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Reise nach South Carolina
South Carolina beansprucht einen festen Platz in der amerikanischen Geschichte. Engländer gründeten im Staat eine ihrer ersten Siedlungen in der neuen Welt und später wurde hier der erste Schuss des Bürgerkrieges abgegeben. Aber bereits weit über hundert Jahre vor den Engländern unternahmen andere Entdecker die ersten Versuche, South Carolina zu besiedeln. Die Spanier planten bereits 1526, eine Siedlung an der Winyah Bay nahe dem heutigen Georgetown zu gründen. Eine Gruppe französischer Hugenotten unternahm 1526 in der Nähe von Beaufort einen Siedlungsversuch. Aber bis 1670, als die Engländer in Albemarle Point nahe Charleston landeten, gelang es niemandem, hier eine permanente Siedlung zu unterhalten. Mehr als 1100 Orte in South Carolina, an denen Menschen und Ereignisse die Geschichte Amerikas in besonderem Maße geprägt haben, sind in das “National Register of Historic Places” aufgenommen worden. Die Architektur des Küstenstaates erzählt mit Stolz vom Einfluss europäischen Traditionsbewusstseins. Küche, Kultur und Musik zeugen vom vielschichtigen Erbe und erzählen die Geschichte von gesellschaftlichem Wandel. Geschichte und Kultur sind wichtige Facetten im Gesamtbild des Reiseziels South Carolina. In Charles Towne Landing hat der Besucher die Möglichkeit, auf den Spuren der ersten Siedler aus England zu wandeln.
Eine geführte Rundfahrt von über 10 Kilometern erschließt dem Besucher den “State Park” mit seinen englischen Gärten, der sich auf dem Gelände der ältesten, im Jahre 1670 gegründeten Siedlung in South Carolina befindet. Mitarbeiter in historischen Kostümen erläutern den Alltag der ersten Siedler. Zur Anlage gehört ein Garten, in dem die für das 17. Jahrhundert typischen Pflanzen und Kräuter angebaut werden. In Vorführungen von Kerzenmachern und anderen Handwerkern erhält der Besucher einen Einblick in das Leben der ersten Siedler.
Charleston ist heute eine moderne Stadt, die sich den Charme der alten Welt erhalten konnte. Man fühlt sich beim Anblick von Pferdekutschen und Kopfsteinpflaster in eine andere Zeit versetzt. Pastellfarbene Häuser im Schatten alter, bemooster Eichen verleihen der gediegenen Hafenstadt ihr Flair. Viele der Häuser aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg sowie eine ganze Anzahl von alten Herrenhäusern der Plantagenbesitzer haben ihre Türen für Besichtigungen geöffnet, einige bieten dem Gast die Möglichkeit zur Übernachtung.
Der Reichtum, den Plantagenbesitzer in den jungen Jahren des Staates durch Geschäfte mit Reis und Baumwolle erworben haben, spiegelt sich noch heute in den prächtigen Wohnhäusern und den alten Villen im Viertel “The Battery”, das in unmittelbarer Nähe des Hafens liegt, wider. Auch die Plantagen entlang der malerischen “Ashley River Road”, knapp 25 Kilometer außerhalb von Charleston, erinnern an jene Blütezeit. Ein Spaziergang durch die gepflegten Gärten führt einem den Unterschied zwischen dem Leben hier draußen und dem Leben in der Stadt deutlich vor Augen.
Der Unabhängigkeitskrieg, der Bürgerkrieg und später die Bürgerrechtsbewegung sorgten für turbulente Phasen in der Vergangenheit von South Carolina. Die verheerenden Auswirkungen des Krieges vermittelt ein Besuch der Gedenkstätte “Cowpens National Battlefield”. Hier errangen die Einwohner der Kolonien 1781 einen ihrer bedeutendsten Siege über die britische Armee. Camden, die erste im Landesinneren gegründete Stadt, liegt in der Nähe der Hauptstadt Columbia. Die unmittelbare Umgebung des in den Jahren nach 1730 aus einer Handelsstation entstanden Ortes wurde während des Unabhängigkeitskriegs Schauplatz von 14 Schlachten. Die Gedenkstätte “Historic Camden Revolutionary War Site” gibt dem Besucher auf einer Fläche von etwa 35 Hektar die Gelegenheit, im Rahmen einer Führung - oder mit Informationsmaterial versorgt auf eigene Faust - das Hauptquartier von General Cornwallis und andere historische Gebäude zu erkunden. Szenen der Schlachten werden häufig mit lebenden Personen nachgestellt, um dem Besucher die Militärgeschichte so anschaulich wie möglich zu vermitteln.
In dem im Hafen von Charleston gelegenen Fort Sumter fielen die ersten Schüsse zwischen Nord- und Südstaatlern. Die Konfrontation zwischen den beiden Parteien eskalierte im amerikanischen Bürgerkrieg. Durch Filme wie “Vom Winde verweht” wird das Andenken an die Zeit des Bürgerkriegs wach gehalten. Der Bruderkrieg spaltete die Nation und beeinträchtigte die wirtschaftliche Entwicklung in den Südstaaten über ein Jahrhundert lang.
Der Wiederaufbau, der bis ins 20. Jahrhundert andauerte, brachte den Bürgern von South Carolina einen dynamischen Aufschwung. Die industrielle Revolution und Erfindungen wie die der “Cotton Gin”, einer Maschine zum Entkernen von Baumwolle, trieben die Entwicklung weiter voran und brachten tief greifende Veränderungen mit sich. Arbeiten, die bisher mühsam von Hand erledigt werden mussten, übernahmen jetzt Maschinen und Computer. Direkt nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und in den letzten drei Jahrzehnten, erlebte der Staat aufgrund massiver Investitionen einen neuen wirtschaftlichen Boom. Die gleichen Voraussetzungen, die schon während der Kolonialzeit für Wohlstand in South Carolina sorgten, locken heute große nationale und internationale Firmen an: mildes Klima, Bodenschätze und Menschen mit einer hohen Arbeitsmoral.
