarbeiter. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von rund 1.502 Mio. Euro.
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