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Brustkrebs - Fortschritte bei der Früherkennung
Brustkrebs bei Frauen ist nach Lungen- und Darmkrebs die dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen in Europa. Anfang der 90er Jahres des vorigen Jahrhunderts hatte die Anzahl der Krebstoten unter den Frauen den höchsten Stand. In den Jahren danach sank die Zahl. Dies führen Experten großenteils auf die Fortschritte in der Behandlung sowie auf die Früherkennung durch Routinescreening zurück, wie dies 2005 nunmehr auch in Deutschland eingeführt wurde. Dazu werden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eingeladen, sich in zertifizierten Brustkrebszentren einer Mammographie zu unterziehen. Wird Brustkrebs im Frühstadium erkannt, haben die betroffenen Frauen eine Heilungschance von über 90 Prozent, wie Dr. Lisa Regitz-Jedermann, die Leiterin des Referenzzentrums Berlin, ausführte. Bedauerlicherweise wurde festgestellt, dass sich nur etwa 50 Prozent aller anspruchsberechtigten Frauen dieser Untersuchung unterziehen, die für sie kostenlos ist und von der Krankenkasse bezahlt wird.
Auf dem Internationalen Concress Centrum (ICC) in Berlin durchgeführten European Breast Cancer Congress erläuterte Professor Roger Blamey vom Nottingham City Hospital in Großbritannien, dass in einer Studie, dem UK Braest Screening Frequency Trial, festgestellt wurde, dass ein jährliches Screening keine zusätzliche Verringerung der Brustkrebssterblichkeit gegenüber einem Drei-Jahres-Intervall bringt, wie es in Großbritannien praktiziert wird. Professor Blamey führte weiter aus: „Das Screenen der Bevölkerung Großbritanniens kostet ca. 100 Mio. EURO jährlich. Diese Ergebnisse beweisen, dass unsere in der Vergangenheit vorhergesagten Sterblichkeitszahlen korrekt waren und dass es keine Grundlage dafür gibt, das gegenwärtige Drei-Jahres-Intervall zu verkürzen.“
Die Brustkrebs-Screening-Programme vieler Länder richten sich an Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Das niederländische Programm wurde jedoch 1998 auf Frauen bis zum Alter von 75 Jahren ausgedehnt. Jacques Fracheboud, Senior Wissenschaftler am Erasmus Medical Center Rotterdam führte in diesem Zusammenhang aus, dass die Brustkrebssterblichkeit in der Altersgruppe von 70 bis 75 Jahre signifikant abgenommen hat. Er setzte fort: „Die Ergebnisse unserer Studie lassen vermuten, dass ein Screening von Frauen zwischen 70 und 75 starke Auswirkungen auf die Brustkrebssterblichkeit hat und bis zum Alter von 75 Jahren wirksam und angebracht ist. Die Kosten pro Mammographie betragen ca. 50 EURO – genauso viel wie für jüngere Frauen.“ Dazu erläuterte Jacques Fracheboud, dass ein weiteres Screening über das Alter von 75 Jahren hinaus nicht unbedingt angebracht ist, „weil Tumoren in diesem Lebensalter langsam wachsen und sich möglicherweise nie so weit entwickeln, dass sie ein Problem darstellen.“ Die für die Volksgesundheit in Deutschland Verantwortlichen sollten daher überlegen, ob nicht auch in der Bundesrepublik das Screening für Frauen auf 75 Jahre ausgeweitet werden kann.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.
Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: B & B intern
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