In South Carolina beleuchten zahlreiche Museen die verschiedenen historischen Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Im “Charleston Museum” befindet sich ein Nachbau der “Hunley”, der es als erstem U-Boot gelang, ein gegnerisches Kriegsschiff zu versenken. 1864 fiel das Kriegsschiff “Housatonic” den Truppen der Konföderierten Armee und der “Hunley” zum Opfer. Dieser Vorfall beendete die Blockade des Hafens von Charleston.
Am ersten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1830 fand die Jungfernfahrt der Dampflokomotive “The Best Friend of Charleston” statt. Auf einer etwa 10 Kilometer langen Strecke wurden die ersten Passagiere in Amerika auf dem Schienenweg befördert. Planmäßig verkehrte der Zug später zwischen Charleston und dem “Savannah River”. Im Außenbereich des Besucherzentrums von Charleston ist ein Nachbau der Lokomotive zu sehen.
Im nahe gelegenen Mount Pleasant kann der Besucher im “Patriots Point Naval and Maritime Museum” an Bord des Flugzeugträgers “Yorktown” gehen. Er schlug sich in vielen historischen Schlachten des zweiten Weltkriegs, patrouillierte während des kalten Krieges im Pazifik und nahm die Besatzung von Apollo 8 auf, als sie von der ersten Umkreisung des Mondes zurückkehrte. Auf dem riesigen Schiff, das eine Länge von drei Football-Spielfeldern hat, sind verschiedene Bomber und Kampfflugzeuge zu sehen. Daneben sind Briefe und Andenken der Besatzung ausgestellt. Im Museumskomplex, dem das “Medal of Honour Museum” angeschlossen ist, sind neben der “Yorktown” das U-Boot “Clamagore”, der von der Küstenwache außer Dienst gestellte Kreuzer “Ingham”, der Zerstörer “Laffey” und der Nachbau eines amerikanischen Marinestützpunkts, der ähnlichen Anlagen in Vietnam nachempfunden ist, zu besichtigen.
Das “South Carolina State Museum” in der Hauptstadt Columbia ist im Gebäude der “Columbia Mill”, der ersten voll elektrisch funktionierenden Textilspinnerei der Welt, untergebracht. Unter einem Dach bietet sich dem Besucher hier ein Einblick in die für South Carolina einzigartigen Aspekte von Geschichte, Kunst, Wissenschaft und Technologie sowie der Naturkunde. Das “South Carolina Confederate Relic Room and Museum”, das ebenfalls in Columbia ansässig ist, stellt Uniformen, Flaggen, Artefakte und Waffen aus. Manche der Exponate datieren bis ins 18. Jahrhundert zurück.
Man blickt heute in South Carolina auf ein vielschichtiges Erbe zurück und versucht, dessen positive Elemente aufzugreifen, um dann mit einem kritischen Blick auf die Geschichte gerichtet, den Weg in die Zukunft zu bahnen. In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die in South Carolina ihre bedrückenden und beflügelnden Momente hatte, lernt man, das Erreichte zu schätzen und auf die Zukunft zu bauen.
Das Einkaufszentrum von Amerika: South Carolina bietet dem internationalen Reisenden ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine große Auswahl, ganz gleich ob es sich dabei um einen Direktverkauf oder eine Galerie handelt. Der Bundesstaat ist ein Zentrum der Textilindustrie und gibt dem Besucher hundertfach Gelegenheit, Waren im Fabrikdirektverkauf oder im Discountladen zu erwerben. Bei der Herstellung von Bekleidung, Möbeln, Stoffen und Textilien aller Art findet die vor Ort angebaute Baumwolle noch heute Verwendung.
Mit der Herstellung von Korbwaren aus "Sweetgrass" wird in South Carolina eine afrikanische Kunstform erhalten. In Charleston können Besucher auf einem am Rand der South Market Street abgehaltenen Markt den Frauen beim Flechten mit diesem Schilfgras zuschauen. So werden auf Pawley's Island, die sich zwischen Charleston und Myrtle Beach befindet, auf der ganzen Welt bekannte Hängematten hergestellt. In Walterboro hat sich eine ganze Kolonie von Kunsthandwerkern angesiedelt und der Besucher kann ihnen hier bei der Arbeit über die Schulter schauen und natürlich ausgefallene Geschenke und dekorative Mitbringsel erwerben. In der Old Edgefield Pottery in Edgefield demonstrieren Töpfer ihre Kunstfertigkeit. Ihr Handwerk hat hier seine Wurzeln im 18. Jahrhundert als man traditionelle Keramik in einer Laugentechnik lasierte. Ganz in der Nähe bei McCormick ist im Keturah Hotel, in dem im frühen 20. Jahrhundert Urlaubsgäste wohnten, eine Ausstellung aus immer wechselnden Stücken zu sehen, die von der Mack Art Gallery beschickt wird.
Kontakt
South Carolina Tourism Office – Germany
c/o ESTM E. Sommer Tourismus Marketing
Postfach 1425, D-61284 Bad Homburg
Tel.: (06172) 92 16 04, Fax: (06172) 92 16 05. Southcarolina@es-tm.com
Ein Beitrag für ReiseTravel von Jens Sommer.
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