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Kräuterprojekt Alchemilla
Die Vielfalt der Kräuter im Großen Walsertal sichtbar machen – das ist das Hauptanliegen der Alchemilla-Kräuterfrauen im Biosphärenpark Großes Walsertal. Mit ihrem Kursangebot, ihren hochwertigen Kräuterprodukten – hergestellt aus Kräutern der Region und Zutaten aus biologischer Landwirtschaft bzw. fairem Handel –, mit Veranstaltungen wie den offenen Gärten und Gartentagen oder den Kräutertagen in Buchboden (2007 und 2009) gelingt es den 13 beteiligten Frauen ausgezeichnet, den Wert der Kräutervielfalt Gästen und Bewohner/innen bewusst zu machen und Nutzungsmöglichkeiten weiter zu vermitteln. Der Schutz der Biologischen Vielfalt – eine zentrale Aufgabe eines UNESCO-Biosphärenparks – wird so sehr gut mit einer positiven Entwicklung der Region verbunden.
Seit 2000 gehört das Große Walsertal dem weltweiten Netzwerk von UNESCO Biosphärenparks an. Biosphärenparks stehen für hohe biologische Vielfalt, die es mit Hilfe verträglicher Wirtschaftsweisen zu erhalten gilt. Diese Vielfalt und den besonderen Wert der Natur- und Kulturpflanzen zu vermitteln, haben sich die Frauen der Alchemilla Kräutergemeinschaft zum Ziel gesetzt. Konkret verfolgte das Projekt folgende Ziele:
Bewusstseinsbildung für den Wert der Kräutervielfalt betreiben und entsprechende Angebote schaffen.
Neue Kursangebote und Veranstaltungen rund um das Thema Kräuter schaffen.
Das eigene Kräuterwissen vertiefen und austauschen.
Ein hochwertiges Angebot an Kräuter-Naturprodukten aus dem Biosphärenpark entwickeln und damit zur regionalen Wertschöpfung und zur besseren Wahrnehmung des Biosphärenparks beitragen.
Frauen im Biosphärenpark vernetzen und stärken sowie ein eigenes Erwerbsstandbein schaffen.
Die Projektidee geht auf die Kräuterpädagogin Susanne Türtscher zurück, die sich schon länger mit der Bedeutung und Wirkung der Kräuter befasste und eine breitere Auseinandersetzung mit dem Thema anstoßen wollte. Gemeinsam mit 12 weiteren Frauen aus dem Biosphärenpark Großes Walsertal hat sie seit dem Jahr 2006 ein breites Kräuter-Angebot aufgebaut, das Kurse, hochwertige Produkte, Gartentage und mehrtätige Veranstaltungen wie die Kräutertage 2007 und 2009 genauso wie die Vertiefung des Kräuterwissens der beteiligten Frauen beinhaltet.
Die Förderung durch das Projekt Dynalp² des Gemeindenetzwerks Allianz in den Alpen (2007 und 2008) machte es möglich, mit Unterstützung vom Biosphärenpark Management ein vielfältiges Kräuter-Angebot im Biosphärenpark zu entwickeln.
Alchemilla steht heute sowohl für die Frauengruppe aus dem Tal als auch für ein vielfältiges, hochwertiges Angebot an Kursen und Produkten. Auch wenn das Projekt nicht auf den Tourismus ausgerichtet war, zeigt es doch gerade auch die Chancen im Tourismus auf: Kooperationen wie die Kräuterpauschale 2009 des Hotel GH Kreuz in Buchboden, Kräutermenüs im Partnerbetrieb Hotel GH Kreuz, Angebote im Tourismus-Winterprogramm 2007/2008, Alchemilla Kursprogramme (seit 2007, auch im Biosphärenpark-Sommerprogramm veröffentlicht) sowie Angebote im Rahmen des Biosphärenpark-Exkursionsprogramms (laufend nach Anfrage) sind daraus entstanden.
Die Angebote von Alchemilla sind eine klare Bereicherung für die Region: Die hochwertige Produktpalette genauso wie die Kurse und Veranstaltungen zeigen den Wert der Kräutervielfalt im Biosphärenpark Großes Walsertal auf und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt ebenso wie zur nachhaltigen Entwicklung der Region.
Kooperationen mit dem Tourismus, mit dem Biosphärenpark, aber auch mit dem Kulturfestival Walserherbst – in dessen Rahmen die Frauen 2008 eine Ausstellung zum Thema Frauenkräuter erstellt haben – zeigen Chancen auf, die der Biosphärenpark bietet.
Die Produkte sind in einzelnen Hotels der Region, in den Tourismusbüros, im Biosphärenparkbüro, im Lebensmittelladen Marul sowie im HausWalserstolz in Sonntag erhältlich. Auch bei der Erstellung der Biosphärenpark-Ausstellung in Sonntag wurde Alchemilla mit einbezogen – so enthält diese z.B. ein Kräuterherbar. Seit dem Jahr 2008 läuft außerdem ein von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gefördertes Forschungsprojekt, das die Kräuternutzungen und das damit verbundene Erfahrungswissen aufarbeitet. Kräuter – und damit die vielfältige Kulturlandschaft im Biosphärenpark, die Magerwiesen und Alpweiden – sind gerade auch durch Alchemilla zu einem wichtigen Thema geworden.
Biosphärenpark Großes Walsertal - Jagdbergstraße 272, A-6721 Thüringerberg
T +43 5550 20360, www.grosseswalsertal.at
Von Ruth Moser.












