![]() | ![]() | ![]() | Berlin | Ein vermeidbares Gesundheitsrisiko | ![]() |
Ein vermeidbares Gesundheitsrisiko
Im Norden wird mehr geraucht als im Rest des Landes: Das geht aus dem "Tabakatlas" für Deutschland hervor. Jedes Jahr sterben hierzulande etwa 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Wer raucht, büßt im Schnitt mehr als zehn Jahre seiner Lebenserwartung ein.
Da im Norden mehr geraucht wird, sterben dort auch mehr Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit, unterstreicht die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing.
Und doch raucht bis heute fast ein Drittel der Bevölkerung. "Die großen regionalen Unterschiede im Rauchverhalten und die durch das Rauchen bedingten Todesfälle machen deutlich, dass Tabakprävention weiterhin ganz oben auf der politischen Agenda stehen muss", betont Bätzing deshalb.
Eine soziale Frage: Der jetzt vorgestellt Tabakatlas stellt alle Zahlen und Fakten zum Rauchen übersichtlich dar. Die veranschaulichen eingängig die mit dem Rauchen verbundenen Gefahren – und von welchen Faktoren es eigentlich abhängt, ob jemand raucht oder nicht.
So hat die Raucherquote unter Jugendlichen in Deutschland im Jahr vergangenem Jahr den tiefsten Stand der letzten 20 Jahre erreicht. Von den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen rauchten insgesamt 15,4 Prozent, etwas mehr Mädchen als Jungen. Dabei zeigt sich allerdings, stärker noch als unter den Erwachsenen, ein Ost-West-Gefälle: In den neuen Bundesländern ist die Raucherquote – mit Ausnahme Berlins – deutlich höher als in den alten Bundesländern im Süden und Westen Deutschlands.
Auch die Belastungen und Folgen des Passivrauchens, die Kosten des Rauchens sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte von Tabakanbau und Tabakindustrie kommen zur Sprache. Dabei wird deutlich, dass Rauchen nicht zuletzt eine soziale Frage ist: Bei Personen mit niedrigem sozialen Status sind die Raucheranteile in allen Altersgruppen höher als bei Personen mit hohem sozialen Status.
Bei Männern finden sich die höchsten Raucheranteile in manuellen Berufen und die niedrigsten in akademischen. So haben etwa Gebäudereiniger und Raumpfleger die höchsten Raucheranteile, während unter Gymnasiallehrern und Elektroingenieuren die wenigsten Raucher zu finden sind.
Und immer noch rauchen, wenn auch eingeschränkt, zu viele schwangere Frauen: mit hohen Risiken für sich und das Ungeborene.
Etwa 27 Prozent der Raucher und Raucherinnen rauchen nur gelegentlich und nicht täglich. Weitere 30 Prozent konsumieren 20 oder mehr Zigaretten am Tag, also mehr als eine Packung. Durchschnittlich geben die deutschen Haushalte dafür 6,5 Prozent ihres Nettoeinkommens aus: im Jahr über 20 Milliarden Euro.
Der Tabakatlas weist Interessierten den Weg zu Angeboten, die dabei helfen, den Konsum zu reduzieren oder sich das Rauchen abzugewöhnen.
Ein internationales Thema: In der gesamten Europäischen Union (EU) verursacht Rauchen nach wie vor die meisten vorzeitigen Todesfälle und Krankheiten. Angesichts dieser Tatsachen geht die EU in die Offensive: Bis zum Jahr 2012 sollen alle Mitgliedstaaten Gesetze zum Schutz vor Tabakrauch am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit erlassen.
In allen EU-Ländern existieren bereits Vorschriften, um die Tabakrauchbelastung einzuschränken. Allerdings gibt es dabei große Unterschiede. Die Fachleute kommen zu dem Ergebnis, dass die Menschen in vielen Teilen Europas immer noch nicht umfassend vor dem Passivrauchen und an öffentlichen Orten geschützt sind.
Der "Tabakatlas" wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert-Koch-Institut herausgegeben.
Ein Beitrag für ReiseTravel vom BPA 












